Filmkritik: „Terminator Die Erlösung“ (2009)


Originaltitel: Terminator Salvation
Regisseur: Joseph McGinty Nichol
Mit:
Christian Bale
Laufzeit:
115 Minuten
Land:
USA / Deutschland / UK
Genre:
Science Fiction / Action

Inhalt: In der nahen Zukunft: der Supercomputer Skynet ist am Höhepunkt seiner Macht. Die merklich ausgedünnte Widerstandsbewegung gibt immer noch ihr Bestes um den vollständigen Untergang der menschlichen Spezies aufzuhalten – was in diesen Zeiten kein leicht zu erreichendes Ziel ist. Erneut muss John Connor (diesmal gespielt von Christian Bale) in die ein oder andere Bresche springen – doch der mysteriöse Marcus Wright (Sam Worthington) scheint ebenfalls eine große Bedeutung für den weiteren Schlachtverlauf zu besitzen. Er ist halb Mensch, halb Maschine – und sich seiner Zugehörigkeit offenbar noch nicht wirklich bewusst. Doch es bleibt kaum Zeit, etwaige Beziehungen näher auszuloten – denn der Widerstand plant einen entscheidenden Schlag gegen das Skynet-Hauptquartier. In diesem wird nämlich John Connor’s Vater festgehalten…

Kritik: Wenn man die bisherige Trilogie schon auf zwei Stichworte reduzieren müsste, dann wären das vielleicht: Skynet und Arnold Schwarzenegger. Doch wir alle wissen, dass das beileibe nicht reicht, da besonders der zweite Teil einen enormen Kultstatus genießt. Es ist „was dran“ am Terminator-Uiversum – etwas einzigartiges, interessantes, vielschichtiges. Doch wer schon der Meinung war, dass Teil 3 ein wenig schwächelte, der wird über Terminator: Die Erlösung nicht einmal mehr Schmunzeln können. Was zuerst auffällt, ist natürlich; dass der Cast ein rundum erneuerter ist – und auch vom allgemeinen Look und der Stimmung her wird Terminatoren-technisches Neuland betreten. Das Neuerungen auf der Höhe der Zeit aber meist nichts gutes bedeuten, gibt allerdings zu bedenken…

Denn es bleibt nicht nur dabei. Wenn wir an die Stimmung der Terminator-Reihe denken, dann denken wir unweigerlich auch an die (dubiosen, aber stimmig inszenierten) Zeitreisen, die die Protagonisten unternommen haben – um den Widerstandkämpfer Nr. 1 (John Connor) auszuschalten beziehungsweise zu beschützen. Der neueste Film allerdings kommt ohne Zeitsprünge als Storyaufhänger aus, oder besser: er versucht es – und wartet stattdessen mit einigen irritierenden Prämissen auf. So ist der erwachsene John Connor bei der Widerstandgruppe tätig, doch sein Vater (der eigentlich von den Maschinen getötet wurde) lebt ebenfalls noch, und ist sogar jünger als sein Sohn. Wer bereits die Zeitverschiebungsaspekte aus den ersten Teilen nicht mochte, wird nun endgültig verzweifeln. Zumal erschwerend hinzukommt, dass diverse neue Fakten nicht erklärt werden; beziehungsweise sich eben nicht in ein sonst stimmiges Gesamtbild einpflegen. Denn ein solches sucht man bei Terminator: Die Erlösung vergeblich.

Gute Darsteller, mieses Sequel...

Der einzige interessante Aspekt ist der Charakter von Marcus Wright – oder sollte ich lieber sagen, er hätte es sein können ? Denn seine grundsätzlich interessante Geschichte entpuppt sich alsbald als echtes Mogelpaket, die Fronten sind (zu) schnell geklärt. Überraschungen, Twists oder eine allgemeine Faszination, wie sie von beinahe jedem Charakter der ersten Trilogie ausging, bleiben nun komplett aus. Seien wir ehrlich: der neue Terminator ist eine dreiste Hollywood-Produktion, die auf der Welle der Franchise-ausschlachtenden Machwerke ohne Sinn und Verstand mitsurft. Und warum tut er das ? Weil sich dennoch, oder gerade deshalb (in Hinblick auf bestimmte unkritische Zielgruppen) genügend Geld damit machen lässt. Alte Namen und Geschichten werden ansatzweise benutzt, um größtenteils durch neue Einflüsse ersetzt zu werden – sodass ein jeglicher Charme der Originalfilme ein für allemal abhanden kommt.

