Filmkritik: „I Am Omega“ (2007)

Filmtitel: I Am Omega
Regie:
Griff Furst
Mit: /
Laufzeit:
90 Minuten
Herkunftsland:
USA
Genre:
Horror

Inhalt: Nur damit es kein Durcheinander gibt: dieser Film hat nur insofern etwas mit dem Blockbuster I Am Legend zu tun, als dass es sich um eine unabhängige Low-Budget-Verfilmung des Themas handelt. Etwas frecher könnte man vielleicht auch sagen: es ist ein (dreistes) Plagiat… zumal auch noch der prestigeträchtige Begriff Omega im Titel vorkommt, eine weitere Anspielung auf existierende, erfolgreiche Werke aus der Filmgeschichte (vergleiche Der Omega Mann). Die zugrundeliegende Handlung ist also eine ähnliche: Renchard (Mark Dacascos) ist ein einsamer Kämpfer, der sich nach dem tragischen Verlust seiner Frau und seines Sohnes voll und ganz auf den hoffnungslos erscheinenden Kampf gegen eine Horde Zombies konzentriert. Er verbarrikadiert sich in seinem Haus, sammelt Waffen und tüftelt an einem Plan, welcher ihm endlich die lang ersehnte Rache ermöglichen würde. Doch eines Tages meldet sich eine Frau und versucht mit ihm über seinen Laptop zu kommunizieren – ihr Name ist Brianna (Jennifer Lee Wiggins). Sie scheint eine der wenigen Überlebenden zu sein, die noch irgendwo in der Stadt verharren. Renchard ist nicht wirklich begeistert von dieser Kontaktaufnahme, aber nachdem auch noch 2 Ex-Militärs vor seiner Haustür auftauchen, nimmt er den ihm gegebenen Auftrag mehr oder weniger freiwillig an…

Kritik: Bereits mit dem Durchlaufen des Vorspanns ist klar: von I Am Omega darf man nicht zu viel, oder vielleicht auch gar nichts erwarten. Denn wer ein Plagiat so frech und offensichtlich als solches hinstellt, der kann es auch nicht sonderlich ernst meinen mit seiner Produktion. Über eine „Hommage“ zu reden, scheint sich in diesem Fall zu erübrigen: rein zufällig kam der Film recht zeitgleich mit I Am Legend heraus, um vielleicht doch noch ein paar verirrte Zuschauer einzufangen. Die Handlung ist gemäß dem Filmkontext reichlich öde: wieder einmal ist es ein einzelner, besonders fitter Mann, der warum-auch-immer die Wirren einer großen Zombie-Epedemie überlebt hat. Doch die ersten Minuten lassen gar ein wenig Hoffnung aufkommen: das Porträt von Renchard ist in diesen Minuten noch ein halbwegs akzeptables, das Setting noch stimmig. In dieser Zeit sehen wir hauptsächlich, wie Renchard mit seinem familiären Verlust umgeht, und wie er an neuen Waffen und Plänen schmiedet um den Zombies den Garaus zu machen – dabei immer auf der Schwelle zum Wahnsinn balancierend. Wäre diese Linie konsequent weitergegangen, dann hätte aus I Am Omega vielleicht mehr werden können.

Doch stattdessen steigt der Film nun völlig in den Ideen-Klau und eine allgemeine Unsinnigkeit ein. Klar, vielleicht könnte man noch darüber hinwegsehen, dass das gesamte Setting der verlassenen Stadt nun immer mehr an I Am Legend erinnert. Wenn aber die hier gezeigten Charaktere nicht nur unglaubwürdiger, sondern auch weitaus unsympathischer daherkommen als im Original (ob nun bei I Am Legend oder Omega Mann), dann fragt man sich ernsthaft, was dieser Film für eine Existenzberechtigung hat. Natürlich avanciert der kampfesmutige Renchard zu einem wahren Rambo, der einfach jeden Angriff überlebt – egal, wie oft auf ihn geschossen und er getroffen wurde. Natürlich verliebt er sich quasi vom Fleck weg in die einzige weibliche Überlebende, die er zu Anfang noch als eher nervig abstempelte. Natürlich „besorgen“ sich die beiden ein herumstehendes Auto und fahren damit seelenruhig durch die (leere – wo sind eigentlich die ganzen Zombies ?) Stadt, und entscheiden sich für die ein oder andere dämliche Spontanaktion (auch wenn dies einen Totalverlust des Autos bedeuten würde). Schnell wird klar, dass I Am Omega eigentlich nur mit sinnfreien, mehr oder weniger kunstvoll hintereinander gereihten Szenen arbeitet, die alle auf ein ganz großes Finale hinauslaufen: das Explodieren einer riesigen Bombe. Mit einem großen Knall also soll die Welt, pardon; die Stadt gerettet werden. Aber wird unser Superheld überhaupt soweit kommen ? Eher eine nervige, als eine spannende Angelegenheit.

Und dann, das große Finale – wenn man es als Zuschauer überhaupt so lange ausgehalten hat. Eigentlich müsste man diesen Film schon wieder empfehlen ob dieser Schlussszene – eine misslungenere gab es wohl lange nicht mehr. Aufgrund der miesen Spezialeffekte gibt es ein zusätzliches Kopfschütteln inklusive – neben dem, welches man wohl seit den ersten Minuten und aufgrund der eher hirnlosen Story an den Tag legen wird.  Was gab es zwischendurch noch für Stilmittel… immerhin muss man eingestehen, dass die Optik im Gesamten im höheren Bereich der Billig-Produktionen anzusiedeln ist. Zwar ist es nur allzu auffällig, dass der ein oder andere Bildfilter zusätzlich verwendet wurde, um das Ganze „stimmiger“ aussehen zu lassen – doch in Sachen Schnitt und Kamera geht das Ganze noch als Durchschnitt durch. Die Darsteller überzeugen nicht wirklich, man weiss ja, dass besonders ein gewisser Mark Dacascos eher für die etwas… günstigeren Produktionen angeheuert wird; bei denen man meist schon vorher weiss dass kein großer Erfolg abzusehen ist. Immerhin ist es aber nicht ganz so dramatisch in diesem Fall, es liegt hauptsächlich nicht am Schauspiel (oder gar an der etwas brutaleren Szene, die nicht so recht in Kontext gepasst zu haben scheint), es geht in erster Linie um:

  • Den dreisten Namens-Klau im Titel;
  • Das ebenso dreiste Kopieren von Elementen aus anderen Filmen;
  • Die allgemeine Einfallslosigkeit und gefühlte „Leere“ des Films; und
  • Das schreckliche Finale, das zusätzlich mit Güteklasse-Z-Spezialleffekten aufwartet.

Fazit: Beinahe ohne Worte.

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