Filmkritik: „Scary Movie 4“ (2006)

Filmtitel: Scary Movie 4
Regisseur:
David Zucker
Mit: /
Laufzeit:
86 Minuten
Land:
USA
Genre:
Komödie

Inhalt: Die ständig große-Augen machende Cindy (Anna Faris) macht sich nach der Scheidung von ihrem Ex-Mann George (Simon Rex) erneut auf die Suche nach ihrem persönlichen Glück. Sie nimmt einen Job als Hausmädchen einer alten, pflegebedürftigen Dame an und verliebt sich auch prompt neu – und zwar in den adretten Nachbarn Tom (Craig Bierko). Doch als die Welt von riesigen Robotern, den sogenannten Tr-IPods angegriffen wird, ist nichts mehr; wie es einmal war… neben Parodien auf Tom Cruise, Krieg der Welten, The Village – Das Dorf, The Grudge – Der Fluch findet sich unter anderem auch eine Veräppelung der bekannten SAW-Reihe im neuesten Scary Movie-Teil wieder. Für reichlich (buntes) Treiben sorgt auch die Darstellerriege, mit vielen der bekannten Stars aus den vorherigen 3 Teilen – und als neue im Bunde haben Basketballstar Shaquille O’Neal, Carmen Electra und Michael Madsen ein paar kurze Auftritte. So nimmt das Unheil seinen Lauf…

Kritik: Mehr braucht man über den Inhalt des nunmehr vierten Teils der Trilogie nicht zu sagen – man weiss, was einen erwarten wird. Der gleiche Klamauk nämlich wie in den vorherigen Teilen – nur dass sich die Filmvorlagen geändert, „aktualisiert“ haben. Denn alles, was zum Erscheinungsdatum im Gespräch war, wird nun von Scary Movie 4 auf die Schippe genommen – Tom Cruise (der einen recht merkwürdigen Talkshowauftritt hatte zu dieser Zeit), bekommt es dabei am meisten ab. Schön und gut – doch man weiss, dass die filmische Qualität innerhalb von Trilogien (oder doppelten Trilogien) starken Schwankungen unterworfen ist, das sieht man nicht erst bei Star-Wars oder SAW. Dabei bietet das Konzept solcher Filme wie Scary Movie eigentlich endloses „Futter“ – in Form von derzeit angesagten Filmen und Genrehighlights, die man leicht verunstalten und komödiantisch inszenieren kann.

Doch das Problem ist: die Gags zünden einfach nicht. Oder nicht mehr; setzt sich der Großteil der Gags doch aus stumpfen, schon tausendmal gesehen Tollpatsch-Unfall-Szenen zusammen. Man sieht Charaktere die sich an Tischen, Pfählen oder sonstwo stossen – und die gegen diverse „Hindernisse“ wie Hauswände rennen. Das ist natürlich etwas ermüdend, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass man versucht einen ganzen Film ausschließlich damit zu füllen. Der Restteil der Gags besteht hauptsächlich aus extremen Fäkalhumor oder sexistischen Witzen, die man so oder ähnlich ebenfalls schon einmal gesehen hat. Sonderlich viele Ideen scheinen die Macher jedenfalls nicht gehabt zu haben – wie es scheint wurde das Hauptaugenmerk aber auch auf einen ganz anderen Bereich gelegt. Und das ist de facto die Nachstellung von Szenenaufbauten aus den ganz großen Hollywood-Filmen, beziehungsweise die leicht veräppelten Kopien derselben. So entsteht einstweilen der merkwürdige Eindruck, als sähe man den jeweiligen veräppelten Film – da die Szenen teilweise sehr exakt nachgestaltet wurden. Doch wenn der einzige Unterschied die peinlichen Gags sind, dann wird man wohl doch eher zu den (ernsten) Originalen tendieren. Richtig bitter wird es bei der Nachstellung der SAW-Szenen: diese haben so rein gar nichts komisches an sich.

Fazit: Der Absurd-Humor a’la Postal weiss in Scary-Movie 4 noch am ehesten zu überzeugen – beispielsweise als man ein völlig zerstörte Flugzeug präsentiert bekommt und die Stewardess eine Ansage macht, als sei nichts geschehen. Doch dieser hält sich in deutlich überschaubaren Grenzen. Das große Staraufgebot kann leider auch nichts mehr reissen. Leslie Nielsen als Präsident ist zwar witzig, aber der Aha-Effekt ist nunmehr ausgelutscht – dafür gab es ja schon Teil 3. Regina Hall und Anna Faris als Frauenduo gelten zwar allgemein als überaus nervig, aber insgesamt sind sie doch das eigentliche Wiedererkennungsmerkmal der Scary Movie-Reihe. völlige Fehlbesetzungen dagegen waren Shaquille O’Neal, Carmen Electra und Michael Madsen – gerade was letzterer (gute) Schauspieler hier zu suchen hat, und dann auch noch in einer so unbedeutenden Rolle, bleibt schleierhaft. Kurzum: Scary Movie 4 ist eine Komödie, die im Grunde keiner braucht – mit Witzen die altbacken sind und daherkommen wie schon tausendmal erlebt. Handwerklich ist der Film zwar gut gemacht – aber wie sollte es auch anders sein, wenn man direkt von den Filmopfern kopiert ? Dann doch lieber zu den Vorgängern greifen.

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