Besonders deutlich ist dies am Beispiel von John Connor festzumachen. Im Grunde spielt sein Schicksal gar keine Rolle mehr, da jegliche Illusionen die in den vorangegangenen Teilen entstehen konnten, in Stücke gerissen werden. Das ist hauptsächlich auf das perfide Drehbuch zurückzuführen – automatisch sorgt es dafür, dass ein sonst guter Darsteller wie Christian Bale niemals die Chance erhält, sein Potential voll auszuspielen. Stattdessen gibt es eine Menge Haudrauf-Action und einige Aspekte, die einem vielleicht sogar (schmerzlich) bekannt vorkommen könnten. Da wären zum Beispiel die merkwürdigen Roboter, die ein wenig an die Transformers-Filme erinnern. Da wäre das mehr als merkwürdige Skynet-Hauptquartier, dass trotz der heutigen technischen Möglichkeiten einfach nur lachhaft aussieht und ähnliche KI-Zentralen in anderen Filmen wie Kunstwerke aussehen lässt – Stichwort Matrix. Doch vielleicht hat der Film zumindest andere technische Qualitäten, wenn es schon mit dem Inhalt und der Präsentation hapert ?

Nun, das letzte Sakrileg wäre wohl gewesen, eine neue Titelmelodie zu verwenden. Dies ist nicht der Fall, sodass auch Fans der Reihe die ihnen bekannten Gänsehaut-Melodien zu Ohren bekommen. Das ist gut – aber andererseits auch schlecht, da eine neue Filmmusik vielleicht sogar passender gewesen wäre (denn: mieses Seuquel = neue, ebenso miese Titelmelodie ?). Die optische Gestaltung des Films kann ebenfalls nicht für Lichtblicke sorgen, und das im wahrste Sinne des Wortes. Es werden unzählige Filter und Effekte genutzt – stellenweise hat man das Gefühl, als würde das Bild nur noch aus Grautönen bestehen. Das wäre in Ordnung, wenn es sich um einzelne Szenen handeln würde – doch für die gesamte Spieldauer ist dies der falsche Weg. Die Kameraführung wirkt etwas wackelig; die Szenerie generell wenig spektakulär. Einzig und allein einzelne apokalyptische Stillleben können so etwas wie einen Anflug von Charme versprühen.

Fazit: Alles, was jetzt noch kommt (es soll ja eine neue Trilogie werden), wird vermutlich nicht besser werden wenn man schon mit dem Auftakt derart kläglich scheitert. Etwas interessantes hat die Terminator-Reihe aber dann wohl doch, wenn man alle bisherigen 4 Teile dazu zählt: sie birgt einen der besten Filme aller Zeiten (Teil 2), und gleichzeitig einen der schlechtesten

Advertisements

2 Gedanken zu “Filmkritik: „Terminator Die Erlösung“ (2009)

  1. PS: Während man T4 einfach nur vergessen kann stößt mir persönlich Terminator 3 mehr auf, wie kann man nur das Sakrileg begehen und einen weiblichen Terminatrix einführen? No…fucking…way. ^^ Aber manche Typen würden sogar ne Blechdose rammeln.

    Gefällt mir

  2. Ich fand ihn auch nicht besonders gut „damals“ und heute interessiert er mich schlicht und ergreifend einfach nicht.^^ Ich würde mit dem Film nicht so hart ins Gericht gehen (im Hinblick auf deine 2.0/10 Bewertung). Der Film hat Ansätze und ist auch im Endprodukt durchaus (popcornkinotechnisch) vertretbar, allerdings muss man dafür die vorangegangen Filme komplett ausblenden. Dadurch dass der Film sich marginal am Terminator-Grundgerüst orientiert unter der Verwendung des Titelthemas (kompletter Fehlgriff, emotional verbindet man die Musik mit den Vorgängern) und dem lächerlichen Kurz-Auftritt eines gar nicht vorhandenen Schwarzeneggers (man nehme den Körper eines Bodybuilders und drapiere einen animierten Arnie-Kopf auf selbigem), verkommt das ganze zu einer grotesken Reminiszenz bei der sich die Macher selbst eingestehen müssen oder müssten, dass sie den Originalen nicht mal im Ansatz das Wasser reichen können – was sie sich insgeheim sowieso eingestehen, wenn sie auf alte Motive zurückgreifen müssen. So ist das letzten endes wie mit dem Fake-Arnie, nichts halbes und nichts ganzes. Ein anderes Drehbuch wäre besser gewesen. Und bei so einem Regisseur (McG … bei diesem „wohlklingenden“ Namen (?) und seiner „spektakulären“ Reputation, ich sage nur das „Meisterwerk“ „Drei Engel für Charlie“)…was konnte man da anderes auch erwarten?^^ Einer der wenigen Lichtblicke: Sam Worthington.

    FAZIT: Meine persönliche Bewertung aus dem Bauch: 4 (Teil 4^^) /10 ohne die Motivation der Macher (Money) dahinter mitzubewerten…unter dieser Berücksichtigung würde ich gar keine Punkte vergeben…für Hollywood-Filme sowieso nicht. Man wollte sich nicht komplett von den „alten Filmen“ ablösen, das verleiht dem ganzen den Schein einer billigen witzlosen (Fake-Arnie) Kopie. Prädikat: überflüssig.

    Gefällt mir

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s