Filmkritik: „I Am Legend“ (2007)

Filmtitel: I Am Legend
Regie:
Francis Lawrence
Mit:
Will Smith
Laufzeit:
105 Minuten
Land:
USA
Genre:
Horror / Thriller / SciFi

Inhalt: Die Hoffnung vieler Menschen ist egroß, als erstmals ein Serum hergestellt wird, welches den Krebs als internationale Krankheit Nr. 1 endgültig besiegen könnte. Unglücklicherweise müssen die Bürger jedoch bald feststellen, dass das Ganze mit einigen argen Nebenwirkungen einhergeht: mehr noch, die Population der Erde wird nun erst recht dezimiert. Und zwar nicht, weil die Menschen unmittelbar von den Nebenwirkungen dahingerafft werden, sondern weil sich alle; die mit dem Serum in Kontakt kommen, in brutale Bestien verwandeln. Einzig und allein Menschen wie Robert Neville (Will Smith) scheinen immun zu sein gegen diese neue, wahre Epidemie mit der niemand gerechnet hätte – nach dem Verlust seiner Familie irrt er alleine durch die menschenleeren Straßen von New York City. Nur sein treuer Hund hält noch zu ihm, und warnt ihn vor den Gefahren, die nun in jeder Gasse wimmeln könnten. Indem er sich in seinem Haus verbarrikadiert, versucht er nicht ausschließlich und um jeden Preis zu überleben – er sucht nach weiteren Überlebenden ebenso, wie er versucht das wahre Geheimnis hinter dem Serum herauszufinden.

Kritik: Man sollte beachten, dass I Am Legend auf einer Novelle von Richard Matheson basiert, welche erstmals im Jahre 1954 veröffentlicht wurde. Filme wie der Omega-Mann und zahlreiche weitere (leider auch oftmals eher miese) Werke und deren Kopien nahmen sich seitdem dieser Endzeit-Thematik an – so will auch I Am Legend auf den Zug der eigentlich stets erfolgreichen Verfilmungen aufspringen. Im Jahre 2007, mit einem allseits bekannten und beliebten Will Smith – was kann da schon schiefgehen ? Man muss gestehen: die Geschichte ist in ihren Grundsätzen durchaus zeitlos, und könnte sich vielleicht tatsächlich einmal so oder ähnlich zutragen. Was, wenn tatsächlich einmal ein neuartiges Serum entwickelt wird – gegen was auch immer – und es im Vorfeld nicht ausreichend erprobt wird ? Sicher, die Menschen werden sich nicht gleich in blutrünstige Zombies verwandeln. Doch es erscheint nur sinngemäß, wenn dieser Gedanke für eine Verfilmung ein wenig überspitzt dargestellt wird. Schließlich soll ein Endzeit-Drama im besten Fall auch spannend sein (beispielsweise durch überall lauernde Gefahren), und unterhalten.

Es ist nur offensichtlich, dass Darsteller Will Smith den Film größtenteils allein auf seinen Schultern trägt – er steht und fällt mit seinem Auftreten. Das ist einerseits gut, da er ein guter Schauspieler ist – andererseits schlecht, da man automatisch zu dem Schluss kommen müsste dass dem Film ansonsten wohl einiges fehlt. Sicher, die Atmosphäre stimmt wenn ein einsamer Robert Neville durch ein langsam verwilderndes New York braust. Doch später avanciert die erst noch harmlose (da plot-technisch eben vorausgesetzte)  „Ein-Mann-Show“ zu einem wahrhaft patriotischen Porträt und Abbild eines „Idealbürgers“ aus US-amerikanischer Sicht. Hierbei wird kein Klischee ausgelassen, und auch die enthaltenen Botschaften geraten mehr als fragwürdig. Selbst die Kirche darf in diesem filmischen Feldzug der Ideologie nicht fehlen, sodass sie am Ende dann doch noch eine gewisse symbolische Darstellung und (positive) Attributierung erhält. Man könnte nun sagen, dies gehört einfach zum Film und der Gesamtwirkung dazu – oder aber man könnte von einer gewissen Scheinheiligkeit sprechen, was leider ebenfalls kein besonders neuartiges Phänomen in Hollywood wäre.

Errette uns, oh Du wahrer Patriot... !

Eher störend als zuträglich sind wohl auch die Darstellungen der Mutierten, die so in jedem x-beliebigen anderen Horrorfilm einen Platz hätten finden können. Hier werden keine wirklich besonderen oder neuartigen Wesen erschaffen, sie gleichen vielmehr einer kruden Mischung aus bemitleidenswerten Mutanten, menschenfressenden Zombies und hässlichen Gollum’s (siehe Der Herr Der Ringe). So können diese Wesen erstaunlicherweise der Schwerkraft trotzen, und sich je nach der vorherrschenden Situation (das heisst, wie man es dem Drehbuch nach gerade braucht) leidlich dämlich oder überraschend intelligent anstellen. Positiv fallen dagegen einzelne aus dem Kontext gerissene Szenen auf, beispielsweise die, in der Robert plötzlich auf 2 weitere Überlebende trifft. Mutter Anna (Alice Braga) und ihr Sohn Ethan (Charlie Tahan) treffen also auf den nunmehr völlig „entsozialisierten“ Robert, und ein jeder muss erst einmal wieder lernen, wie man eigentlich mit Menschen umgehen sollte.

Fazit: Insgesamt enttäuscht I Am Legend jedoch eher, als dass er überzeugt. Zu sauer stösst der offensichtlich Patriotismus auf, sowie die zahlreichen Botschaften und die Entmenschlichung des Hauptcharakters. Denn was der alles ist, kann; und letztendlich auch noch tut – gleicht nicht gerade einem typischen Normalbürger. Es gleicht eher einem Abbild des „perfekten US-Amerikaners“, wie er wohl in der Vorstellung einiger Menschen umherschwirren könnte. Aus internationaler Sicht hat das Ganze aber eine negative Folge: das Porträt wirkt leicht gekünstelt, und bringt automatisch Identifikationsprobleme mit sich. Der Plot ist zwar einigermaßen durchdacht, doch wirkliche Abwechslung oder schier unerträgliche Spannung kann er leider auch nicht bieten. Technisch ist I Am Legend aber durchweg in Ordnung. Keine Hollywood-Überraschung, sondern eher ein „gerade-noch“ Film, welcher für einem gemeinsamen Grusel-Abend noch erträglich ist.  Zu hohe Erwartungen sollte man aber nicht haben.

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