Filmkritik: „Planet Terror“ (2007)

Originaltitel: Grindhouse Presents Robert Rodriguez’s Planet Terror
Regisseur:
Robert Rodriguez
Mit:
Bruce WillisRose McGowanFreddy Rodriguez
Laufzeit:
95 Minuten
Land:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Irgendwo in einer texanischen Kleinstadt. Ein Schwarzmarkthändler namens Abby (Naveen Andrews) hat ein Treffen mit dem zwielichtigen Captain Muldoon (Bruce Willis) und seinen furchteinflößenden Schergen vereinbart. Es erscheint alsbald offensichtlich, dass die Verhandlungen etwas… aus dem Ruder laufen. Ein experimentelles Nervengas mit der Bezeichnung DC2, oder eben auch „Project Terror“ wird freigesetzt – und bald schon ist in der sonst so ruhigen Kleinstadt die Hölle los. In der Zwischenzeit hat die Go-Go-Tänzerin Cherry Darling (Rose McGowan) ihren Job erst einmal an den Nagel gehängt, und trifft in J.T.’s(Jeff Fahey) Restaurant The Bone Shack auf den smarten El Wray (Freddy Rodríguez). Eigentlich ist er ihr Ex-Lover, doch die kommenden Ereignisse bringen sie unweigerlich wieder näher zusammen. Im Laufe einer Zombie-Attacke verliert Rose sogar ihr Bein, und muss sich im örtlichen Krankenhaus von Doctor Block (Josh Brolin) behandeln lassen. Doch der hat bereits einiges zu tun, und auch privat sieht es nicht gerade rosig für ihn aus. Dann taucht auch noch Scheriff Hague (Michael Biehn) auf, der El Wray prompt mit auf die Wache nimmt. Doch was ist nun wichtiger – ihn für seine Verganenheit zur Verantwortung ziehen, oder der (gemeinsame) Kampf ums nackte Überleben ?

Kritik: Was sich bereits in der Plotbeschreibung verdächtig nach „Kult“ anhört, ist es auch als Gesamtpaket. Robert Rodriguez schuf zusammen mit seinem Kumpel und Partner Quentin Tarantino das „Grindhouse-Projekt“, und steuerte mit seinem Film einen absolut zeitlosen (Trash-)Film zum Doppelfeature bei. Death Proof von Quentin Tarantino ist der zweite Film, der hierzulande allerdings völlig separat behandelt wird – schließlich sind wir hier auch nicht Zeuge der sogenannten „Grindhouse-Kultur“ geworden, die inmitten der 60er und 70er Jahre in den US-amerikansichen Kinos stattgefunden hat. In dieser Rezension geht es dementsprechend nur um Planet Terror; der gleichzeit als eigenständiger Film und als Hommage an besagte Kino-Ära einer vergangenen Zeit fungiert. Stichwort Trash: In der Tat ist der Film in diese Kategorie einzuordnen, jedoch fern jeglicher negativer Interpretationen, und auf einem höchstmöglichen Niveau. Dies sieht man nicht nur an den namhaften Darstellern und der generell genialen und stimmungsvollen Optik. Auch der Plot gestaltet sich abwechslungsreich, und stellt einige überaus interessante Charaktere mit auf das Zombie-Schlachtfeld.

Planet Terror ist mit Sicherheit kein (bier-)ernster oder auf authentisch getrimmter Film. Ganz im Stile alter (Splatter-)Klassiker wie beispielsweise Braindead wird vielmehr auf das Verhaltensporträt einiger interessanter (aber natürlich total überdrehter) Charaktere gesetzt – und wie diese in diesem Falle recht bunte Truppe sich in einer Extremsituation verhält. Schon wieder ein langweiliger Zombiefilm, möchten Sie sagen ? Doch das ist Planet Terror keinesfalls. Wie man es bereits bei Rodriguez (und seinen Kollegen) vermuten konnte, gestaltet sich das Ganze als extrem unterhaltendes Machwerk mit einer dramaturgischen Perfektion – zumindest in Anbetracht des Genres. Der Film verliert nie an Tempo, bietet allerlei Abwechslung und prescht auf ein stimmiges (aber eben leicht trashiges) Ende zu. Und: er wirkt dabei unglaublich stylisch. Sowohl die Optik und der Sound wurden größtenteils dem „Retro-Touch“ des Films angepasst; und so sieht man auch schon mal ein entsprechend in Szene gesetztes Bildrauschen oder -Wackeln. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket.

Interessant ist sicherlich auch der „Trailer“ zu Anfang, der eigentlich zum Film selbst gehört. Es ist kein Geheimnis mehr, dass das Projekt Machete mit Danny Trejo nun doch noch (und tatsächlich) Wirklichkeit, dass heisst ein eigener Film geworden ist. Der Film hat alles geschafft, was er wollte – die Mischung aus filmischer Hommage, einer recht simplen Story und den kultig-trashigen Charakterporträts geht voll auf. Natürlich ist auch ein gewisses Maß an Splatter-Szenen enthalten, weshalb der Film nicht unbedingt etwas für Menschen mit schwachen Nerven ist. Doch für einen stimmigen Männerfilmabend ist er beinahe schon eine perfekte Wahl.

Fazit: Planet Terror macht Spaß, unterhält und macht in jeder Hinsicht alles richtig. Besonderes Lob noch einmal an die Macher für den einzigartigen Look, die dreckigen Charaktere und die kultigen Gastauftritte (zum Beispiel von Bruce Willis) – man hat das Gefühl, als seien die Bedürfnisse des Mainstreams komplett an den Machern vorbeigegangen. Eine Tatsache, die man nur gutheissen kann; zumal der Film auch so (oder gerade deswegen ?) genügend eingespielt hat.

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5 Gedanken zu “Filmkritik: „Planet Terror“ (2007)

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen. „Planet Terror“ ist ein Must-See der auf guten Trash steht, ganz im Gegensatz zu Tarantino’s „Death Proof“ den ich gerade gesehen habe. Was für eine langweilige Grütze. Nur dämliches Weibergeschnatter…diese ewigen Sex/Drugs/Fuck Dialoge wie in vielen der anderen Tarantino-Filme, nur VIEL schlechter. Teilweise bekommt man den Eindruck in eine ewiglange Folge von „Sex and the City“ reingeschalten zu haben. Zwei, drei gute Szenen hat der Film und das wars…Leute der Film ist SCHEISSE wie kann der auf imdb eine 7.2/10 bekommen? Wegen Kurt Russell? Dagegen ist „Planet Terror“ ein Sergio Leone gleiches cineastisches Meisterwerk. ABER…diese Szene aus „Death Proof“ fand ich dennoch äußerst amüsant (Achtung: nichts für schwache Nerven ^^)

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    1. Wie „ästhetisch“ man einen Horror-Fahrzeugcrash doch inszenieren kann… und bitte aus allen Perspektiven, damit man ja nichts verpasst^^

      Habe mir diesen Film (wie übrigens auch Deinen Tipp Gran Torino) auf DVD erstanden, Kritiken folgen dann wenn die Zeit reif ist. Obwohl auch ich bei diesem Film hier nichts gutes vermute… danke für die FSK-18 (?) Szene 😉

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