Filmkritik: „The Prestige – Meister Der Magie“ (2006)

Filmtitel: The Prestige – Meister Der Magie
Regisseur:
Christopher Nolan
Mit: /
Laufzeit:
130 Minuten
Land:
USA / UK
Genre:
Drama / Thriller

Inhalt: Die mehr oder weniger erfolgreichen Zauberkünstler Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) sind seit jeher erbitterte Konkurrenten. Denn eines Tages, als die beiden noch unter der Leitung von anderen Zauberkünstlern zusammengearbeitet haben, geschah ein Unglück – bei einem Trick in einem riesigen Wassergefäß verstarb Robert’s Geliebte, und Alfred wird nach wie vor die Schuld dafür gegeben. Seitdem versuchen sie ständig, sich gegeneinander auszustechen und sind dabei stets auf der Suche nach dem einen großen Trick; das Kunststück welches sie unsterblich machen würde. Ein spezieller Trick mit der Bezeichnung Der Transportierte Mann entpuppt sich schließlich als der besagte Weg zum unendlichen Ruhm, und dient gleichzeitig als hauptsächlicher Streitpunkt der beiden. Letztendlich werden zwar beide diesen Trick ausführen – nur macht das jeder auf seine ganz eigene Art und Weise…

Kritik: Im Grunde genommen erscheint der Film auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig – zwei Magier, die irgendwann gegen Ende des 18.ten Jahrhunderts mit ihren Zaubertricks um die Gunst der Zuschauer buhlen ? Doch spätestens wenn man nach 2 unterhaltsamen Stunden den Abspann erreicht hat, wird einem klar, dass man es hier durchaus mit einem kleinen Meisterwerk zu tun hat. Ein magisches noch dazu – wobei diese Magie auf zwei Ebenen stattfindet, nämlich zum einen auf der Bühne – und zum anderen  zwischen den Zeilen, das heisst im zwischenmenschlichen. Dieses ausgefeilte Verwirrspiel der menschlichen Beziehungen fasziniert – wer ist hier mit wem verbandelt, wer arbeitet für wen, welche Gefühle sind echt und welche nicht ? Auffallend ist, dass der Film zwar relativ viele Fragen im weiteren Verlauf gleich wieder aufschlüsselt – doch dies schadet der filmischen Tiefe und Spannung keinesfalls. Weiterhin lässt diese Tatsache automatisch darauf schließen, dass sich die Macher zu jedem einzelnen Charakter Gedanken gemacht haben, und nicht mit merkwürdigen filmischen Prämissen aufwarten. Alles, beziehungsweise vieles wird erklärt – als einer der interessantesten und vielschichtigsten Charakter wartet hierbei sicherlich Cutter (großartig gespielt von Michael Caine) auf.

Doch es sind nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, auf die in diesem Film großen Wert gelegt wird. In erster Linie geht es natürlich um Magie; dass heisst die Fähigkeit, Menschen aus ihrem möglicherweise (zu) tristen Alltag herauszuholen und zu entführen; hinein in die Welt des Unfassbaren. Tatsächlich schafft es kaum ein anderer Film, eine so genaue und stimmige Interpretation des Begriffes Magie abzuliefern. Denn einerseits befindet man sich als Zuschauer in der Rolle des Publikums im Film – und erwartet wie diese eine faszinierende Show; die man auch geboten bekommt. Andererseits aber ist man geladen, immer auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist sicherlich der Trick Der Transportierte Mann, den beide Protagonisten ausführen. Beide haben dafür ihre ganz eigene Technik, und dem Zuschauer stellt sich die Frage, welche Illusion nun wirkungsvoller und / oder im moralischen Kontext vertretbarer erscheint. Der Film wird trotz seiner relativ langen Spieldauer niemals langweilig, und die finale Auflösung der Methoden hinter dem Trick ist gleichzeitig schockierend und faszinierend. Der rote Faden wird kontinuierlich gesponnen – und zwischendurch bietet sich genügend Abwechslung, beispielsweise bei einem Ausflug zu einem besonderen Wissenschaftler.

Der technische Part gestaltet sich stilecht-authentisch, es sind hauptsächlich die sehr guten und sympathischen Darsteller, die nicht nur mit ihrem Rang und Namen zu glänzen wissen, sondern eben auch mit ihrem Können. Christian Bale, Hugh Jackman und Altmeister Michael Caine bilden das magische (Haupt-)Trio des Films, alle liefern beeindruckende und nachhaltig wirkende Leistungen ab. Es wäre vielleicht ein wenig unfair, sich einen einzelnen herauszupicken und ihn zu loben – denn die Darstellerriege macht als Ganzes einen ausserordentlich guten Job. Dies stärkt die enorm hypnotische und atmosphärische Grundstimmung des Films; und macht Lust auf die Entschlüsselung aller gebotenen Mysterien. Der Soundtrack ist passend gewählt, und klingt mystisch-dramatisch. Die gesamte Kameraarbeit und insbesondere die Gestaltung der Schauplätze fällt insgesamt überaus positiv aus, es wurde sich offensichtlich in allen Belangen reichlich Mühe gegeben.

Fazit: The Prestige ist mit Sicherheit ein überdurchschnittlich gutes Werk der Filmgeschichte, welches von der Thematik und Machart her einzigartig ist. Weiterhin ist es ein Werk der stimmig porträtierten Gegensätze: Loyalität kommt nicht ohne Rivalität aus, Feindschaft nicht ohne Freundschaft, Liebe nicht ohne Hass, Bescheidenheit nicht ohne Fanatismus. Eine wahrlich großartige Geschichte, ein tolles Drehbuch, eine gnadenlos gute Umsetzung. Der Film wird im Gedächtnis bleiben – ebenso wie die Fragen und Botschaften, die er aufwirft. Hinzu kommt der rundum gelungene technische Part, der keinerlei Kritik zulässt. Einer der besseren Filme der letzten Jahre !


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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „The Prestige – Meister Der Magie“ (2006)

  1. Schade, ich war auf der Suche nach „Duell der Magier“ (zu dem ich auch genötigt wurde), den wollte ich mal schnell kommentieren. ^^ Der war ja soooooooooooooooo schlecht. Schau ihn dir nicht an, da ist Prestige sooooooooooooooooooo viel besser und daran ändert Nicolas Cage auch nichts. xD Duell der Magier: -2/10 xD (vor allem der erwachsene Hauptdarsteller ist sowas von scheiße nervig, oft stimmt es…aus Kindern werden Idioten 🙂 )

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