Filmkritik: „Der Sternwanderer“ (2006)

Originaltitel: Stardust
Regisseur:
Matthew Vaughn
Mit:
Ben BarnesClaire DanesMichelle PfeifferRobert De Niro
Laufzeit: 127 Minuten
Land:
USA / Großbritannien
Genre:
Abenteuer

Inhalt: In einem alternativen heutigen England strebt ein junger Mann namens Dunstan (Ben Barnes) nach der Hand seiner holden Angebeteten (Sienna Miller). Die wiederum flirtet lieber mit einem anderen, der es als waschechter Macho natürlich auch gleich auf Dunstan abgesehen hat. Der hat fortan kein leichtes Spiel, und entscheidet sich, wie schon damals sein eigener Vater nach Stormhold zu gehen. Diese eigentlich „verbotene“ Zone findet sich auf der anderen Seite einer alten Mauer, die von einem Wächter mehr oder weniger gut bewacht wird. Er ist auf der Suche nach einem gefallenen Stern, der dieser Tage irgendwo in den Weiten dieses magischen Landes niedergegangen sein soll. Den will er seiner liebsten bringen, um ihr so seine unendliche Liebe und seinen Heldenmut zu beweisen. Letztendlich findet er jedoch keinen Stern, sondern Yvaine (Claire Danes) vor, die sich mit Dunstans Auftauchen (und seinem ständigen Gerede) sofort genervt fühlt. Von ihrer wahren Bedeutung noch abgelenkt, muss Dunstan bald feststellen, dass noch ganz andere hinter dem „Stern“ her sind. Zum einen wäre da die Schar von Prinzenbrüdern, von denen jeder den Thron besteigen möchte – mithilfe des Sterns. Zum anderen wäre da noch ein dubioses Hexentrio (angeführt von Michelle Pfeiffer), die den Stern als Quell der Jugend für sich beanspruchen wollen…

Kritik: Was zuerst als ein wenig kitschig oder vorhersehbar klingt, entpuppt sich tatsächlich – und auch zu meiner Überraschung – zu einem spannenden und liebevoll inszenierten Fantasy-Streifen für jung und alt. Der Sternwanderer ist Familienunterhaltung pur – eine märchenhafte Story wird mit allerlei aberwitzigen Elementen und einer gewissen Situationskomik verknüpft, sodass letztendlich eine symbiotische (Film-)Welt entsteht. Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Films ist natürlich der „Stern“, hinter dem alle Welt her zu sein scheint. Besonders gelungen ist hierbei, dass sich die verschiedenen Fraktionen auf ihrer Suche immer wieder begegnen, und somit auch entsprechend interagieren. Besonders charmant erscheint auch die Darstellung des Hexentrios, welches gar nicht mal so fies (sondern eher unbeholfen) daherkommt: man gewinnt eine jede Fraktion aufgrund ihrer leichten Tollpatschigkeit schnell lieb, und sympathisiert mit so gut wie jedem Charakter. Jeder hat schließlich einen anderen Beweggrund, aber wer wird am Ende das Rennen machen ?

Natürlich gibt es auch eine große Liebesgeschichte, die über allem schwebt (Stichwort: Klischee). Aber dieses Mal hat man das Gefühl, als stünde sie von der Bedeutung ebenbürtig der Suche nach dem Stern gegenüber, allzu schnulzig oder kitschig wird es also nicht wirklich. Dafür ist der Genre-Mix auch zu vielfältig: neben dem Oberbegriff Fantasy gesellen sich wohl auch noch allerlei Aspekte aus Komödie, Drama und Abenteuer hinzu. Die Darsteller sind durch die Bank sympathisch, und scheinen viel Spaß bei der Produktion dieses Films gehabt zu haben. Das überträgt sich natürlich auch direkt auf den Zuschauer. Interessanterweise hat auch Robert De Niro eine (glücklicherweise etwas längere) Gastrolle, und spielt diesmal einen recht komischen, ambivalenten Charakter. Einerseits ein furchteinflößender Kapitän einer Horde wilder Luftpiraten, andererseits ein… man lasse sich einfach überraschen ob einer speziellen Szene mit einem Kleiderschrank. Doch die Komik die hier entsteht wirkt nie wirklich platt, gekünstelt oder unbeholfen – zumal es ohnehin weniger die Pointen, als die allgemein vorherrschende Situationskomik ist die den Film auszeichnet.

Der Film wirkt insgesamt zwar wie ein aufwendig inszenierter (und gut finanzierter) Hollywood-Streifen, aber dennoch vermag er es, sich aus der Masse positiv abzuheben. Die Optik ist die vorwiegend märchenhafte Grundstimmung abgestimmt. Spezialeffekte kommen auch vor, jedoch halten sich diese in Grenzen und schaden dem Gesamteindruck keinesfalls. Besonders positiv stechen die Wahl der Schauplätze, sowie auch die vielen wäldlichen Gegenden und ländlichen Dörfer hervor. All dies wird untermalt von einem sehr soliden Soundtrack, der so manches Mal zwar etwas zu laut aufgedreht zu sein scheint, aber dennoch durch sehr gelungene, klassische Töne zu überzeugen weiss.Der technische Part an sich ist als durchaus gelungen zu bezeichnen, die Liebe zum Detail macht (im Vergleich zu anderen Werken) den Unterschied.

Fazit: Der Sternwanderer ist nicht unbedingt besonders anspruchsvoll. Oder vielleicht ja gerade doch (Stichwort Tiefsinn), aber die Botschaften sind relativ klar und deutlich erkennbar, die Poesie wird in einem sehr lockeren, unterhaltsamen Rahmen verpackt. Man könnte sich darauf einigen, dass der Film sehr unterhaltsam und wenig anstrengend ist – er also eine klare Daseinsberechtigung für jede Altersklasse hat. Jüngere Zuschauer werden begeistert sein ob der „Magie“ und den teilweise überzeichneten Charakteren; Erwachsene werden ihre Freude haben, altbekannte Darsteller mal in etwas… anderen Rollen zu sehen. Und für alle gibt es dann noch die entsprechenden Botschaften serviert, zwar eher eindeutig als zwischen den Zeilen; aber ein guter Film muss nun einmal nicht zwingend unendlich anspruchsvoll sein.

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