Filmkritik: „Mutant Chronicles“ (2008)

Filmtitel: Mutant Chronicles
Regisseur:
Simon Hunter
Mit: /
Laufzeit:
111 Minuten
Land:
USA
Genre:
Science Fiction / Action / Horror

Inhalt: Im Jahre 2707 tobt ein großer Weltkrieg – es geht um natürliche Ressourcen, die in dieser Zeit kaum noch vorhanden sind. Als wäre dies nicht bereits tragisch genug, wird durch einen unglücklichen Zufall eine tödliche, außerirdische Kraft wieder erweckt. Die sogenannte Maschine wurde einst und vor vielen Jahrhunderten von der geheimnisvollen Bruderschaft versiegelt, doch nun steigen erneut grässliche Kreaturen aus den Tiefen der Erde empor. Wenn überhaupt, dann können nur Samuel (gespielt von Ron Perlman, unter anderem bekannt aus Hellboy) und seine Anhänger das Böse jetzt noch stoppen – indem sie selbst in die dunklen Tiefen steigen und der Maschine zuvorkommen.

Kritik: Diese relativ kurze Plotzusammenfassung lässt vielleicht bereits auf eines schließen: Ein Film wie Mutant Chronicles ist eigentlich kaum der Rede wert. Es handelt sich hier um einen weiteren der sogenannten B-Movies beziehungsweise Zombiefilme, in denen böse Kreaturen (ob außerirdisch oder nicht) über die Menschheit herfallen; und nur einige Helden sind in der Lage, dem Einhalt zu gebieten. Das Problem: wenige dieser Filme sind wirklich innovativ oder gut gemacht. Im diesem Falle versucht man mithilfe eines Zukunftssettings besagte filmischen Innovationen herbeizuführen – doch das Ergebnis wirkt recht hanebüchen. Denn alles, was diese „Zukunft“ laut Mutant Chronicles zu bieten hat, sind Schlachten; die stark an Szenen aus dem zweiten Weltkrieg erinnern, und dunkle Höhlenpassagen. So musste man sich zumindest nicht noch ganze futuristische Städte erdenken.

Neben der eher lächerlichen politischen Situation dieser Zukunft gibt noch die sogenannte Bruderschaft, hauptsächlich verkörpert von Samuel. Diese Institution ist wohl am ehesten mit der heutigen Kirche gleichzusetzen – nur agiert sie etwas mysteriöser und schemenhafter. Doch all diese zusätzlichen Aspekte haben eigentlich kaum etwas mit der eigentlichen Geschichte zu tun, beziehungsweise werten sie nicht auf. Denn der (sehr simpel gehaltene) Basisplot befasst sich nun einmal hauptsächlich mit dem Kampf zwischen Menschen und Ausserirdischen, wobei das Porträt dieser Wesen ebenfalls nicht sonderlich stimmig erscheint: außerirdische Bauwerke erinnern eher an hoffnungslose Stahlkonstruktionen aus dem Mittelalter. Weiterhin finden sich zahlreiche Szenen und Einstellungen, die einem irgendwie bekannt vorkommen – kein Wunder, bedient sich Mutant Chronicles doch reichlich an gängigen Genre-Klischees, und kupfert einstweilen sogar bei anderen, erfolgreicheren Vertretern ab.

Die Story bleibt absolut fade – als Zuschauer wartet man eigentlich nur darauf, dass die Protagonisten endlich in den Abgrund steigen mögen – denn da befindet sich der Feind, das Ziel. Doch auch hier bietet sich kein neues Bild, wie bereits an der Oberfläche streunen hier nur ein paar gelangweilte Zombies umher; wobei diese stets die gleiche Art von Bewegungen ausführen um ihre Gegner zu erledigen. Die Heldentruppe der Menschen wird langsam aber sicher dezimiert, sodass alles auf ein großes Finale hinausläuft, in dem ein einzelner als wahrer Held hervorsticht; ob dieses Porträt nun nachvollziehbar erscheint, ist eine andere Sache. Ebenfalls negativ zu bewerten ist das Fehlen jeglicher Hintergrundgeschichten – wie in vielen Hollywoodfilmen wird rein gar nichts hinterfragt erklärt. Stattdessen wird mit filmischen Prämissen um sich geworfen: es gibt also eine Art von Zombies die sich auf der Erde bewegen, und sie haben irgendein Ziel. Woher kommen sie, was ist das besagte Ziel ? Danach gilt es nicht, zu fragen. Denn offenbar haben sich die Macher und Drehbuchschreiber keinen Deut dafür interessiert, was genau sie da eigentlich erschaffen. Eine glaubhafte, stimmige, in sich geschlossene Welt ist es jedenfalls nicht geworden. Das Drehbuch zu Mutant Chronicles – so wie es ist – hätte ein jeder x-belieber Hobbyfilmfreund schreiben können. Ein anspruchsloser noch dazu.

Der technische Part des Films offeriert leider ebenfalls keine Offenbarung: die Explosionen, die Feuer- und Raucheffekte wirken absolut billig und laienhaft inszeniert (selbst für B-Movie-Verhältnisse); doch scheinbar hat dies niemanden davon abgehalten, diese gleich des öfteren einzusetzen. Der Soundtrack kommt geradezu übertrieben theatralisch daher – in einer Szene im Halbdunkel liegt beispielsweies ein sterbender Mann in den Armen eines anderen; und plötzlich setzen stark amerikanisch-patriotische Klänge ein. Die Folge: eher unfreiwillige Lacher als ein emotional bewegtes Publikum. Die Schnitte fallen hektisch aus, und auch sonst hat der Film wenig positives zu bieten. Bei den Darstellern jedoch fällt auf, dass man es tatsächlich geschafft hat, Schauspieler mit Rang und Namen für diese billig-Produktion ins Boot zu holen – warum auch immer. Ron Perlman, Benno Fürmann (hüst), John Malkovich oder Devon Aoki (Sin City) – man stellt sich die Frage, warum sich gerade ein John Malkovich hat überreden lassen, in solch einem Streifen mitzuspielen, wenn auch nur in einigen Nebenszenen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er von der Filmidee angetan war.

Fazit: Einer der schlechtesten Filme auf dem Action-SciFi-Markt, der sich von der Qualität her ganz wohl neben einem Krieg Der Welten 2 (Review) fühlen wird.

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