Filmkritik: „Monsterjægerne“ (2009)

Filmtitel: Monsterjægerne
Regie:
Martin Schmidt
Mit: /
Laufzeit:
88 Minuten
Land:
Dänemark
Genre:
Kinderfilm

Inhalt: Der Großvater von Oliver und Lasse erzählt gerne Geschichten. Er berichtet den beiden von den Tagen, in denen er angeblich als „Monsterjäger“ unterwegs war, und ein gefährliches Schattenmonster gefangennahm. Natürlich glaubt ihm der 12 Jahre alte Oliver nicht, obwohl er selbst in Besitz einer beinahe übernatürlichen Fähigkeit ist, der Vorahnung – doch der jüngere Lasse scheint ihm durchaus Glauben zu schenken. Eines Tages kommt das im Keller gefangene Schattenmonster versehentlich frei, und schlüpft in den Körper des Vaters der Familie – zuerst, um sich dann über Küsse aufzuteilen und so mehrere „Wirte“ zu besetzen. Von nun an verhalten sich die Eltern recht merkwürdig, und auch andere Menschen beginnen, erste Anzeichen einer „Besessenheit“ zu zeigen… es steht alles auf dem Spiel: endlich eingeweiht vom Großvater, soll Oliver der nächste „Monsterjäger“ werden. Doch all das kann er unmöglich ohne die Hilfe seines kleinen Bruders und seinen Freunden schaffen…

Kritik: Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kinderfilm aus Dänemark; einem Land, welches durchaus als Herkunftsort für gute Familienfilme bekannt ist. Monsterjægerne ist hierbei einer der Filme, der weniger das Prädikat „pädagogisch wertvoll“ als schlicht und einfach unterhaltsam erhalten sollte – denn wie der Titel es bereits vermuten lässt, geht es im Grunde um eine Grusel-Geschichte. Sicherlich kommen hier auch wieder andere Themen zum Vorschein, wie beispielsweise der Wert einer „echten“ Freundschaft. Schließlich gilt es, ein gefährliches Monster wieder einzufangen, und dessen Ausbreitung zu verhindern. Entsprechend  gut und sinnig porträtiert wird der Fakt, dass man große Vorhaben kaum alleine bewerkstelligen kann – man braucht die Hilfe guter Freunde, der Familie. Auch geht es um die erste große Liebe, die – wie hier gezeigt – eigentlich nur funktionieren kann, wenn sich beide Seiten nicht verstellen. Einige kindgerechte Botschaften sind also durchaus vorhanden.

Etwas problematisch aber wird es, wenn man den (teilweise sehr überspitzt dargestellten) Satire-Faktor zur Hand nimmt. Dieser beruht in Monsterjægerne auf der Tatsache, dass sich alle „Besessenen“ plötzlich enorm seltsam verhalten; sich vielleicht sogar so benehmen, wie es „der innere Schweinehund“ vielleicht schon immer einmal tun wollte. Das heisst: die Erwachsenen rülpsen und furzen; das ist noch vergleichsweise harmlos und witzig – oder aber, sie drücken ihren Kindern Dynamit in die Hand welches die dann zünden. Oder die Mutter der Familie, welche sich etwas… „sehr auffällig“ kleidet und im Lehrergespräch einen der Anwesenden bezirzt. Oder der Vater, der im Beisein von einem Polizisten im Straßenverkehr einen Unfall provoziert. Oder, oder… Sicher, die Meinungen werden hier auseinandergehen, es gilt schließlich, den Kontext der jeweiligen Szenen zu beachten. Es ist reine Satire, eine überzeichnete Darstellung im Sinne einer (Familien-)Comedy; ein klein wenig merkwürdig und übertrieben dargestellt erscheint es dann aber doch. Wenn bei diesen Szenen also nicht jeder lacht, wäre das nur durchaus verständlich.

Doch davon abgesehen bietet der Film ein gewaltiges Spannungs- und Gruselpotential, zusätzlich garniert mit allerlei Lachern – gerade für die jüngeren. Bitte aber auch nicht zu jungen – denn teilweise ist der Film schon sehr düster, gerade eine der Endszenen (Monster im dunklen Wald) könnte so manchen einen gehörigen Schrecken einjagen, der dann wohl zuviel des Guten wäre. Empathie für die Charaktere wird man fast automatisch entwickeln, schließlich sind die Protagonisten genauso ahnungslos wie die Zuschauer – erst nach und nach erfährt man mehr, wird mutiger. Dass das Ganze dann noch an eine unschuldige Liebesgeschichte gekoppelt ist, erscheint sinnvoll – denn gerade hier verstecken sich das Groß an Botschaften (bleibt wer Du bist, gestehe Dir auch mal Schwächen ein, Ehrlich währt am längsten etc.), welche den Zuschauer auch ein wenig auf den Boden der Tatsachen, dass heisst die unmittelbare Realität – zurückholen, nach all der Monsterhatz.

Technisch gesehen erscheint das Ganze Projekt angenehm – gerade die liebevolle Intro- und Outrogestaltung gelingt wunderbar, die Schauplätze sind abwechslungsreich, die „Eiswaffen“ der Kinder cool, ebenso wie die Vereisungseffekte. Einzig das Schattenmonster wirkt nicht immer wie aus einem Guss animiert – doch eine der Endszenen zeigt offenbart dann doch noch die Schrecklichkeit dieser Gestalt. Gruselig – aber handwerklich sicherlich nicht perfekt. Aber auch die Schauspieler überzeugen, und gerade die Kinderdarsteller wirken sehr natürlich – was hierzulande oftmals eher nicht der Fall ist, ganz besonders in Bezug auf die Dialoge. Zusammengewürfelt mit Soundtrack, Kamera, Schnitt und allgemeiner Optik ergibt sich ein relativ rundes Gesamtpaket.

Fazit: Monsterjægerne ist ein recht gut gemachter, gruseliger Kinderfilm; der einzig aufgrund der übertriebenen und manchmal deplatziert wirkenden Darstellung der Besessenheit Abzüge erhält. Weiterhin könnte man eine Begründung (oder zumindest einen Ansatz) für das Verhalten von einem Jungen, der andere ständig drangsaliert und daher ein wenig furchteinflößend wirkt, vermissen. So ist erst natürlich glasklar, dass es dieser „Mobber“ irgendwann einmal heimgezahlt bekommen muss – doch am Ende ist es dann auch hier ein wenig zuviel des Guten, eventuell hätte man hier eine Art „Versöhnung“ mit einbauen können.


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