Filmkritik: „Bolt!“ (2008)

Filmtitel: Bolt! – Ein Hund Für Alle Fälle
Regisseur(e):
Byron Howard / Chris Williams
Mit: /
Laufzeit:
96 Minuten
Land:
USA
Genre:
Animationsfilm

Inhalt: Der niedliche weisse Schäferhund Bolt ist der neue Filmstar eines Produktionsstudios in Hollywood. Zusammen mit seiner menschlichen Partnerin Penny, einem kleinen Mädchen, schauspielern sie überaus erfolgreich in einer angesagten Actionfilmreihe. Die Freundschaft der beiden geht jedoch über einen blossen Drehbuch-Kontext hinaus – auch Mensch und Tier können einander viel bedeuten. Doch es gibt einen unumstösslichen Unterschied zwischen den beiden: während Penny natürlich weiss, dass alles um sie herum nur zum Filmset, das heisst nicht zur Wirklichkeit gehört – glaubt Bolt, dass all die Abenteuer die er erlebt tatsächlich real sind. Diese Voraussetzung wird vom Produktionsteam stets untermauert, schließlich soll ein möglichst realistischer Eindruck entstehen. Doch eines Tages flieht Bolt aus seiner Unterkunft, weil er glaubt, dass seine Freundin Penny wirklich in Gefahr ist. Auf seiner abenteuerlichen Reise trifft er andere Tiere wie die unbeholfenen Katze Mittens – und er muss langsam entdecken, dass die Welt von der er glaubte dass sie war ist – in Wirklichkeit nur inszeniert war. Aber macht das jetzt überhaupt noch einen Unterschied ?

Kritik: Was von der Story her ein wenig an die Truman Show in animierter Form erinnert, ist ein kindgerechter Animationsfilm mit einem kleinen – und überaus lebhaften – Hund als Hauptcharakter. In Bolt geht es um grundsätzlich ernste und wichtige Themen wie: Identitätsfindung, Freundschaft und Aufopferung. Wie es für Disney (glücklicherweise immer noch) typisch ist, werden diese Aussagen und Botschaften altersgerecht angepasst, und in einem spannenden und actionreichen Rahmen verpackt. Zwar hat man stellenweise das Gefühl, als käme der Film niemals an den „Magielevel“ von früheren Disney-Produktionen heran, doch in Anbetracht der gar unmärchenhaften Story ist das wohl auch kein Wunder. Bolt spiegelt eher kühle aktuelle gesellschaftliche Probleme wider, als dass er eine (märchenhafte) Geschichte aus einem weit entfernten Fantasy-Land erzählt. Doch die Botschaften um das Thema Freundschaft kommen auch so nicht zu kurz, was zu einer Feststellung führt: Bolt ist ein Film, der in seinem Gehalt wertvoller ist als vielleicht zuerst angenommen.

"Bolt!" bietet Disney-Familienunterhaltung pur

Gerade in Anbetracht der etwas… (zu !) hektischen Anfangsszenen ist selbiges eigentlich kaum zu erwarten. So fällt es einstweilen etwas schwer, einen Einstieg in die kunterbunte Welt von Bolt zu finden. Gut, es wird sich schnell herausstellen; dass besagte Szenen eine enorme Bedeutung auf das Gefühlsleben des Hundes selbst haben. Doch nach wie vor scheint es unpassend, dass man hier sofort mit einem „optischen Overkill“ begonnen hat. Nach diesen Szenen dann beginnt der Film langsam, seinen ganz eigenen Charme zu entwickeln. Spätestens als der Hund aus dem Produktionsstudio ausbricht um sich der (vermeintlichen) Rettung seiner Freundin Penny zu widmen – lassen es die Macher ruhiger angehen, und Bolt nun endlich liebevoller inszeniert und optisch detailreicher erscheinen. Im gleichen Atemzug fällt erstmals auch die überaus gelungene Animationsarbeit und die nette Charaktergestaltung auf, und: man bekommt richtig Lust, der abenteuerlichen Reise des kleinen Hundes beizuwohnen.

So stellt auch die Begegnung mit der Katze Mittens eines der Highlights des Films dar. Überraschend positiv: es scheint, als werden die Charaktere hier nicht strikt der „guten“ oder der „bösen“ Seite zugeordnet, es ist vielmehr wie im Leben selbst – ein weiterer Aspekt, der auf einen gewissen pädagogischen Gehalt in Bolt hinweist. Doch natürlich soll der Film vor allem eines: Spaß machen und gute Unterhaltung bieten. Und das tut er – die Welt von Bolt ist bunt und witzig (wenn auch vor ernstem Hintergrund), und es gibt zahlreiche erfrischende Dialoge zwischen den Tieren. Stichwort Tiere: hauptsächlich wird man die Dreierkombination aus dem Hund Bolt, der Katze Mittens und einem Meerschweinchen in einer Art Glaskugel sehen. Die Reise und das Zusammenspiel der dreien fällt sehr abenteuerlich und spannend aus; und obwohl das letztendliche Ergebnis (zumindest für die erwachsenen Zuschauer) nur allzu vorhersehbar ausfallen dürfte, ist Bolt einer der besseren Animationsfilme für Kinder.

Fazit: Die technischen Aspekte lassen keinen Grund zur Kritik zu, vor allem die Musikstücke wurden kindgerecht gewählt (zum Beispiel „Zuhause ist, wo du Freunde hast„) und untermalen so das Geschehen in einer stimmigen Art und Weise. Natürlich ist Bolt kein Meisterwerk geworden, dafür mangelt es einfach an einer noch zeitloseren und emotional ansprechenderen Story. Dennoch ist der Film ist in Anbetracht der Daseinsberechtigung als „Familienkomödie“ nur wärmstens zu empfehlen.

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Bolt!“ (2008)

  1. Kurz: süßer Film, trauriges Ende das wie immer im Happy End mündet. Hab ich jetzt gespoilert? Ich glaube nicht, ist doch Disney.^^ Ein schöner Film den man mit den lieben Kleinen zusammen ansehen kann. 7/10

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