Filmkritik: „Good Intentions“ (2010)

Filmtitel: Good Intentions
Regie:
Jim Issa
Mit: /
Laufzeit:
84 Minuten
Land:
USA
Genre:
Komödie

Inhalt: Die junge Mutter Etta Milford (Elaine Hendrix) hat ein Problem mit ihrem Ehemann Chester (Luke Perry), genauer gesagt mit seinem Hobby: er erfindet gerne und werkelt an seinen sehr speziellen Projekten. Das Problem: die Familie hat nicht viel Geld zur Verfügung und kommt gerade so über die Runden – ein Grund mehr für Etta, die finanziellen Belange eines Tages selbst in die Hand zu nehmen… auf höchst ungewöhnliche Art und Weise. So entschließt sie sich, maskiert den kleinen Laden ihres Mannes zu überfallen, um das so „verdiente“ Geld in möglichst sichere Anlagen zu investieren. All das geschieht selbstverständlich mit einer „good intention“, sie möchte das Geld nicht für sich – sondern für ihre Kinder, die einmal eine bessere Ausbildung als sie genießen sollen. So investiert sie plötzlich in antike Möbel, erpresst den Sheriff der Stadt, und auch sonst ist das Leben ziemlich turbulent in dieser kleinen Stadt.

Kritik: Good Intentions ist sicherlich eine kleine Comedy-Überraschung. Denn was den Zuschauer hier erwartet, ist eine liebevoll inszenierte Komödie mit diesem speziellen Südstaaten-Flair, und einer handvoll spezieller, wenn nicht leicht durchgeknallter Charaktere. Es geht um den ewigen Kampf ums (finanzielle) Überleben einerseits, andererseits – und ausnahmsweise – einmal nicht direkt um die eigene Existenz. Sondern die der Familie – weshalb all die Ereignisse in Good Intentions sich auf eben diese „guten Beweggründe“ zurückführen lassen. Dass die Ergebnisse stellenweise recht makaber und aberwitzig ausfallen, ist der extrem lockeren Inszenierungsart zu verdanken – wirklich gezwungen wirkt hier kaum etwas. Der Film unterhält, und kommt für eine Independent-Produktion ohne großes Budget im Gesamteindruck gar nicht mal so schlecht daher.

Natürlich sollte man hier aber auch kein makelloses Meisterwerk erwarten. So fällt besonders im Sinne der Charakterzeichnung auf, dass sich die Protagonisten nicht immer wirklich nachvollziehbar verhalten, stellenweise sogar übertrieben naiv aufführen. Dies hat mit dem Gefühl zu tun, welches dieser Film auslöst: er wirkt eher wie ein „kleiner Film“, der im Kreise von Kumpels und Bekannten gedreht wurde, und nicht generell auf ein großes internationales Publikum abzielt. So sollte man auch keine groß angelegte Gesellschaftskritik und die Gegenüberstellung von „Good Intentions“ und „Bad Crimes“ erwarten – all das bleibt vollständig aus. Der Film ist leichte Kost, und dementsprechend simpel angelegt. Ein klein wenig tiefer geht der Film dann aber doch noch: nämlich wenn es darum geht, das Verhältnis und die Ansichten der beiden Schwestern Etta und Pam (Leann Rimes) aufzuzeigen. Auch das gelingt recht gut, und Dinge wie „Werte innerhalb einer US-Familie“ werden zumindest ansatzweise angeschnitten.

Beim Stichwort Independent und Low-Budget kommt man natürlich auch immer schnell zu den optischen Aspekten – wirkt der Film auch so, oder hat man sich doch etwas mehr Mühe gegeben ? Glücklicherweise ist eher zweiteres der Fall. Der optische Part fällt zwar nicht überraschend brilliant oder extravagant aus, aber bewegt sich durchaus auf einem mittleren Niveau. Die Kameraführung ist ebenso unspektakulär – aber sehr angenehm, ebenso wie die Schnitte. Der Soundtrack ist wohl ein besonderer Ohrenschmaus für Fans der Sängerin und Schauspielerin Leann Rimes, die auch eine nicht unerhebliche Rolle im Film spielt – doch auch sonst sind ausschließlich massentaugliche Popmusikstücke vertreten. Die Leistungen der Darsteller ist schon etwas schwieriger zu beurteilen – immerhin wirkt das Ganze (wie oben schon erwähnt) eher wie eine Art Spaß-Proejkt. Hinzu kommt, dass Good Intentions eine Komödie ist, die auf schräge Charaktere zurückgreift – sodass die Schauspieler eventuell auch ein wenig „sich selbst“ spielen konnten. Man weiss es nicht, das Spiel wirkt jedenfalls noch erträglich, und nicht ganz so übertrieben wie in manch anderer Charakter-Comedy.

Fazit: Schlussendlich – man sollte den Film mit einer „good intention“ ansehen (obwohl, die hat man ja zumeist), oder eher: mit neutralen Erwartungen. Dann wird man auch nicht enttäuscht, sondern für gute 80 Minuten locker-seicht unterhalten. Fans von Leann Rimes oder generell den südlichen USA (denn davon gibt es viel zu sehen, auch von der Lebensart) würden vielleicht höher werten.

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