Metal-CD-Review: KNIGHTS OF ROUND – The Book Of Awakening (2010)

Land: Japan – Genre: Melodic Power Metal

1. In A Dream (Overture)
2. Time To Go
3. Fairy Song
4. Soldier Of Sadness
5. The Stage
6. Reborn
7. The Promised Land
8. Phoenix Rising
9. Follow Me
10. In Silence
11. The Truth (Grand Finale)

Was zum… ist denn hier passiert ? Während ich bereits das Vorgängeralbum der Band, das 2007 erschienene Eternity gehört habe; scheint nun entweder der Leadsänger gewechselt worden zu sein – oder der alte hat sich irgendeiner Art mysteriöser Kur unterzogen. Schade also, dass so wenige (deutsch- oder englischsprachige) Informationen zur Band zu finden sind – und auch von der Existenz dieses Albums zu erfahren, war nicht ganz leicht. Wieder einmal heisst es wohl: Youtube sei dank. Gerade in Bezug auf internationalen PowerMetal, von dem man sonst nichts gehört hätte, ist diese Aussage klar zu bestätigen.

Ja, besagter Leadsänger klingt im Gegensatz zum ersten Album nun wesentlich markanter und kraftvoller; die Stimme würde ich klar als einzigartig bezeichnen. Es fällt mir etwas schwer, sie adäquat zu beschreiben – doch vielleicht kennt jemand ja noch einen gewissen Cee-Lo (ehemals Goodie Mob, jetzt Gnarls Barkley). Ungefähr so; bloss im Power Metal-Gewand muss man sich das neue Werk der Band wohl gesangstechnisch vorstellen. Und auch in Hinsicht auf die Instrumentalisierung hat sich einiges getan. Definitiv – die Klänge, die den Hörer beim ersten Track nach dem Intro – Time To Go – erwarten, sind erst einmal ungewöhnlich, vielleicht sogar gewöhnungsbedürftig. Doch nach ein paar Durchgängen (bei mir war es bereits der zweite) geht die Wirkung voll auf.

Das besondere: die Band kommt aus Japan, was dem ganzen einen zusätzlichen Unique-Touch verleiht. Nicht nur in Bezug auf die Aussprache, sondern auch auf die Melodien und Samples – so hört man hier im Refrain das markante Donnern, wie es sonst nur in Filmmusiken vorkommt. Mehr davon, bitte ! Ich verstehe einfach nicht, warum nicht auch europäische Power Metal-Bands auf derartig epische Instrumentalisierungen setzen – gut, an einen Luca Turilli (mit Prophet Of The Last Eclipse) reicht das Ganze natürlich nicht heran, aber…

Etwas schade ist, dass der instrumentelle Part ein klein wenig zu leise daherkommt, diesen Eindruck kann aber auch nur ich haben – speziell in Bezug auf die Refrains. Der Hauptfokus liegt auf der Stimme – aber glücklicherweise ist die ja auch eine kleine Offenbarung. So rettet mich das „Buch des Erwachens“ durch den sonst frostigen PowerMetal-Winter – das steht schon einmal fest. Und irgendwie scheint es vom Gesamt-musikalischen Eindruck auch zu dieser Jahreszeit zu passen – ein weiterer, eher subjektiver Eindruck, mag sein.

Doch wenn der Fairy Song einsetzt, sind erst einmal alle Zweifel beseitigt. Dieses Stück ist wunderbar melancholisch und gleichzeitig fröhlich, mit einem klaren Refrain; unterstützt von einem leichten Background-Chor. Eine richtige Hymne – weniger in Bezug auf das epische (das ist bereits der vorherige Track) – aber in Bezug auf das Leben selbst, die Lebensfreude wenn man so will. Auch die restlichen Tracks wissen größtenteils zu überzeugen – wenngleich es insgesamt eher ruhiger wird nach den ersten beiden Krachern. Ein Anspieltipp aus dem Mittelfeld dürfte klar die nachdenklich stimmende Ballade The Promised Land sein. Folgende Titel wie Phoenix Rising gestalten sich schon wieder etwas kraftvoller – bis das epische The Truth uns mit einer abschließenden „Wahrheit“ konfrontiert. Ein weiterer, sehr hymnenartiger Titel. Im Refrain geht der Sänger abermals ans Limit, und auch die versierte Instrumentalisierung kommt vollends zum Zuge. Versuchen wir uns an einer Punktevergabe für die einzelnen Songs:

1. In A Dream (Overture) – 8/10
2. Time To Go – 10/10
3. Fairy Song – 10/10
4. Soldier Of Sadness – 6/10
5. The Stage – 6/10
6. Reborn – 6/10
7. The Promised Land – 7/10
8. Phoenix Rising – 6/10
9. Follow Me – 6/10
10. In Silence – 6/10
11. The Truth (Grand Finale) – 10/10

Für mich bietet The Book Of Awakening ein wenig von allem, und auch wenn es einige Tracks als gefühlte Lückenfüller gibt; so entschädigen die 3 bis 4 wahrhaften Power Metal-Hymnen für alles weitere. Die Stimme des Leadsängers ist einzigartig, die Melodien und Samples sind eingängig, die Abwechslung ist enorm. Hinzu kommt ein nettes Coverartwork und der besondere Japan-Touch – eine Empfehlung !

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