Filmkritik: „Hitman“ (2007)

Filmtitel: Hitman
Regisseur:
Xavier Gens
Mit: /
Laufzeit:
93 Minuten
Land:
Frankreich / USA
Genre:
Action

Inhalt: Der Auftragskiller Agent 47 (Timothy Olyphant) ist ein Profi aus der Retorte. Großgezogen von einer dubiosen Organisation von der kaum jemand etwas weiss, werden Klone wie Agent 47 darauf vorbereitet, zu gehorchen und zu töten. Der perfekt ausgebildete Agent 47 ist weltweit unterwegs, und nimmt seine Anweisungen von verschiedenen Auftraggebern an – alles unter der ständigen Kontrolle der Organisation welche ihn erschaffen hat. Doch als er wieder einmal einen simpel erscheinenden Auftrag annimmt, findet sich Agent 47 nunmehr inmitten eines politischen Wirrwarrs wieder. Obwohl er weiss, dass es ihn nichts angeht; versucht er mehr herauszufinden. Zu diesem Zeitpunkt sind ihm allerdings schon Beamte von Interpol, seiner Ursprungsorganisation, aber auch das russische Militär auf den Fersen. Vielleicht hat mit Nika (Olga Kurylenko), die er unterwegs trifft, mehr Glück…

Kritik: Bei Filmen von Regisseur Xavier Gens sollte das ein oder andere kritische Schulterzucken erlaubt sein: schließlich begibt sich der Frontiers-Regisseur mit der Verfilmung von Hitman auf eine durchaus gewagte Mission. Denn: die Portierung von Computerspielen beziehungsweise deren storytechnischen Inhalten ist keine simple Angelegenheit – nicht erst seit den Machwerken von Uwe Boll besitzen diese Filme oftmals einen erschreckenden Ruf. Fast immer auch zu recht… auch Hitman offenbart alsbald einige Schwachstellen. Denn diese filmische Umsetzung hat kaum noch etwas mit der Originalität und (Spiel-)Tiefe des Computerspiels zu tun – viel zu weit wurde sich von der Vorlage entfernt. Ein gravierender Fehler, der immer wieder begangen wird – scheinbar lernt kaum jemand daraus. Doch andererseits erscheinen die (möglichen) Beweggründe dafür verständlich: vielleicht befürchtet man, es würden sonst nur eingefleischte Fans des Spiels in die Kinos kommen – und das sind aus finanzieller Sicht einfach zu wenig.

Der Film wirkt insgesamt recht aalglatt und steril inszeniert, von düsteren Verschwörungstheorien fehlt jede Spur. Auch der Hauptcharakter wirkt viel zu reduziert – selbstverständlich ist seine Aufgabe in erster Linie das Töten – doch fallen die Kontrahenten hier wie die Fliegen, ohne einen jeglichen Sinn oder Verstand. All das geschieht zudem in Ermangelung eines Spannungsbogens oder intensiver Atmosphäre. Hitman ist wahrlich ein geradezu minimalistischer Agenten-Thriller geworden. Denn während man gewisse Dinge aus der Vorlage einfach wegließ, so fügte man einfach andere, ausgleichende hinzu. Das gesamte politische Drumherum schadet dem Film jedoch mehr als es ihm nützt, und steckt voller unnötiger, überladener Elemente. Zumindest käme der Film auch bestens ohne sie aus – denn so wird der Fokus ständig weg vom viel zu blass agierenden Hauptcharakter bewegt – und verläuft sich im Sand der (größtenteils fiktiven) politischen Mühlen und internationaler Verwicklungen. Wirkliche interessante Aspekte, wie die verschwörerischen Hintergründe der Organisation – werden ausgeblendet.

Doch einige Elemente aus dem Spiel wurden halbwegs anständig portiert; beispielsweise das Gefühl der makellosen Perfektion und Kälte, mit der Agent 47 vorgeht. Seine Tricks und Kniffe, seine Fähigkeiten unentdeckt zu bleiben – all diese Dinge machten auch das Spiel aus. Schade ist dabei, dass gerade die waffentechnischen Spielereien oder die ständigen Kleidungswechsel keine große Rolle mehr spielen. Der Charakter von Agent 47 selbst bekommt letztendlich doch noch etwas Aufmerksamkeit zugestanden: vor allem in den Szenen mit Nika, in der eine gewisse Unsicherheit seinerseits durchschimmert. Technisch gesehen fällt Hitman wiederum beinahe makellos aus – die Optik wirkt insgesamt nett, stellenweise aber etwas zu steril, die Effekte bewegen sich auf einem qualitativen Mittelmaß (die abstruse Helikopterszene als negatives Beispiel). Einzig in Bezug auf die Darsteller könnte man von wirklich guten Leistungen sprechen – alle machen einen halbwegs glaubwürdigen Job.

Fazit: Fans der Spielreihe werden gnadenlos enttäuscht werden, alle anderen erwartet hier durchschnittliche 08/15 Hau-Drauf Actionkost ohne viel Herzblut und Inspiration.

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Hitman“ (2007)

  1. Auweia…so ein belangloser Streifen, ich glaube einer der Filme bei der ich in der Vergangenheit einfach eingeschlafen bin. ^^ Ein weiterer Griff ins Klo ist die Wahl des Hauptdarstellers. Sorry also…1/10.^^

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