Filmkritik: „Iron Man“ (2008)

Filmtitel: Iron Man
Regisseur:
Jon Favreau
Mit:
Robert Downey Jr.Gwyneth Paltrow
Laufzeit: 126 Minuten
Land:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Der erfolgshungrige Tüftler Tony Stark (Robert Downey Jr.) macht sein Geld im internationalen Waffengeschäft. Eines Tages ist er in einem Konvoi in Afghanistan unterwegs, um eine seiner neusten Waffen vorzustellen und zu erproben. Unglücklicherweise wird der Konvoi bald angegriffen, und Tony wird als Geisel genommen. Doch die Entführer wollen kein Lösegeld – sie fordern stattdessen Tony direkt auf, eine neuartige Superwaffe für sie zu entwickeln. Er geht notgedrungen auf den fragwürdigen Deal ein, und beginnt alsbald mit der Arbeit. Doch im Hinterkopf hat er bereits einen Plan zu seiner Flucht parat: er baut einen ersten Prototypen des Iron Man. Später, nach seiner Rückkehr, erschafft er die perfekte Ein-Mann Rüstung, die ihn zu einem mächtigen Mann macht. Natürlich haben auch andere Interesse an dieser multifunktionellen Rüstung – doch plötzlich erklärt nun gerade der Waffen- und Technikfreak Tony der Waffenindustrie den Krieg.

Kritik: Mit der Realverfilmung zu Iron Man wird nun ein weitere Comic-Charakter des Marvel Universums auf die große Leinwand gebracht. Im Gegensatz zu anderen Superhelden-Erzählungen wie Spiderman oder X-Men fällt aber eines direkt auf: Iron Man wirkt weitaus stimmiger im Gewand einer Realverfilmung, und kommt gänzlich ohne grässlichen Schnulz und Pathos aus. Trotzdem werden allerlei Kindheits- und / oder Männerträume wahr: ein Superheld, der dem Cover nach rben „nicht so geboren“, sondern „gemacht“ wird – hier entscheidet also nicht das Schicksal, sondern das Können und das Genie eines Einzelnen Mannes. Dieser einfache Fakt lässt den Iron Man weitaus menschlicher und distanzloser erscheinen als dies bei anderen Superhelden der Fall ist. Zusätzlich untermalt wird dieser Faktor durch Tony’s machohafte und absolut selbstsichere Art. Ein leicht narzisstischer Typ, der quasi die Verfügungsgewalt über eine neuartige Rüstung (und damit: Waffe) besitzt, und das Porträt, wie er damit umgeht – die Mischung geht vollends auf. „Iron Man“ ist ein purer Unterhaltungsfilm, der zwar nicht sonderlich tiefgründig ist; dafür aber auch das Wort „Langeweile“ nicht kennt.

Stichwort Tiefgründigkeit: besonders hinsichtlich der Charakterentwicklung von Tony Stark hätte es ruhig noch etwas mehr sein können. Denn seine Wandlung vom knallharten Geschäftsmann zum nunmehr völlig geläuterten Menschenfreund (nun ja, zumindest beinahe) kommt etwas plötzlich und erscheint nicht immer wirklich nachvollziehbar. Sei’s drum: Iron Man wollte keine ausgefeilte Charakterstudie entwerfen, und schämt sich auch nicht dafür. Stattdessen fallen alle anderen Aspekte durchweg positiv aus: sei es der trockene Humor, die Inszenierung der schicken und spannenden Technologien, und natürlich auch der technische Part im allgemeinen. Man sieht, dass es in Sachen Budget wohl nicht allzu viele Grenzen gab – doch die Spezialeffekte sind einfach klasse, Die Flugszenen des Iron Man bereits ein klein wenig kultverdächtig. Sehr gut ist, dass das Augenmerk nicht auf ein Übermaß an Spezialeffekten gelegt wurde, sondern stattdessen auch die Szenenaufbauten (wie das Labor von Tony) liebevoll hergerichtet und detailliert erscheinen.

Robert Downey Jr. als Hauptcharakter hat keine Probleme, die ihm zugewiesene Rolle perfekt zu meistern. Tatsächlich scheint es, als müsste er sich gar nicht sonderlich in seine Rolle hineinversetzen – vielleicht ist ein entspricht ein Teil von Tony Stark’s Persönlichkeit sogar seiner eigenen. Ich würde es ihm nicht verdingen – schließlich ist der Technologiefaktor ein essentielles Element in Iron Man. In Nebenrollen – wie die der Assistentin Pepper Potts – sieht man ebenfalls durch die Bank  sympathische Darsteller wie Gwyneth Paltrow. Alles in allem wäre aus Iron Man beinahe ein perfekter Actionfilm mit Spaß- und Unterhaltungsgarantie geworden – wenn da nicht noch der leicht saure Beigeschmack wäre. Zum einen ist dieser auf den wirklich sehr stark militaristisch gehaltene Inszenierungsweise zurückzuführen, wobei; ganz so schlimm wie bei Transformers ist es zum Glück nicht. Doch der Film beginnt überaus stark (das Wüstensetting, der Prototyp) und schwächelt dann besonders gegen Ende hin immer mehr. Schade, dass man sich doch wieder in alte Superhelden-Klischees vertieft, und einen Antagonisten schuf der nun über eine ähnliche Technologie verfügt. Doch der Endkampf fällt eher mau aus, und ist viel zu schnell abgehandelt. Wer ihn für sich entscheidet, braucht man nicht zu erwähnen – ein stetes Problem der Superhelden-Filme; die allgemeine Vorhersehbarkeit. Es geht eben nur darum, wie der Weg des Helden möglichst steinig und interessant zu gestalten ist – und hier hat Iron Man seine kleinen Schwächen; indem es eigentlich nur um die Probleme mit der Energieversorgung geht.

Fazit: Dennoch, dieser Film ist einer der besseren Action beziehungsweise „Superheldenfilme“ der letzten Zeit. Endlich einmal ein Brechen mit der Tradition („Du bist der Auserwählte, Du wurdest als Superheld geboren“) und eine etwas andere, nicht so glattgebügelte Machart und kernig-kultige Charaktere.


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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Iron Man“ (2008)

  1. Zu meiner Schande…ich hab ihn noch gar nicht gesehen…allerdings habe ich mich mehr oder weniger schon musikalisch damit auseinandergesetzt gehabt. ^^

    I AM IRON MAN…MUAHAHAHAHA!

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