Filmkritik: „Aliens Vs. Predator – Requiem“ (2007)

Filmtitel: Aliens Vs. Predator Requiem
Regisseur:
Colin Strause und Greg Strause
Mit: /
Laufzeit:
86 Minuten
Land:
USA
Genre:
Science Fiction

Inhalt: Die Aliens haben es geschafft – sie bringen glatt ein komplettes Predatoren-Raumschiff zum Absturz, nachdem sie es (noch am Ende von Teil 1) erfolgreich infiltriert hatten. Das Schiff bleibt dabei halbwegs komplett und landet auf der Erde, und zwar im US-Bundesstaat Colorado. Die ersten menschlichen Opfer sind schnell gefunden – doch es bleibt nicht beim üblichen Alien-Angriff. Denn durch die Verschmelzung von Alien und Predator ist ein neues Superwesen entstanden, von dem man noch nicht wirklich sagen kann, auf wessen Seite es steht. Doch auch die Predatoren schlafen nicht: es wird einzelner, voll ausgebildeter Predator von seinem Heimatplaneten entsandt, um den mutierten Aliens den Garaus zu machen. Um das reine Erbgut der Predatoren zu sichern, wird alles in Kauf genommen – und dass die Menschen dabei wenig zu sagen haben, wird schnell deutlich. Und so entbrennt ein erbarmungsloser Kampf dreier Parteien – von denen am Ende nur eine als wirklicher Sieger hervorgehen kann.

Kritik: Nachdem bereits der erste Teil von Aliens Vs. Predator einen eher gemischten Eindruck bei Fans der jeweils einzelnen Filmreihen hinterlassen hat, fungiert der Nachfolger nun entgültig als ausgelutschtes Sequel-Ärgerniss. Weder schafft man es, den Charme der Originalfilme (gerade den der Alien-Reihe) zu erhalten, noch stattdessen wirkliche Innovationen oder storytechnische Tiefe einzubringen. Auch in Bezug auf die Actionszenen, mit denen sich der Film geradezu brüstet, gibt es nicht viel positives zu vermelden – alles ist recht düster, verschwommen und unübersichtlich gehalten. Gerade in diesem Bereich hätte man aber definitiv punkten müssen – bietet die Interaktion zwischen Mensch, Alien und Predator eigentlich jede Menge an Möglichkeiten. Doch was man stattdessen zu sehen bekommt, ist das ewig gleiche – eine schlechte, überflüssige Kopie der Inhalte aus den Originalfilmen. Es gibt eine handvoll Aliens, die ihrem Jagdtinstinkt nachgehen; es gibt einen Predator, der die Aliens jagt aber sich gewiss nicht von Menschen aufhalten lassen würde – und es gibt eine handvoll Menschen, die überaus hilflos erscheinen. So entstehen typische Klischee-Szenen, in denen gepanzerte, voll ausgebildete Soldatentruppen im Handumdrehen von ein paar Aliens umgemäht werden.

Dass da nur noch wenig spannendes bei herauskommen kann, war abzusehen. Und dennoch sträubt man sich nicht davor, das geldbringende Franchise weiter auszuschlachten. Es bleibt zu hoffen, dass dies nun entgültig der letzte Teil der Reihe war, und nicht doch noch eine Trilogie daraus wird. Denn auch die anderen Aspekte im Film wissen grandios zu nerven: sei es die deplatziert wirkende Geschichte um die Hauptprotagonisten die im Grunde gar keine sind, sondern scheinbar zufällig auserwählt wurden. Da man diese als Zuschauer kaum kennt, wird kläglich versucht, ihnen so etwas wie eine Seele einzuhauchen – das wirkt jedoch reichlich absurd, wenn (wieder einmal) Beziehungsprobleme thematisiert werden, und die Gefahr gleich hinter der nächsten Ecke lauert. Doch man merkt gleich zu Beginn, dass es irgendetwas mit diesen Personen auf sich haben muss – denn im Gegensatz zu Horden von niedergemetzelten Marines, Polizisten und Co. schaffen sie es doch irgendwie, all das zu überleben.

Als wenn die Story nicht schon genug Ärgernisse bieten würde, setzt der technische Part dem Ganzen noch die Krone auf: der gesamte Film spielt in der Nacht, beziehungsweise in der Dunkelheit. Es gibt nur wenige Szenen, die diesem Dunkelheit-Einheitsbrei entkommen – beispielsweise die Anfangsszenen, in denen die Charaktere kurz vorgestellt werden; oder aber die Szene die das Innere eines Predator-Raumschiffes zeigt. Doch danach ist Schluss mit lustig, beziehungsweise Schluss mit Sicht – die Aliens und der Predator kämpfen im dunklen Wald; später schwenkt man in die nächtliche Stadt, danach in eine kümmerlich beleuchtete Kraftwerkanlage; oder in stockdüstere Kanäle. Zur Abwechslung bewegt man sich dann auch mal in Gebäuden, in welchen der Strom ausgefallen ist – man sieht schon, worauf das Ganze hinausläuft. Schade auch, dass man die besagte Hintergrundgeschichte mit dem Heimatplaneten der Predatoren  nicht weiter ausgebaut hat – denn dieser Teil wirkte insgesamt noch am stimmigsten und optisch am angenehmsten (wenn auch sehr CGI-lastig).

Fazit: Leere Strassen, kaum Interaktionen mit der Umwelt, wenige Menschen die involviert sind – die Handlung von Aliens Vs. Predator hätte genausogut irgendwo anders stattfinden können – und damit hat man sich einen weiteren theoretischen Pluspunkt, den Schauplatz Erde – verspielt. Die Darsteller sind hierzulande kaum bekannt (grundsätzlich positiv), jedoch haben die Charaktere neben den deplatzierten Vorstellungen kaum etwas zu melden. Die wahren Stars des Films bleiben die Kreaturen – und zumindest die kommen gewohnt schaurig-schön gestaltet daher. Bitte zu den ursprünglichen Filmreihen greifen…

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