Filmkritik: „Hell Ride“ (2009)

Filmtitel: Hell Ride
Regisseur:
Larry Bishop
Mit: /
Laufzeit:
84 Minuten
Land:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Knatternde Bikes, die von toughen Typen durch die Wüste gejagt werden – das ist die Welt von Pistolero (Larry Bishop) und seinen raubeinigen Biker-Kollegen. Halt machen gilt nicht – höchstens, um zu tanken und sich mit Frauen und Bier zu versorgen. Denn sie alle leben nach einem gemeinsamen Motto, welches durch die 3 B’s beschrieben wird – Bikes, Bier und Bräute. Ebenfalls einen hohen Stellenwert genießt das Wort Loyalität, denn eines Tages flammt eine schon ewig andauernder Fehde mit dem Deuce (David Carradine) und seiner 666’ers-Gang abermals auf. Der zweite Mitspieler der Bande ist der grimmige Billy Wings (Vinnie Jones) – auch er war in ein damaliges, grausames Verbrechen involviert. Commanche (Eric Balfour) dagegen ist der Jungspund der Gruppe unter der Leitung von Pistolero, auf den anscheinend noch die ein oder andere grausame Wahrheit wartet. Zwei Gruppen, mehrere Mitglieder – und alle haben sie etwas mit dem schicksalhaften Jahr 1976 zu tun. Aber was genau…

Kritik: Hell Ride wurde von Altmeister Quentin Tarantino produziert; und obwohl er selbst diesmal nicht Regie führte, wirkt sein typisch dreckiger Stil enorm auf die Produktion ein. Das heisst: der Film ist im Grunde ein Porträt rauer Kerle, die auf den ersten Blick knallharte Machos sind – aber auf den zweiten (Tarantino-)Blick vielleicht noch die ein oder andere interessante Hintergrundgeschichte haben. So entstehen mitunter auch die typisch-verruchten Tarantino-Szenen: Protagonisten bewegen sich in leichter Zeitlupe vor einem mexikanisch angehauchten Hintergrund – sowohl optisch als auch musikalisch. Oder man nimmt die kurzen Szenenbilder, mit welchen die wichtigsten Charaktere des Films vorgestellt werden – all das sieht einfach nur nett aus und ist stimmig inszeniert. Endlich einmal wieder sind es die Charaktere, die den Film mit Leben füllen – sie sind markant, interessant; die Schauspieler motiviert.

Neben den Charakteren und deren gut gespielten Parts gibt es in handwerklicher Hinsicht beinahe nichts auszusetzen. Gut, eventuell wäre noch mehr drin gewesen, betrachtet man die Darsteller – teilweise wirkten sie leicht unterfordert. Aber besonders Larry Bishop, der gleichzeitig Regisseur des Films ist, überzeugt auf ganzer Linie – nicht zuletzt aufgrund seines kernigen Aussehens und seinem teilweise irren Blick. Man nimmt ihm die Rolle als Oberhaupt der Biker-Bande durchaus ab. Und; gleichzeitig hat er eine der bedeutenderen Rollen im Film, da sein Charakter ein bestimmtes Vermächtnis bewahrt. Optik, Schnitt und Szenenwahl sind staubig-stilecht und bewegen sich auf einem konstant hohen Niveau. Fast – denn bei einer Szene zur Mitte des Films, die einen Drogentrip eines Charakters zeigt, hat man es vielleicht ein klein wenig übertrieben hinsichtlich der verwendeten Stilmittel.

Tatsächlich offenbaren sich in Bezug auf die Story und Umsetzung derselben die ersten wirklichen Schwächen von Hell Ride: denn irgendwie wirkt die ganze Geschichte etwas motivationslos inszeniert; insgesamt wenig interessant – und wird eigentlich nur durch die stilechte Aufmachung über den Berg gerettet. Es gibt wenig Ideen, die den Film von anderen, x-beliebigen Roadmovies abheben – bis auf die Tatsache, dass die Charaktere besondere Hintergrundgeschichten haben und durch ihre Handlungen den kaum vorhanden Plot des Fils vorantreiben. Aufgrund dessen bleiben auch besondere Wendungen oder Twists aus – dass der ein oder andere dann mal die Seiten wechselt, ist nun wirklich nicht genug im Sinne einer ausgefeilten Dramaturgie. Vergleichsweise hoch ist dagegen der Anteil von Gewalt und Sex(Orgien) – manchmal scheint es sogar, als reduziere sich der Film ausschließlich auf diese beiden Faktoren. Das ist schade, da Rollen wie die des „verlorenen Sohnes“ grundsätzlich interessant sind und mehr Screentime verdient hätten – so aber bekommt man nur das Porträt eines relativ brutalen Racheaktes zu sehen.

Fazit: Hell Ride ist ein Film für Fans. Für Fans von Quentin Tarantino, von staubigen Wüsten und Motorrädern. In dieser Hinsicht ist der Film durchaus annehmbar; doch vermag er es nicht, über Genre-Grenzen hinaus zu gehen und einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Ein Ansehen lohnt sich nur bedingt.

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