Filmkritik: „Solomon Kane“ (2009)

Filmtitel: Solomon Kane
Regisseur:
Michael J. Bassett
Mit:
James Purefoy
Laufzeit: 104 Minuten
Land:
USA
Genre:
Abenteuer

Inhalt: Vor einigen hundert Jahren in Afrika. Der unbezwingbare Solomon Kane (James Purefoy) ist ein Söldner im Dienste der königlichen Majestät von England, Queen Elizabeth I. Nachdem ein weiterer Kampf halbwegs siegreich für Kane ausgegangen ist und er schon seine Hände durch einen riesigen Goldhaufen fahren lässt, erscheint ihm plötzlich ein Dämon. Er ergreift die Flucht, doch erkennt, dass seine Seele Gefahr läuft, in der Unterwelt zu landen. All die Kämpfe und den Tod, den er brachte, fordern nun also ihren Preis. Kane scheint emotional bewegt und kehrt nach England zurück, wo er von nun an ein friedliches Dasein in einem Kloster fristen will. Als sich eine neue Streitmacht aufmacht, ganz England zu unterwerfen, steht er vor einer schwierigen Entscheidung… sollte er, der nun geläuterte Kane, wieder zu den Waffen greifen – selbst wenn er weiss, welchen Preis er dafür zahlen müsste ? Doch das Auftauchen von allerlei Dämonen, unbekannten Maskierten und Hexen lässt ihm kaum Zeit, lange darüber nachzudenken…

Kritik: Also gut – die Figur Solomon Kane entstammt wie auch schon Conan der Barbar aus der Feder von Robert E. Howard. Beide Filme haben mit Sicherheit eines gemeinsam – es geht um kriegerische, starke Männer; die den ein oder anderen Kampf auszufechten haben. Im Falle von Michael J. Bassett’s Verfilmung zu Solomon Kane muss man feststellen, dass der Film wohl niemals einen vergleichbaren Kultstatus erreichen wird – und, dass besagter „Kampf“ eher im inneren einer Figur ausgetragen wird. Was natürlich nicht heissen soll, dass Solomon Kane mit Action- und Kampfszenen geizt ! Doch der Hauptcharakter erfährt hier eine (erzwungene, siehe Dämon) Gratwanderung zwischen seinem Dasein als reine Tötungsmaschine und einem geläuterten, hilfsbereiten Menschen. Auffallend ist, dass es dem Film tatsächlich gelingt, diese Gratwanderung glaubwürdig und stimmig zu präsentieren. Natürlich gibt es unzählige Actionszenen, die das Ganze nicht pro forma zu einer ausgefeilten Charakterstudie machen, doch besonders der Weg nach Kane’s Läuterung durch den Dämon fällt sehr spannend und erzählerisch kraftvoll aus. Untermalt wird dies noch zusätzlich durch die gute Filmmusik, sowie die poetisch-schönen Landschaftsbilder.

Solomon Kane als knallharter Kämpfer...

In der Tat, der Film hat seine positiven Seiten. Doch leider auch seine negativen. Denn während ich gerade die gefühlte Mitte des Filmes umschrieb, beginnt „Solomon Kane“ eher zäh: mit einer Schlachtenszene, die genausogut aus einem anderen Film hätte kopiert sein können. Kurz darauf folgte der erste „richtige“ Fantasy-Aspekt: spiegelartige Gebilde bergen grausame Dämonen in sich, die die Kämpfer verschlingen. Und Kane trifft auf einen Dämon, der mit einer etwas… übertrieben präsentierten Stimme (low-pitch, extrem basslastig – kennt man von anderen dämonischen Widersachern) seine Ansprüche an Kane’s Seele deutlich macht. das Problem: dieser Start macht einen den Film eben gerade nicht schmackhaft. Er führt eher dazu, dass man als Zuschauer leicht abgeschreckt wird ob dieser allzu unpassend wirkenden Szene, die man sich besser für einen späteren Zeitpunkt aufgespart hätte. Denn was danach folgt, ist Solomon Kane pur beziehungsweise beste Filmqualität: Kane’s Selbstzweifel, seine Interaktion mit einigen Pilgern und umherstreifenden Dieben; und später sein Aufeinandertreffen mit seinem zukünftigen Widersacher. Hier stimmt einfach alles: sowohl erzählerisch als auch technisch. James Purefoy brilliert als zwischen zwei Welten balancierender Kane, Optik und Sound verpassen dem Ganzen einen wunderbar malerischen Anstrich. Und die zahlreichen (zugegeben, leicht trashig wirkenden) Kampfszenen und das schnelle Tempo sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird; und dass die Filmemacher mal ordentlich aus dem vollen Schöpfen können.

... und als sinnsuchender, umherziehender Wanderer...

Der Bezug zu einer gewissen religiösen Symbolik bleibt nicht unverkennbar, doch im großen und Ganzen bleibt dies ein eher oberflächlich behandelter Aspekt (Kreuzsymbole, Dämonen, Hexen, Kirchentreue). Der Hauptfokus bleibt auf Kane, der durch gewisse Umstände quasi wieder dazu gezwungen wird, die Waffen zu ergreifen. Gegen Ende hin gerät das Ganze – leider – etwas ausser Kontrolle, beziehungsweise scheinen den Machern entweder die Ideen oder das Budget ausgegangen zu sein: während bereits das fragwürdige Versprechen eines sterbenden Vaters (du wirst erlöst wenn Du meine Tochter rettest) etwas plump daherkam – und sich sogar noch bewahrheiten wird – erscheint besonders der Endkampf viel zu schnell abgehandelt und simpel inszeniert. Die Antagonisten bleiben flach und wenig interessant, erstmals wird der „trashige“ Aspekt von Solomon Kane richtig deutlich. Es wird einfach keine besonders bedeutsame Geschichte erzählt, sondern eine; die sich in der Historie wohl schon mehrmals so abgespielt hat (Stichwort Familienfehde). Das einzige, was den Film hierbei etwas von der Masse abhebt, sind die Fantasy-Elemente, und natürlich der grundsätzlich interessante Hauptcharakter.

Fazit: Solomon Kane ist ein durchaus unterhaltsamer Film. Kein sonderlich schlechter, aber eben auch kein sonderlich guter. Dazu sind Anfang und Ende des Films einfach zu schwach, der eigentliche Storyaufhänger eher simpel konstruiert. Und die Widersacher Kane’s verdienen wohl allemal eine goldene Himbeere. Und hier soll der Teufel persönlich seine Finger im Spiel gehabt haben ? Nun ja, es bleibt unklar, warum sie dann nur zu so wenig fähig sind. Dafür aber gerät das Porträt der Hauptfigur spannend und ausführlich, und optisch ist das Ganze insgesamt ohne jeglichen Makel. Die Szenenaufbauten wirken stimmig, die Kostüme detailreich, die Kamerafahrten nett und auch die Spezialeffekte annehmbar.

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