Filmkritik: „X-Men Origins: Wolverine“ (2009)

Filmtitel: X-Men Origins: Wolverine
Regisseur:
Gavin Hood
Mit:
Hugh Jackman
Laufzeit:
107 Minuten
Land:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Der Mutant James Logan (Hugh Jackman) entdeckt bereits als kleiner Junge (Troye Sivan) seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten, die ihn von fast allen anderen Menschen dieser Erde merklich abheben. Zusammen mit seinem Halbbruder Victor (Liev Schreiber) muss er eines Tages plötzlich von Zuhause fliehen – und seit diesem Tag sind die beiden unzertrennlich. So kämpften sie bereits gemeinsam in der ein oder anderen Schlacht; und waren sogar bei beiden Weltkriegen dabei. Viele Jahre später werden die beiden erneut von der Regierung eingespannt – ein gewisser William Stryker (Danny Huston) ist es nun, der alle Mutanten um sich sammelt. Doch seine wahren Ziele bleiben schleierhaft… Logan kehrt der Gruppe relativ bald den Rücken zu. Doch bald darauf wird er erneut von Stryker aufgesucht – zu Logan’s Entsetzen hat Stryker offenbar seinen Bruder Victor mit eingespannt. Ein gnadenloser Kampf zwischen Gut und Böse entbrennt, doch die Fronten scheinen nicht immer vollständig geklärt...

Kritik: Bei einem Film wie X-Men Origins: Wolverine weiss man eigentlich, worauf man sich als Zuschauer einlässt. Bei dieser Verfilmung einer Geschichte um eine Figur aus dem bekannten Marvel-Universum wird man also kaum mit großartigen Überraschungen konfrontiert. Es handelt sich um seichtes Hollywood-Kino mit einer großen Portion Action, bei dem man schon ein gewisses Interesse für das Marvel- beziehungsweise X-Men Universum mitbringen sollte. Schließlich ist die Grundzutat des Films eine gewöhnungsbedürftige: Mutanten mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten kämpfen gegen andere, böse Mutanten oder leicht verrückte Wissenschaftler – und retten im glücklichsten Fall gleich die ganze Welt. Diese simple Voraussetzung wird leider auch nicht mit entsprechenden Faktoren, wie einem ausgefeilten Drehbuch, aufgewertet. Bis auf die Action erwartet den Zuschauer hier also absolute Durchschnittskost, die kaum von anderen Actionfilmen mit aussergewöhnlichen „Helden“ zu unterscheiden ist.

Wer annimmt, dass auch Superhelden oder Mutanten eine menschliche Seite haben, der wird sich auf Klassiker wie Batman oder Superman beziehen – doch im X-Men Universum beschränken sich die Charakterporträts nur auf das absolut notwendigste. Das heisst: bekämpfe deinen Feind, und riskiere dafür alles. Diese charakterliche Oberflächlichkeit wird in Hollywood nur allzu gerne mit einer vermeintlich bedeutsamen Liebesgeschichte versehen – Wolverine’s ist wohl ein weiteres Beispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte. Zu aufgesetzt wirken die Situationen, zu unklar die dahinterstehenden Motivation der Charaktere. So bleibt beispielsweise völlig unklar, wieso genau Wolverine’s Bruder Victor die Seiten wechselt, und seinen ehemals so geliebten Bruder gar zu seinem Erzfeind erklärt. Man könnte sich als Zuschauer leicht im Stich gelassen fühlen – aber es ist klar, bei diesem Film darf man nichts hinterfragen, sondern muss die allzu oberflächlichen Tatsachen als solche hinnehmen.

Der technische Part dagegen bietet schon mehr Innovation und Eindringlichkeit: die Kampfszenen sind spektakulär und spannend inszeniert; einzelne Szenen avancieren gar zu echten Highlights in Bezug auf das Action-Genre. Die Hubschrauberszenen, oder der Kampf auf dem Reaktor werden ob ihrer Einzigartigkeit und sicheren Inszenierung zumindest im Gedächtnis bleiben. Special Effects gibt es natürlich reichlich, doch lassen sie den Film nicht zusätzlich artifiziell erscheinen. Der Soundtrack ist solide, die Darsteller kaum zu kritisieren: es sind gute Leistungen, die hier von allen Beteiligten abgeliefert werden. Besonders Liev Schreiber überzeugt als hin- und hergerissener Bruder, und Hugh Jackman macht als Wolverine eine gute Figur – es ist diese spezielle „Wildheit“ und das Leben, welches er der Figur einzuhauchen vermag.

Fazit: Es bleibt also ein doch recht gravierender Kritikpunkt: die Tatsache, dass es sich um merklich schlichtes, buntes Hollywoodkino erster Güteklasse handelt. Die Handlung bleibt auf der Strecke – dafür ist es schön laut und effektüberladen. Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass auch ein Film wie X-Men Origins: Wolverine auf einer Comicbuchvorlage basiert, doch in letzter Zeit enttäuschen solche Portierungen zunehmend. Als Vergleich könnte man die Fantastic Four-Reihe zu Rate ziehen, die sich charaktertechnisch und inhaltlich ganz ähnlich gestaltet. Irgendwie geht es immer um das Gleiche, oder aber alles ist so oder in ähnlicher Form schon einmal dagewesen. X-Men Origins: Wolverine bildet hier beileibe keine Ausnahme. Selbst der Höhepunkt des Films, die Kombination aller Fähigkeiten der Mutanten – wirkt letztendlich relativ unspektakulär und ausgelutscht. Aber wer Filme wie Transformers oder Fantastic Four – Rise Of The Silver Surfer mochte, der wird auch diesen Film hier mögen.

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