Filmkritik: „Der Kindergarten-Daddy 2“ (2007)

Originaltitel: Daddy Day Camp
Regisseur:
Fred-Savage
Mit:
Cuba Gooding Jr.
Laufzeit: 89 Minuten
Land:
USA
Genre:
Komödie

Inhalt: Dieser Film beschäftigt sich mit Charlien Hinton (Cuba Gooding Jr.), seine Interessen für seine Familie; und seine leicht tollpatschig wirkenden Bemühungen, eine besondere Art der Ferienbetreuung für Kinder zu etablieren. Mit Hilfe von seinem Kumpel Phil Ryerson (Paul Rae), einem Vater aus der Nachbarschaft, entscheidet er sich, ein altes Sommercamp wieder aufblühen zu lassen – jenes Camp, in dem Charlie selbst als Kind zu Besuch war. Doch aller Nostalgie zum Trotz, schon bald stellen die beiden fest, dass es doch einige Schwierigkeiten geben würde. Das Camp wieder in Schuss zu bringen ist keine allzu leichte Aufgabe ! Sei’s drum – die ersten Kinder sind bald zu Gast – und leider taucht auch ein gewisser Lance Warner (Lochlyn Munro) auf, der ein benachbartes Camp führt. Er erklärt Charlie sogleich den Krieg, schließlich kennt ihr ihn als Rivalen bereits seit der Kindheit. Die beiden planen, das Ganze sportlich auszutragen: in einem Wettkampf, der zeigen soll, wer nun der bessere Betreuer der beiden ist. Hierbei erhält Charlie „professionelle“ Hilfe von seinem eigenen Vater (Richard Gant), der ein pensionierter Militäroberst ist.

Kritik: Nun, dies ist eine Fortsetzung des (noch recht erfolgreichen) Films Der Kindergarten Daddy aus dem Jahr 2003, mit Eddy Murphy in der Hauptrolle. Kann das filmische Niveau also gehalten werden, was bei Sequels ja immer so eine Sache ist ? In diesem Fall: ein klares Nein ! Der Kindergarten-Daddy 2 ist nicht nur eines der miesesten Sequels die es je gab, sondern vielleicht auch einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Die Begründung dafür zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film: die Inszenierung wirkt amateurhaft, die Gags absolut altbacken und kindisch, die Botschaften die transportiert werden sollen einfach nur lächerlich. Dies beginnt mit einer der ersten Szenen, in der eine Gruppe von Kindern das Camp erreicht – nachdem die beiden „Aufseher“ das Camp wieder alltagstauglich gemacht haben. Haben sie ? Nun, davon sehen wir als Zuschauer leider nichts – klar ist die ganze Bürokratie einstweilen lästig, doch zwangsläufig bekommt man den Eindruck, als könnte wahrlich jeder irgendeinen heruntergekommen, baufälligen Schuppen als offizielles Sommercamp anpreisen.

Der Bus mit der ersten Gruppe der Kinder kommt also an – und rast frontal in ein Gebäude. Der erste richtige (sehr fragwürdige) „Gag“ des Films – man sieht, man wird sich vor Lachen kaum halten können… ! Die Macher tun mir leid, denn das Gegenteil ist der Fall – eher ist Kopfschütteln angesagt. Und es geht munter weiter: hätte es vorher noch keinen Fäkalhumor gegeben, wäre Der Kindergarten-Daddy 2 mit Sicherheit ein echter Meilenstein geworden. Erwachsene, die sich gegenseitig anfurzen, ein Rülps-Wettbewerb, ein Kind, welches sich übergibt (allerdings immer direkt auf Charlie) – wie öde. Genauso wie die Porträts der Charaktere: Charlie kommt einfach nicht raus aus der Rolle des hilflosen Tollpatsches, sein „Gegner“ bleibt stets ein narzisstischer Dämlack (pardon) – da können auch die verkörpernden Darsteller nichts mehr reissen. Charakterstudie mal in einfach ! Sicher, im Grunde ist dies ein Film für Kinder – doch auch die sind nicht so blöd, das hier gezeigte für voll zu nehmen. Einige Lacher wird es vielleicht geben… aber dafür wäre mir der Preis einfach zu hoch. Denn was tut man nicht alles, wenn man selbst nicht weiterkommt ? Richtig, man holt sich Verstärkung. In diesem Fall kommt Charlie’s Vater ins Spiel, ein pensionierter Oberst. Wow – was für eine (allzu deutliche !) Hymne auf den amerikanischen Patriotismus und leider auch -Militarismus. Ja, da muss schon mal mit einem militärischen Drill gearbeitet werden, wenn man etwas erreichen möchte (wohlgmerkt, dieser Drill bezieht sich auf Kinder !) – das heisst, gehorchen und das Hirn ausschalten. Selbiges gilt ja auch für den Zuschauer, von daher…

Was für eine sagenhafte Komödie… !

Immer noch nicht genug ? Gegen Ende hin wird es nämlich noch schlechter. Kurz zuvor glaubte ich tatsächlich, so etwas wie einen frischen Wind zu spüren: nämlich als es zur Aussprache zwischen Charlie und seinem Vater kam.Vielleicht die einzige, halbwegs gute Szene im Film. Doch dann ging es so richtig los: im großen, alles entscheidenden Wettkampf entdeckt die eine (die „gute“) Seite, dass die anderen (die „bösen“) etwas unfair agieren. Und liebe Kinder, was tut man, wenn man merkt dass jemand mit gezinkten Karten spielt ? Richtig, man macht es nach. Oder aber noch schlimmer: in diesem Falle werden dazu Stinktiere, Urin, Erbrochenes (würg) und ähnliches genutzt. Ist das also eine allgemein gültige und gute Darstellung von einem sportlichen Konkurrenzkampf ? Selbst in Anbetracht des mildernden Genres „Komödie“ ist es eine absolute lächerliche, eklige und miese. Dann war da ja noch die Darstellung des „Gegnercamps“, in dem eher reiche Kinder zu Gast waren. Das bedeutet… ? Richtig, die reichen sind eingebildet, blöd und gar nicht so kameradschaftlich wie die anderen, die „guten armen“ die sich mit weniger zufrieden geben. Die wiederum aber finden ihre einzige Existenzberechtigung (und damit die des Camps) fraglicherweise darin, eben dieses „reiche“ Camp zu bekämpfen, wenn auch auf kindliche Art und Weise.

Fazit: Zu den technischen Aspekten. Das Bild wirkt insgesamt in Ordnung, wenngleich die Optik einen gewissen B-Movie Charakter an den Tag legt (was sicherlich so nicht beabsichtigt war). Cuba Gooding Jr. kann ebenfalls nicht wirklich überzeugen (und schon gar nicht als „Nachfolger“ von Eddy Murphy). An seinem ständigen, künstlich wirkenden Dauergrinsen hat man sich schnell sattgesehen. Alles andere ist schlicht und einfach kein Schauspiel – auch in Sachen Kinderdarsteller. Das liegt jedoch nicht an ihnen, sondern am absolut perfiden Drehbuch. Wobei – Regisseur Fred Savage war selbst einmal ein recht bekannter Kinderdarsteller. Doch offensichtlich nutzen ihm diese Erfahrung in keinster Weise als Regisseur. Ich möchte Der Kindergarten-Daddy 2 dennoch empfehlen: als schlechteste Komödie, die ich je sah. Wer es also einmal darauf anlegt zu erfahren, was man alles in Bezug auf eine Komödie und ein Sequel alles falsch machen kann, der sollte zugreifen. Für alle Eltern gilt: bitte nicht für einen Familien-Fernsehabend einplanen.

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