Spieletest: CALL OF JUAREZ 2 – BOUND IN BLOOD (2009, PC)

Titel: Call Of Juarez 2 – Bound In Blood, Entwickler: Techland, Publisher: Ubisoft, Genre: Western-Shooter

In Call of Juarez: Bound in Blood wird der Spieler in die Rolle der berüchtigten McCall-Brüder versetzt, die erst noch im Bürgerkrieg dienen. Doch grundlegende Meinungsverschiedenheiten führen dazu, dass die beiden ihrem Vorgesetzten Colonel Barnsby nur noch den Rücken zeigen und aus der Armee austreten. Schließlich wollen die beiden ihrer Familie zur Hilfe eilen – ihrer Mutter und ihrem Bruder William, die beide im Landhaus der Familie ausharren. Die beiden gelten nun als waschechte Outlaws, gesetzlose, die ständig in brenzlige Situationen geraten. Auf ihrem persönlichen Feldzug gegen alle, die ihnen und ihrem Glück im Wege stehen würden, zieht das Trio nach dem Tod der Mutter weiter. Nach dem Krieg würden die drei das Landhaus wieder aufbauen – doch von welchem Geld ? So kommt es ihnen nur gelegen, dass eine Sage um einen alten Indianerschatz die Runde macht… doch dafür müssen sie ein Bündnis mit Juarez eingehen, einem berüchtigten Verbrecher und Revolverhelden. Doch alle wissen genau, dass es nicht zu einem für alle „gerechten“ Ende kommen würde…

Dieses Spiel, nunmehr der zweite Teil der Call Of Juarez Western-Saga, bietet auf den ersten Blick alles, was einen guten Shooter auszeichnet. Und noch mehr: es gibt eine ordentliche Portion gradliniger Action, interessante Charaktere (oft hat man die Wahl zwischen den beiden Brüdern), abwechslungsreiche Levels, viele westerntypische Waffen… doch es gibt zwei Aspekte, die dieses Spiel wahrlich von anderen Genrekollegen abheben. Zum einen ist das die Grafik: zwar nicht als Referenz zu bezeichnen, begeistert diese dennoch in einem ausserordentlichen Maße. Und zum anderen ist es die Story beziehungsweise die Atmosphäre, die dieses Western-Epos zu generieren vermag.

Denn die Geschichte der drei Brüder ist spannend, actiongeladen und liebevoll inszeniert. In den Ladezeiten wird aus dem Off erzählt und über die verschiedenen Ereignisse reflektiert, all das von den sehr gut gewählten Synchronsprechern. Man begibt sich auf eine Reise, in der man (wie es sonst so typisch ist) nicht allein unterwegs ist – sondern als Geschwistertrio, beziehungsweise -paar. Denn der fromme William ist nicht spielbar – er taucht aber immer wieder im Spiel und in den Zwischensequenzen auf und unterstützt die Atmosphäre. Die beiden Brüder sind interessante, wenn auch reichlich raubeinige Charaktere, und es macht einfach Laune, diese zum jeweiligen Ziel zu führen – über das sich die beiden dann auch das ein oder andere Mal streiten werden… grundsätzlich unterscheiden sie sich nicht in der Handhabung, Unterschiede gibt es beispielsweise in Bezug auf die Waffen: der eine ist eher präzise mit Gewehren, Bogen und Lasso unterwegs – der andere eher mit 2 Pistolen, Dynamit und schweren Flinten. So kann man auch diese Art der spielerischen Abwechslung nutzen – obwohl das Spiel ohnehin schon recht viel davon bietet. Seien es die zahlreichen Ingame-Zwischensequenzen, die vielen kleinen „Minispiele“ (Bordgeschütze oder riesige Kanonen bedienen), die stimmigen, abwechslungsreichen Landschaften (markant: der Unterschied zwischen staubiger Wüste und Wald) – es wird niemals langweilig.

Ja, wäre Call Of Juarez hinsichtlich zweier Aspekte anders ausgefallen, hätte dies durchaus das Spiel des Jahres 2009, oder sogar eines der besten Spiele aller Zeiten werden können. Denn während ein Großteil des Spiels schlicht genial ist (Grafik, Sound, Story, Bedienung) gibt es doch noch zwei Schwachpunkte, die es zu nennen gilt. Zum einen wäre das der sehr lineare Handlungsablauf – das Gefühl einer „Open-World“ kommt zwar auf, doch ist es nur fingiert. Es führt stets nur ein Weg zum Ziel, und auch selbige Ziele sind unausweichlich und nicht veränderbar. Dies führt sogleich zum zweiten Schwachpunkt: der fehlende RPG-Aspekt. Es ist so schade – warum gibt es beispielsweise keine Dialogoptionen, ein kleines Skillsystem oder schlicht Entscheidungen, die man als Spieler treffen kann ? Vielleicht wäre dies in Anbetracht der relativ kurzen Spieldauer (6-9 Stunden) schon „zuviel des Guten“ gewesen – doch es häte die spielerische Intensität noch mehr verstärkt. Die Wildwest-Duelle sind zwar eine nette Idee – irgendwann aber nerven sie nur noch. Doch das ist im Gegensatz zu den beiden eben genannten Negativaspekten noch am ehesten zu verschmerzen, ebenso wie die relativ kurze Spieldauer. Dafür gibt es ja noch einen ausgezeichneten Multiplayer-Modus, der ebenfalls mit schicken Levels und verschiedenen Spielmodi aufwartet.


90button

„Ein sehr starkes Western-Spiel.“

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