Filmkritik: „Shaun Of The Dead“ (2003)

Filmtitel: Shaun Of The Dead
Regisseur:
Edgar Wright
Mit:
Simon Pegg – Nick Frost
Laufzeit:
96 Minuten
Land:
Großbritannien
Genre:
Komödie

Inhalt: Der leicht unbeholfen wirkende Verkäufer Shaun (Simon Pegg) arbeitet in einem städtischen Elektronikfachhandel, und ist mit sich selbst und seinem Leben reichlich unzufrieden. Zu allem Überfluss hat ihn nun auch noch seine Geliebte Liz (Kate Ashfield) verlassen – hauptsächlich wohl, weil Shaun die meiste seiner arbeitsfreien Zeit mit seinem Kumpel und Mitbewohner Ed (Nick Frost) verbringt. Im Winchester, einem zünftigen Pub, verbringen die beiden so manch feucht-fröhliche Stunde. Doch als eines Tages die Menschen um sie herum zu menschenfressenden Zombies mutieren, müssen sich wohl auch die beiden Freunde endlich dem Ernst des Lebens stellen. Müssen Sie… ? Zumindest tüfteln sie einen Plan aus, der sie selbst und einige von Shaun’s Familienangehörigen vor den Untoten retten soll…

Kritik: „Very british“ und einfach nur ein Gute-Laune-Garant der Extraklasse ist diese Zombie-Satire aus dem Jahre 2003, bei dem ein fulminantes Trio Hand an die Gagschmiede angelegt hat: wenn Edgar Wright, und ganz besonders Simon Pegg und Nick Frost als Darsteller zusammenarbeiten, kann das Ergebnis eigentlich nur ein ganz eigentümliches sein. Derart eigentümlich, dass besonders hierzulande die ungewohnte Machart und der trockene Humor sofort positiv auffallen. Natürlich, gewisse Klischees bekommt man auch in Shaun Of The Dead zu sehen. Immerhin ist der Film sowohl Persiflage, als auch Hommage an das Horrorfilmgenre gleichzeitig. Doch die locker-trockene Art, mit der die Gags transportiert werden, ist einfach nur köstlich und sorgt für allerlei Lacher und einen hohen Unterhaltungswert.

Mit Sicherheit ist es die besagte Leichtigkeit des Darstellerduos Pegg / Frost, die den Film zu dem macht was er ist. Ihr Spiel wirkt absolut authentisch und stellenweise so lebensnah, dass man die beiden fast automatisch liebgewinnen muss. In wie weit die beiden sich in ihre Rollen hineinversetzten mussten, bleibt wohl offen – doch ich vermute, dass auch so eine gute Stimmung am Set herrschte. Das Konzept „ein paar gute Kumpels drehen einen witzigen Film“ geht in diesem Fall absolut auf. Auch die anderen Charaktere werden passend mit einbezogen, sodass Shaun Of The Dead tatsächlich eine eigene, kleine Filmwelt erschafft die in sich absolut stimmig ist. So darf natürlich auch eine kleine Prise Dramatik nicht fehlen (Beziehungsstress, Familienprobleme), auch die Brutalität ist teilweise etwas heftiger (FSK 16 hierzulande) – doch insgesamt wirkt der Film wie ein absolut rundes Gag-Bollwerk mit einer aberwitzigen Zombie-Story als Grundlage. Von den Dialogen und der entstehenden Situationskomik gar nicht erst zu sprechen: wenn die Truppe der „Überlebenden“ sich einen Weg durch einige britische Hinterhöfe bahnt, und plötzlich jemand die Idee hat, die Mimik und Gestik am besten denen der Zombies anzupassen um nicht aufzufallen… bitterböse, und einfach nur köstlich. Selbst anschauen lautet die Devise – im Fall von Shaun Of The Dead wohl mehr denn je.

Sehr gut ist, dass der technische Part der flott inszenierten Story, den Dialogen und den Darstellern in nichts nachsteht. Im Gegenteil: besonders die Kameraführung sticht positiv aus der Masse hervor – und das nicht nur in Bezug auf das Genre. Längere Einstellungen wie der morgendliche Gang Shaun’s zu einem Lebensmittelgeschäft kommen komplett ohne Schnitte aus, stecken voller liebevoller Details – und selbstverständlich, allerlei Absurditäten. Schnelle Zoom- und Schnittfolgen gibt es aber auch, beispielsweise wenn Shaun und Ed sich einen Plan schon einmal bildlich vorstellen. Für optische Abwechslung ist also definitiv gesorgt – hinzu kommt eine gute Maske und ein solider Soundtrack. Die „typisch britischen“ Elemente wie die Schauplätze werden im Gedächtnis bleiben, sowie natürlich auch der Überlebenskampf der Kerntruppe – von Shaun’s Zuhause bis ins (rettende ?) Winchester – im allgemeinen.

Die (Gag-)Odysee der „Shaun Of The Dead“-Protagonisten macht einfach Laune

Fazit: Shaun Of The Dead ist eine der besten, wenn nicht die beste Horrorkomödie überhaupt. Denn hier stimmt einfach alles. Manche mögen vielleicht sagen, dass die Story und die Gags relativ platt seien – doch der Film kontert mit einer riesengroßen Portion Charme und Eigenwilligkeit. Genreklassiker werden – wenn überhaupt – nur würdevoll auf die Schippe genommen, Drehbuch und Inszenierung wirken innovativ und in ihrer Gesamtwirkung einfach nur gnadenlos komisch. Eine zeitlose Empfehlung, gerade wenn es um einen unterhaltsamen Film-Abend in der Gruppe geht.

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