Filmkritik: „Transformers“ (2007)

Filmtitel: Transformers
Regisseur:
Michael Bay
Mit:
Shia LeBeouf Megan Fox
Laufzeit: 144 Minuten
Land:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Vor langer Zeit lebten die Autobots glücklich und zufrieden auf ihrem Heimatplaneten Cybertron, irgendwo am anderen Ende des Universums. Doch mit der Machtgier Megatrons als Anführer formten sich die Decepticons, die wahren Widersacher der friedlichen Autobots. In den Wirren eines Krieges konnten sie mit Ach und Krach den All-Spark retten – einen mächtigen Gegenstand, der eine unvorstellbare Energie in sich bündelt. Es blieb ihnen nichts anderes übrig als ihn vor den Decepticons zu verstecken – und so landete er auf der Erde, genauer: in der Antarktis. Dort wurde das Artefakt Jahre später von Kapitän Witwicky (William Morgan Sheppard) gefunden und vom Militär konserviert. Sam Witwicky (ShiaLaBeouf), sein Enkel, scheint nun der Auserwählte zu sein, der als Bindeglied zwischen Autobots und Menschen fungieren soll. Doch Megatron und seine Schergen sind immer noch hinter dem All-Spark her, und scheuen auch nicht davor einen erneuten Kampf auf der Erde loszutreten… doch erst einmal gilt es, die „normalen“ Probleme eines Teenager-Daseins zu fokussieren. Da wäre zum Beispiel die Liebe, die sich beim schüchternen Sam noch nicht so durchgesetzt hat. Oder aber das erste eigene Auto, welches nun in Gestalt von Beetlebum, einem der menschenfreundlichen Autobots, den Weg zu ihm findet.

Kritik: Eigentlich ist Transformers ja die Fleischwerdung eines (männlichen) Kindheitstraumes: haushohe Roboter, die sich in Sekundenschnelle in einen x-beliebigen Gegenstad transformieren (verwandeln) können – und sich aufgrund einer Mission auf der Erde befinden. Und dann gibt es noch die Gegenseite, die „bösen“ Roboter, die den „guten“ ans Leder wollen – mit den Menschen quasi irgendwo dazwischen. Eine gute Voraussetzung – zumindest für die erfolgreiche Trickfilm-Serie eines längst vergangenes Jahrzehnts. Doch für einen Hollywood-Blockbuster von Michael Bay ? Man kann nur allzu schnell erahnen, in welche Richtung das Ganze gehen würde. Herausgekommen ist folglich eine überaus bombastische Realverfilmung, die vor allem eines ist: effektgeladen und laut. Das Problem: die neumodische, mehr als flotte Inszenierung kann kaum über die Schwächen in der Story, sowie ganz besonders die arg vereinfachten Charakterporträts hinwegtäuschen. Obwohl es, wie gesagt – sehr, sehr grell und laut wird ! Nebenbei haben die menschlichen Darsteller ohnehin einen eher zweitrangigen Posten in diesem Film. Doch auch das war abzusehen.

Seien wir einmal ehrlich: im Grunde ist die zugrundeliegende Geschichte um die Transformers eher uninteressant, besonders wenn es um einen (zudem noch überlangen) Realfilm geht. Dieses recht einfache, stereotypische „gut-böse“ Prinzip bietet eigentlich wenig Potential, und wurde in anderen Filmen bereits weitaus besser verpackt. Nostalgie in allen Ehren – doch besonders heutzutage fällt die extrem amerikanische Machart auf  – in allen Belangen, besonders aber in Bezug auf den vorherrschenden Patriotismus und Militarismus. Wären die Filmrechte an ein anderes Produktionsteam gegangen, wäre vielleicht noch etwas erträglicheres daraus geworden – speziell sollte man da an Fernost denken, wo generell eine Vorliebe für Mecha-artige Anime-Serien und Filme besteht. Aber so schlägt Hollywood einmal mehr gnadenlos zu: eine jegliche Philosophie wurde zugunsten einer fragwürdigen „zuschauerfreundlichen Entkomplizierung“ ad acta gelegt, stattdessen sieht man schnelle Autos, hübsche Frauen und einen unbeholfen Titelhelden – der natürlich über sich hinauswachsen wird und nicht nur zum Weltenretter, sondern auch zum Frauenschwarm avanciert. Möchte ich das, als erwachsener Zuschauer, wirklich sehen ? Oder ist der Film tatsächlich explizit für eine jüngere Zuschauergruppe, oder gar für ein unkritisches, amerikanisches Popcornkino-Publikum gemacht ? Denn eigentlich müsste selbst die relativ simple Story noch viel mehr Potential bieten. Es kommt eben immer darauf an, worauf man seinen Fokus als Filmemacher legt. Auf ein nachhaltig beeindruckendes Werk – oder auf einen schnellen „Action-Quickie“ wie in diesem Fall.

Es ist klar, dass die enormen Produktionskosten hierbei in keinem Verhältnis zum Endergebnis stehen. Stichwort Bedeutungsschwere: diese besitzt der Film nicht einmal ansatzweise. Stattdessen regiert eine allgemein quietschbunte Optik und reichlich Getöse. Natürlich, die Effekte sehen größtenteils einfach nur klasse aus – die detailreichen Szenen der Transformierungen, oder die Kampfszenen in Städten und Wäldern. Hier fällt die Inszenierung technisch perfekt, sehr actionreich und flott aus. Es bleibt aber das Problem, dass diese Szenen schnell „ausgelutscht“ und vielleicht sogar langweilig wirken können – gerade wenn man sie nicht als echte Seltenheit geschickt einstreut, sondern mit einer enormen Wehemenz dem Zuschauer immer wieder aufdrängt. Wenn diese Szenen dann auch noch mit einer (vermeintlichen) Witzigkeit gepaart werden (scherzelnde Autobots im Garten vom Sam’s Eltern), dann könnte man mit der sich entwickelnden Wirkung so seine Probleme haben. Denn die Mischung aus (eigentlich) bedeutender Welten-Errettung, nervigen Comedy-Elementen und dem allgemeinen Militarismus – alles unter der typischen Michael-Bay Ägide der dramatischen Schnitte und der tragischen Musik – wirkt eher unerträglich. Und selbstverständlich: viel zu amerikanisch !

Im Falle von Transformers zu einem finalen (Wertungs-)Resümee zu kommen, fällt nicht leicht. Der technische Part allein fällt zwar gelungen aus, wobei man sagen muss das weniger sicherlich mehr gewesen wäre. Die Optik ist nett, die Effekte sind beeindruckend, der Soundtrack ist typisch bombastisch – doch auf eine Art und Weise wirkt alles extrem kühl und künstlich. Die Schauspieler machen das Beste aus den ihnen zugeschnittenen Rollen, bieten dabei jedoch keinerlei Möglichkeiten der Identifikation (für erwachsene Zuschauer) und schaffen es einfach nicht, den Figuren soetwas wie wirkliches Leben einzuhauchen. Dies liegt in erster Linie am perfiden Skript, in welchem der Hauptfokus nuneinmal auf actionreiches Bombast-Kino gelegt wurde. Dennoch, diese Transformers-Realverfilmung hat ihre Fans, und das vielleicht auch zu Recht. Hirn aus, Heimkinoanlange an – und die technisch versierte, aber deutlich stumpfe und US-glorifizierende Materialschlacht genießen.

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