Filmkritik: „Outlander“ (2008)

Filmtitel: Outlander
Regisseur:
Howard McCain
Mit: /
Laufzeit:
115 Minuten
Land:
USA / Deutschland
Genre:
Science Fiction / Abenteuer

Inhalt: Ganz in der Nähe eines alten Wikingerdorfes stürzt etwas – für diese irdischen Gefilde durchaus seltsames – ab. Bei dem rätselhaften Objekt handelt es sich um einen außerirdischen Raumgleiter, der Pilot wirkt jedoch menschlich und trägt den Namen Kainan (James Caviezel). Das wichtigste für den sogenannten Outlander ist in diesem Moment, dass er herausfinden muss wo er hier eigentlich gelandet ist – um dann ein Notsignal abzusetzen. Danach müsste er eigentlich nur noch überleben – doch er entscheidet sich, die Gegend zu erkunden. Mithilfe eines kleinen, futuristischen Terminals lernt er im Handumdrehen die hier vorherrschende Sprache – was ihm bald zugute kommt, als er von einer Horde martialischer Wikinger aufgelesen wird. Diese machen den mysteriösen Fremden sogleich für die Zerstörung eines ganzen Dorfes verantwortlich – doch es dauert nicht lange, bis sich der wahre Bösewicht hinter dieser Zerstörungswut herauskristallisiert. Es war nicht etwa ein anderer, verfeindeter Clan – sondern eine bösartige Kreatur. Eine Bestie, die Kainan offenbar unwissentlich selbst mit auf die Erde gebracht hat… Bald schon gilt es, alle Wikingerclans zu vereinen und alte Fehden zu begraben – um dieser neuen, sehr gefährlichen Bedrohung entgegenzutreten können.

Kritik: Regisseur Howard McCain schafft mit Outlander einen gewagten SciFi-Abenteuer-Wikingerfilm, bei dem nicht erst durch die zahlreichen Genrezuschreibungen deutlich wird, dass die Mischung wirklich enorm bunt ausfällt. Dieser stellenweise irritierende Mix aus verschiedensten Genres und Themen sorgt dafür, dass es weder der Zuschauer, noch mögliche Kritiker leicht haben mit der Zuordnung dieses Werkes. Das dies ein waschechtes Problem werden würde, darüber sollte sich Herr McCain aber durchaus im Klaren gewesen sein.

Was also haben wir ? Auch wenn es in den ersten Momenten nicht danach aussieht, ist das Grundsetting von Outlander deutlich dem Sci-Fi-Genre zuzuordnen. Es geht um die Geschichte eines außerirdischen Menschen, der aus später noch erläuterten Gründen seine Heimatwelt verlassen musste – und offenbar nur durch Zufall auf der Erde gelandet ist. Doch, die eigentliche Handlung spielt keinesfalls auf besagten, fernen Welten – diese werden nur in kurzen Rückblicken gezeigt. Stattdessen spielt sich alles vor einigen Hundert Jahren hier auf der Erde ab, hoch im Norden. Bis jetzt haben wir also eine Zusammenführung von (außerirdischer) Vergangenheit und (irdischer) Gegenwart, die aber wieder einmal schnell einholt wird. Es kommt also ein weiterer, schwer miteinander zu vereinbarender Aspekt hinzu: eine glaubwürdige Darstellung der Situation des Hauptprotagonisten unter den Wikingern, und das Einbringen eines mordenden außerirdischen Wesens als neue Bedrohung für alle Menschen.

Werden die Wikinger und der Outlander das Monstrum besiegen können... ?

Gerade hierbei sieht Outlander nicht selten aus wie handelsüblicher SciFi-Horrortrash – doch gerade aufgrund des episch angelegten Wikingersettings geht die Wirkung beider Seiten komplett verloren. Outlander ist also weder gelungener (das heisst: kompromissloser) Trash, noch ist er ein glaubwürdiges Epos. Eher wirkt er wie eine seltsame Mischung aus diesen, und noch vielen weiteren Zutaten. Leider zählen gute, eventuell philosophische und gar intergalaktische Dialoge (das böte sich ja an) leider nicht dazu, ebensowenig wie allgemeine Spannung. In Hinsicht auf die technischen Aspekte gibt es wenig neues oder absolut faszinierendes – immerhin sehen die Wikingerdörfer, sowie die entsprechenden Kostüme recht solide und authentisch aus. Die allgemeine Optik ist recht düster gehalten, was gerade in den (zudem noch hektischen) Kampfszenen zu einem kleinen Problem werden kann. Inmitten dieser Dunkelheit blitzt dann ab und an ein tentakelartiger Fangarm des außerirdischen Wesens hervor – diese CGI-Effekte sind glücklicherweise noch dem Mittelmaß zuzuordnen. Richtig bitter wird es dagegen, wenn man versucht, sich mit der Hintergrundgeschichte all dessen auseinanderzusetzen, und beispielsweise auf den eigentlichen Heimatplaneten des Outlanders geschwenkt wird.

In diesen recht gekünstelt wirkenden Rückblenden verbirgt sich der mitunter lächerlichste Aspekt des gesamten Films. Denn, die quasi-Rechtfertigung, warum diese Bestie nun alle Dorfbewohner abschlachtet, erscheint ebenso stumpf wie unsinnig. Und: sehr vorhersehbar ! Sucht man einen tieferen Sinn in einem Werk wie Outlander, wird man schnell merken, dass man damit auf einem verlorenen Posten steht. Die überaus absurde Szene kurz vor Schluss, in der sich einige Protagonisten in eine Art Höhlensystem begeben, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf – oder aber, die obligatorische Liebesszene; gerade noch rechtzeitig vor dem Abspann. Die Macher haben sich mit Outlander vielleicht ein klein wenig zuviel vorgenommen. Filme, die mehrere Genres und einen großen zeitlichen Erzählungsrahmen in einem neuartigen Mix kombinieren, sind zwar nicht mehr selten. Aber, sie bleiben immer eine wahre Herausforderung an die Macher – im Falle von Outlander ist man leider gnadenlos gescheitert. Ein Film wie Doomsday beispielsweise (anderes Setting und Story, aber dennoch) vermochte es da schon viel intelligenter und unterhaltsamer, verschiedene Genres und zeitliche Zuordnungen zu Kombinieren.

Fazit: Nur sehr, sehr bedingt und für Genrefans empfehlenswert.

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