Filmkritik: „The One“ (2001)

Filmtitel: The One
Regisseur:
James Wong
Mit:
Jet Li Jason StathamDelroy Lindo
Laufzeit:
87 Minuten
Land:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Irgendwo und irgendwann in einer vielleicht gar nicht soweit entfernten Zukunft. Die Menschen sind unlängst in den Genuss der Möglichkeit gekommen, durch die Zeit zu reisen. Mehr noch: mithilfe einer gewissen Gerätschaft ist es sogar möglich, diverse Paralleluniversen abzuklappern, um – nun, sicher nicht, um Forschungen anzustellen. So hat der kriminelle Gabriel Yulaw (Jet Li) einen ganz eigenen Plan, was man alles mit dieser Technologie anstellen könnte. Er reist zwischen den verschiedenen Welten hin- und her, mit dem Ziel, jeweils sein Alter Ego auszuschalten. Die Folge: mit jedem „anderen“ Gabriel Yulaw, den er in einem anderen Universum tötet, wird er stärker und stärker. Bis womöglich nur noch der eine, The One übrig ist… doch eine Art Polizeibehörde – verkörpert von Funsch (Jason Statham) und seinem Boss Harry Roedecker (Delroy Lindo) – hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Missbrauch der Technologie zu unterbinden, und so sind sie Yulaw bald auf den Fersen – und versuchen ihn zu stoppen, auf dass er seiner gerechten Strafe entgegensehen könne. Nachdem er also bereits 123 „Versionen“ seiner selbst eliminiert hat, bleibt offensichtlich nur noch eine übrig. Doch auch der „letzte“ Gabriel Yulaw hat seinem mörderischen Gegenpart einiges entgegenzusetzen – denn die Kraft der „125 Yulaw’s“ teilt sich immer gerecht unter den noch verbleibenden auf.

Kritik: Was bereits in der Plotbeschreibung ein wenig nach übermäßiger Fantasterei klingt, ist als Filmprodukt letztendlich übler ausgefallen, als es hätte werden können. Immerhin ist die Grundidee nicht schlecht – wenngleich sie im Fall von The One natürlich nicht sonderlich ausgereift daherkommt. So liefert der Film keinerlei Erklärungen und Hintergründe über das Gezeigte – durch verschiedene Universen hüpfen, zu wissen; dass es exakt 125 Gabriel Yulaws in allen Universen gibt – all das ist einfach ein so hinzunehmendes Alltagsgeschäft in The One. Da ist es auch nur verständlich, wenn sich so mancher Zuschauer ein klein wenig auf die Schippe genommen fühlt – werde ich hier etwa nicht für voll genommen… ? In der Tat, eine viel dichtere Geschichte, zweckerfüllende Andeutungen und einen größeren Interpretationsspielraum wären sicherlich angebracht gewesen. Doch so, wie es nun einmal ist – wirkt The One stark auf Hollywood getrimmt, und lässt einen jeglichen Tiefsinn oder eine Philosophie vermissen. Weder die Charaktere, noch die möglichen Wissenschaftsaspekte werden ausführlich behandelt, was dazu führt, dass man nicht so richtig warm werden kann mit dem Film.

Ungünstig auch, dass keinerlei Motivation seitens der Protagonisten erkennbar ist. Klar, der „gute“ Yulaw will nur eines: überleben. Doch der „böse“… ? Irgendwie wird nicht ganz klar, warum genau er seine anderen Existenzen ausschalten will. Für unendliche Macht etwa ? Das offenbart zwei Probleme: wenn er zum Zeitpunkt des Endkampfes bereits in Besitz der Hälfte dieser „göttlichen Allmacht“ war, so kann man doch schon ungefähr abschätzen, was auf ihn zukommt. Noch höhere Sprünge, noch kräftigere Arme und Beine, noch schnellere Bewegungen – nicht viel mehr also. Und zweitens: selbst wenn die erlangte Macht imposanter werden würde als erwartet, was genau will er damit anstellen ? Genau in dieser Hinsicht fehlt dem Film einiges an Herzblut hinsichtlich der Charakterzeichnung, und damit eben auch der Nachvollziehbarkeit.

*Cut my life into pieces, this is my last resort...!* Arrg, kann mal bitte jemand das Radio ausschalten... ?

Gut, einen Ausgleich schaffen da eventuell die Actionszenen, von denen einige gar nicht mal so schlecht daherkommen. Einzelne Menschen verfügen über eine Art Superkraft, und setzen diese entweder sinnvoll ein – oder aber missbrauchen sie, so wie hier. Die Voraussetzung hierfür wäre aber mit Sicherheit ein grundsolides Story-Gerüst, was The One leider nicht wirklich aufweist. Das ist schade – da man aus diesem Film weitaus mehr hätte machen können. Doch, für einen Filmabend mit seichter Unterhaltung reicht es dann doch noch. Voraussetzung: nicht zuviel erwarten, und sich einfach nur berieseln lassen. Da macht es dann auch nichts mehr, dass der Film einstweilen wie ein Computerspiel daherkommt (auch von der Idee her): arbeite dich von Level zu Level (also von Existenz zu Existenz), und besiege am Ende den „Endgegner“.

Fazit: Beinahe überzeugt The One. Die Grundidee ist ganz nett, die Mischung aus Sci-Fi und Martial Arts hat zumindest teilweise gezündet – doch insgesamt wirkt der Film viel zu platt. Man braucht gar nicht erst damit anfangen, die vorhandenen Logiklöcher zu zählen, denn wie gesagt: dies ist beileibe kein Film mit Anspruch. Die schauspielerischen Leistungen bewegen sich auf eine mittelmäßigem Niveau, aber die Charaktere haben eben auch nicht viel zu tun – sie profilieren sich nicht, sie kämpfen (beziehungsweise jagen). Ein klein wenig geschockt muss man in anbetracht des Soundtracks sein, ganz besonders beim Endkampf. Wer ist bloss auf die geniale Idee gekommen, einen Song von Papa Roach mit dem alles entscheidenden Martial Arts Endkampf zu verbinden ? Die Wirkung: einfach nur lächerlich. Wie einstweilen auch der gesamte Film, aber immerhin; eine stückweit entwickelt er eine (positive) Eigendynamik, hauptsächlich wohl gegen Mitte des Films.

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