Filmkritik: „Troll 2“ (1990)

Filmtitel: Troll 2
Regie: 
Claudio Fragasso
Mit: /
Laufzeit:
95 Minuten
Land:
Italien
Genre: 
Horror

Inhalt: Irgendwo in den weniger dicht besiedelten Gebieten der USA liegt ein kleines Städtchen mit dem Namen nilboG… die Einwohner sind jedoch keine Menschen, sondern als solche getarnte Trolle, beziehungsweise Goblins ! So begibt sich eine Familie tragischerweise auf die Reise, um im besagten Ort Urlaub zu machen – der Sohn der Familie, Joshua (Michael Stephenson) stellt als erstes fest, dass es die Goblins auf ihn und seine Familie abgesehen haben. Doch niemand glaubt ihm – ausser sein verstorbener Großvater, der ihm hier und da erscheint und ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Das schlimme: die Goblins sind zwar Vegetarier, doch der Weg ihres Gemüseanbaus ist ein spezieller: Menschen werden mithilfe einer glibbrigen Flüssigkeit in essbare Pflanzen verwandelt ! Da nur Joshua die drohende Gefahr für ihn, seine Familie und weitere Charaktere abwenden kann, liegt die Macht über den Aufstieg oder Niedergang des bösen Goblinvolkes in seiner Hand…

Kritik: Im Falle von Troll 2 handelt es sich um einen absoluten Ausnahmefilm. Wer den Film kennt, wird bereits wissen was gemeint ist, und wer nicht – der wird zumindest bei der Plotbeschreibung schon etwas gestutzt haben. Troll 2 ist in jedem Fall einer der trashigsten Filme aller Zeiten, und vielleicht sogar einer der schlechtesten. Doch gleichzeitig ist er auch einer der besten der schlechtesten Filme aller Zeiten – was offensichtlich an der lockeren Machart, den abstrusen Ideen und der unglaubwürdigen Inszenierung liegt. Das interessante: die Macher wollten mit Troll 2 offenbar tatsächlich einen ernsten Horrorfilm drehen ! Doch sie sagten es im Nachhinein selbst, dass das Ergebnis ein wenig von den ursprünglichen Plänen abgewichen ist… diese Selbstironie, gepaart mit der wahrlich einzigartigen Absurdität des Films macht ihn – trotz allem – zu einem sehenswerten Werk. Sehenswert nicht in Bezug auf die filmische Qualität, aber auf den überdurchschnittlich hohen (und meist unfreiwilligen) Unterhaltungswert.

Sicherlich hat der Film – und das ist offensichtlich – unglaublich viele Schwächen, auch neben der höchst merkwüridgen Inszenierung der Story. So scheinen zum Beispiel die Darsteller nicht wirklich eben solche zu sein, ihr Spiel wirkt schlicht gnadenlos überzogen und unfreiwillig komisch (die Mutter der Familie mit ihrem entsetzten Blick). Auch die in Horrorfilmen sonst so wichtige Musik klingt einfach nur billig; genauso wie die Soundeffekte. Die Optik lässt auf ein recht niedriges Budget schließen, die Schnitte fallen stark übertrieben aus und führen ebenfalls zum ein oder anderen unfreiwilligen Lacher. Richtig böse wird es dann bei den Dialogen und den Kostümen: selbige beschreiben die wahrhaft billigsten und hässlichsten, die ich je in einem Film sah. Eine wirkliche Daseinsberechtigung haben auch die restlichen Teilaspekte nicht, aber gerade die Gesamtkomposition wird bei einem Großteil der Zuschauer allerhöchstens ein dauerhaftes Kopfschütteln auslösen.

Fazit: Man sollte sich in diesem Fall kurz fassen, und auf ein weiteres, absolut mieses Sequel zu einem Prestigetitel verweisen: Krieg Der Welten 2. Weil Troll 2 aber einen (unfreiwilligen) Spaßfaktor an den Tag legt und vor aberwitzigen Ideen nur so strotzt, gibt es aufgrund des vergleichsweise deutlich angestiegenen Unterhaltungsfaktors eine höhere Wertung. Zum Abschluss noch die besten Szenen in einer Übersicht:

    • Der Großvater sagt Joshua, er solle seine Eltern vor einer Verwandlung bewahren – woraufhin die Zeit für 30 Sekunden stillsteht und die vergifteten Speisen auf merkwürdige Art vernichtet werden…
    • Einer von den Burschen die hinter der Familie hinterherfahren trifft auf einen listigen Goblin, der sich als bildhübsche Dame ausgibt. Ein Maiskolben sorgt daraufhin für ein entsprechendes Maß an Situationskomik…
    • Die entsetzten Blicke von der Mutter der Familie, wenn Gefahr droht…
    • Die Pflanzenszene mit dem epischen Kultausruf oh-my-goooooooooooood…
    • Der Endkampf mit Joshua, dem Goblinoberhaupt und der Geheimwaffe des Großvaters

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3 Gedanken zu “Filmkritik: „Troll 2“ (1990)

  1. Hm wohl doch nicht…einmal zwischen drin löschen bitte. Wollte nur mitteilen, dass der Film in den USA bereits den Weg auf Blu-Ray gefunden hat.^^
    Achja und dieser Fake-Trailer macht den Film glatt schon wieder wertvoller. lol

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  2. JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! DER Film wenn man betrunken ist und auf schlecht gemachte und gerade deshalb unterhaltsame Filme steht. ICH MUSS ES TUN….ICH MUSS ES TUN….OH MY GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOD! ^^

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