Filmkritik: „Bedtime Stories“ (2008)

Filmtitel: Bedtime Stories
Regisseur:
Adam Shankman
Mit:
Adam Sandler
Laufzeit:
99 Minuten
Land:
USA
Genre:
Komödie / Fantasy

Inhalt: Der burschikose Skeeter Bronson (Adam Sandler) war schon immer ein Liebhaber von Hotelanlagen. Schließlich hat er bereits als Kind viel vom Geschäft mitbekommen, denn auch sein Vater ist Besitzer eines Hotels. Seit jeher hat er einen Gefallen an der speziellen Magie, die diese Gebäude ausstrahlen, gefunden. Seine Schwester Jill (Keri Russell) jedoch kann diese Leidenschaft nicht wirklich teilen… 20 Jahre später arbeitet Skeeter immer noch im Hotelgeschäft – aber offensichtlich nicht in der Position, die er sich gewünscht hätte. Denn als Handwerker und Mädchen für alles hat man es nicht immer leicht – er hofft, dass der neue Hotedirektor Barry Nottingham (Richard Griffiths) endlich sein Versprechen einlösen und Skeeter auf einer höheren Position einsetzen würde. Doch es gibt einen Nebenbuhler – ein gewisser Kendall (Guy Pearce) strebt ebenfalls eine Position als Direktor an. Ein eifriger Wettstreit um die beste Position beginnt.

Kritik: Was zuerst auffällt ist, dass sich Disney für diese Produktion verantwortlich zeichnet. Man sollte also einen überdurchschnittlichen, charmanten, magischen Film erwarten dürfen – zumal mit Adam Sandler als Hauptdarsteller einer der hochkarätigen Schauspieler aus dem Komödien-Genre engagiert wurde. Doch, bei aller Liebe; man sollte keine allzu hohen Erwartungen an dieses Werk haben. In Bedtime Stories ist eines nämlich ganz und gar nicht magisch: das Drehbuch. Obwohl die Idee, das knallharte Hotelbusiness mit auflockernden Trips in die Welt der Imagination zu verbinden, gut ist – scheitert der Film letztendlich daran. Selbst in Anbetracht dessen, dass es sich hier in erster Linie um einen Kinderfilm handelt, hat man das Gefühl, als hätte man all dies schon einmal gesehen. Wirkliche Innovationen oder wirklichen, intelligenten Witz (schließlich handelt es sich um eine Komödie), bleiben aus.

Denn gerade die auf witzig getrimmten Szenen sind es, die überhaupt nicht zünden, schon gar nicht in Anbetracht der Erwartungen an einen so großen Namen wie Disney. Die mitunter schlimmsten Szenen beinhalten ein Meerschweinchen namens Bugsy – eine unproportionierte, hässliche CGI-Kreatur mit extrem großen Augen. Das wäre als kurzer Element-Einwurf vielleicht noch erträglich gewesen, doch dieses Tier hat doch einiges an Screentime zugestanden bekommen, und ständig wiederholen sich die (stumpfen) Witze über seine „ach-so-riesigen“ Augen. Jedoch kommt in einigen Szenen auch ein echtes Tier zum Einsatz – und man braucht beileibe kein Tierrechtsaktivist zu sein um zu erkennen, dass man vielleicht doch nicht ganz so tierlieb mit dem Wesen umgegangen ist, wie man es von einem Kinderfilm erwartet.

Ja, der Film hat auch noch andere Szenen – beispielsweise die Traumsequenzen, die gar nicht mal so schlecht inszeniert daherkommen. Wenn sie nicht in einem derart absurden Kontext präsentiert würden – so ergeben sie wenig Sinn, ausser dass sie für optische Abwechslung sorgen. Stichwort Optik: die technischen Aspekte sind allesamt relativ angenehm ausgefallen – aber bei einer Disney-Produktion mit nach oben offenem Budget sollte man eigentlich auch nichts anders erwarten. Die Filmmusik ist traumhaft schön, die Effekte sind nett, die Schnitte wenig hektisch. In dieser Hinsicht wird man den Erwartungen also gerecht – doch keinesfalls auf inhaltlicher Ebene. Einzig der Charakter von Mickey, gespielt von Russell Brand; kann für einige Lacher und aufkommende Sympathie sorgen.

Doch der (negative) Höhepunkt der Kritik ist noch nicht erreicht; und folgt erst jetzt. Als wenn all dies nicht schon genug wäre, bietet der Film letztendlich doch noch eine böse Überraschung – beim Finale. Denn die Botschaft, die dem (kindlichen) Zuschauer hier feilgeboten wird, ist erschreckend amerikanisch, unmoralisch, und einfach falsch. Zu Beginn des Films hat man erfahren, dass Skeeter als Handwerker nicht immer das beste Ansehen genossen hat – wie es in der (harten) Realität eben nun einmal so ist. Doch als er selbst um einige Positionen  aufsteigt, tut er es den „Mobbern“ von damals plötzlich gleich, und behandelt sie entsprechend geringschätzig. Wenn man also seinen Weg an die Spitze geschafft hat, ist es nur recht, sich an den ärmeren und schwächeren zu rächen ? Eine durchaus interessante Aussage für einen Disney-Film. Selbst wenn diese Botschaft nicht derart explizit ausgeführt wird, ist es doch möglich, dass sich Zuschauer diese genau so herauspicken – denn das Angebot ist da.

Fazit: Bedtime Stories ist ein Film der Ärgernisse. Es handelt sich um eine krude Mischung aus Realitäts- und Traumszenen, deren Bedeutung insgesamt absolut abhanden gerät – sofern die Macher überhaupt eine jegliche Intention dabei hatten. Das Potential hinsichtlich der Träume-werden-wahr-Geschichte wurde jedenfalls verschenkt. Gerade hier hätte man – mit weiterer, intensiverer Bezugnahme auf die Kinderdarsteller dieses Films (Jonathan Morgan Heit und Laura Ann Kesling) – viel mehr erreichen können. Eine kindgerechte, traumhaft-witzige Komödie für die ganze Familie nämlich.

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