Filmkritik: „Stirb Langsam 4.0“ (2007)

Originaltitel: Live Free Or Die Hard
Regisseur:
Len Wiseman
Mit:
Bruce Willis
Laufzeit:
130 Minuten
Land:
USA / UK
Genre:
Action

Inhalt: John McClane, es gibt (wieder einmal) ein Problem ! Besagter und allseits beliebter Detective (Bruce Willis) ist noch weit entfernt vom Ruhestand, und begibt sich abermals in einen Kugelhagel der actionreichen Art – bei dem neben Autos und Menschen noch ganz andere Sache durch die Luft geschleudert werden. Denn eine fiese Bande von Verbrechern will den friedlichen US-Bürgern an die Wäsche, beziehungsweise an ihr Geld. John McClane klopft seine saucool-trockenen Sprüche diesmal in der Innenstadt von Washington DC, in der eines Tages die Lichter ausgehen. Denn die Kriminellen legen den kompletten Bundesstaat, und später auch fast ganz Amerika lahm – nachdem sie zahlreiche fähige Hacker um sich geschart haben. Denn nur die können so ziemlich jedes Sicherheitssystem der Welt umgehen…

Zuerst wird der Verkehr lahmgelegt, danach ist die Börse dran; und zum guten Abschluss die Energiezufuhr. Was das eigentliche Hauptziel der Verbrecherbande ist, bleibt unklar beziehungsweise erscheint es relativ simpel: entweder hat der Boss der Bande ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, oder ist einfach nur geldgierig. Tiefgehende Charakterstudien oder politisch motivierte Hintergründe kommen in Stirb Langsam 4.0 jedenfalls nicht vor. Aber das muss auch nicht sein, denn seit jeher lebt die Reihe von geradliniger Action und reichlich Tempo. John McClane trifft bald auf einen gewissen Matt Farrell (Justin Long) einen renommierten Hacker – und bekommt damit auch einen neuen Partner an die Seite gestellt, was für zusätzliche Abwechslung sorgt. Später wird John’s Tochter entführt, und eine dramatische Rettungsaktion beginnt – einmal aus heldenhaften Gründen (das Schicksal der US-Wirtschaft), einmal aus persönlichen (die Rettung eines Familienmitglieds).

Kritik: An Actionszenen und Stunteinlagen wird auch im vierten Teil der Reihe nicht gespart. Wäre dies ein Film, der sich nicht auf eine gewisse Historie und eine große Fangemeinde stützen würde, wäre das Vergnügen wahrscheinlich nur halb so groß – doch da gerade der erste Stirb Langsam-Film einen absoluten Kultstatus genießt, kommt hier durchaus ein gewisser Nostalgiebonus zum Tragen. In diesem Fall wird sich insoweit weiterentwickelt, als dass McClane einen durchaus ebenbürtigen Partner an die Seite gestellt bekommt, und er sich diesmal nicht in gewohnter Solo-Manier durch die Szenerie kämpfen muss. Optisch ist das Ganze ein gewohnter Genuss, sofern man Fan von fetzigen Explosionen, durchlöcherten Häusern und umherfliegenden Autos ist. Eine gute Schauplatzwahl und aufwendige Szenenaufbauten gibt es obendrauf – und auch die bombastische Soundkulisse untermalt den Hardline-Actioneindruck perfekt. Ein weiterer Pluspunkt sind die Darsteller, von denen Bruce Willis als John McClane natürlich wieder einmal allen anderen die Show stiehlt. Aber auch Justin Long als neuer Partner spielt seinen leicht schreckhaften Charakter gut. Sehr angenehm fällt auch das Spiel von Timothy Olyphant als böser Bube aus. Sein eiskalter Blick und seine Mimik passen einfach wie maßgeschneidert auf diese Rolle. Wie gesagt, sie bleibt relativ oberflächlich; wie auch alles andere im Film…

In technischer und schauspielerischer Hinsicht ist der Film gut, keine Frage. Doch die Story kann dieses Mal nicht wirklich überzeugen – zu gewollt-modern erscheint die Geschichte um eine kleine Gruppe aus einer handvoll Terroristen, die von einer Sekunde auf die andere ganz Amerika übernehmen, indem sie von ihrer mobilen Station aus sämtliche Netzwerke infiltrieren. Weiterhin muss man sich schlichtweg damit anfreunden können, dass es so etwas wie Logik oder Realismus in einem Film wie Stirb Langsam 4.0 einfach nicht erwarten kann. Im vierten Teil noch weitaus weniger als in den vorherigen. Auch das Ende fällt typisch-klischeebehaftet und vorhersehbar aus: die Bösen sind alle fort, und die Guten haben alle überlebt – kein Kommentar mehr zu den vorangegangen Ereignissen.

Fazit: Für Fans der Reihe ist auch der vierte Stirb Langsam sicherlich ein Muss – schwieriger wird es da schon für Neueinsteiger. Denn die werden ihre Schwierigkeiten mit der fehlenden Innovation und mangelnden Eigenständigkeit haben – der Film setzt deutlich auf den McClane-Fanbonus. Dennoch – wer auf gradlinige, humorgeladene Action mit netten Effekten und Kampfszenen mit nur wenigen Hauptcharakteren in den Retterrollen steht, ist hier nicht falsch beraten – im Gegenteil, der feiert mit diesem Film ein wahres Action-Unterhaltungs-Fest.

2 Gedanken zu “Filmkritik: „Stirb Langsam 4.0“ (2007)

  1. Stirb Langsam 4…die Sequel-Enttäuschung schlecht hin neben Indiana Jones 4.
    Timothy Olyphant ist schlecht…ganz einfach SCHLECHT. Er ist böse…JA. Er ist unsympathisch…JA. Die Eigenschaften die viele Arbeitgeber auch besitzen. Aber macht es ihn zu einem idealen Bösewicht…NEIN. Schaut ihn doch an, er ist ein WITZ in der Landschaft von Bösewichten…versteckt sich hinter den Spielereien der Neuzeit. Na und? Jeder billige Internet-PERV ist furchteinflößender. ^^ Parallel hat er mir in „Hitman“ schon nicht gefallen. Bruce Willis hingegen ist McClane und bleibt McClane, da kann man nichts sagen, aber auch McClane hat schon bessere Tage gesehen. Der Film ist Scheisse, aber McClane bleibt Kult! Turn some FUCKIN Creedence on!

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