Filmkritik: „Surrogates“ (2009)

Filmtitel: Surrogates
Regisseur:
Jonathan Mostow
Mit:
Bruce Willis – Radha Mitchell
Laufzeit: 89 Minuten
Herkunftsland:
USA
Genre:
Science Fiction / Action

Inhalt: Wir befinden uns inmitten einer vielleicht gar nicht so fernen, aber dennoch futuristischen Situation: die sogenannten Surrogates gehören nunmehr direkt zum menschlichen Alltag. Es handelt sich um menschenähnliche Maschinen, die vom jeweiligen Besitzer bequem von zuhause aus gesteuert werden. Tom Greer (Bruce Willis) ist eine eifriger Cop, der bis  zu einem denkwürdigen Ereignis seinen Surrogate ohne Bedenken nutzt – wie jeder andere auch. Zusammen mit seiner Partnerin Jennifer Peters (Radha Mitchell) enthüllt er aber bald ein schreckliches Geheimnis: Menschen, die ihren Surrogate benutzen, können tatsächlich sterben; wenn ihr technisches alter Ego unter speziellen Umständen eleminiert wird. Auch die Widerstandsbewegung schläft nicht, eine kleine Minderheit an Menschen hat sich in spezielle, noch Surrogate-freie Zonen zurückgezogen. Genau hierhin verschlägt es letztendlich auch Tom Greer, auf seiner Suche nach dem gefährlichen Surrogate-Killer. Wird er es schaffen, diesen noch unbekannten Feind aufzuspüren und so die allzu reellen Morde zu stoppen ? Oder droht gar eine Revolution, ein Kampf Mensch gegen Maschine – beziehungsweise eher Mensch (Maschinen-Freund) gegen Mensch (Maschinen-abhängig) ?

Kritik: Surrogates reiht sich wie auch schon Gamer in die Riege der leicht zukunftsorientierten Actioner ein, die sich mit gar nicht so abwegigen Situationen beschäftigen. Eine Frage, die im wesentlichen immer wieder auftauchen wird (ob im Film oder direkt beim Zuschauer) ist: wie verändern sich Moral und Ethik auf einer von Maschinen oder artifiziellen Welten dominierten Erde ? Dass diese Frage aufkommt, ist hoffentlich der Fall – denn schlecht inszenierte Filme schaffen es trotz der zugrundeliegenden Thematik nicht, gewisse Botschaften zu transportieren und wichtige Fragen aufzuwerfen. Hin und wieder gibt es aber diese speziellen Jahre, in denen leicht zukunfts-visionär angehauchte Filme einen regelrechten Boom erfahren. So springt auch Surrogates mit auf diesen Zug auf, doch eines ist bei einem derartigen Hollywood-Action-Blockbuster mit hochkarätigen Darstellern fast automatisch klar: allzu viel neues wird einem nicht geboten. In diesem Fall ist es leider nicht anders.

Schöne (neue) Technik-Welt… ?

 

Das Problem liegt – wie so oft – an den Entstehungsschwierigkeiten einer zweiten Ebene, nämlich der interpretatorischen. Diese ist in anderen Postivfällen oftmals weitreichend, und geht bestenfalls auch über den Filmkontext hinaus. Stattdessen wird in Surrogates der Fokus fast ausschließlich auf einen spezifischen, kleinen Film-Mikrokosmos gelegt, in dem ein gewisser Tom Greer ein besonderes Verbrechen aufdeckt. Das Ergebnis ist – trotz des Wegfalls von der besagten zweiten Ebene – auch recht unterhaltsam ausgefallen. Man begleitet den Polizisten, und erfährt genau wie er immer mehr, um letztendlich alle Zusammenhänge und Folgen der Surrogate-Benutzung zu realisieren. Immerhin macht es sich Surrogates nicht ganz so leicht wie beispielsweise Gamer: es genügt nicht, einen einzelnen Bösewicht zu eliminieren, um die Welt zu retten. Dennoch fällt die Gesamt-Wirkung bei weitem nicht so tiefgehend aus wie eigentlich erwartet. Stichwort „weitreichende Bedeutung“: es war ja schon irgendwie klar, dass Bruce Willis eine Hauptrolle spielen wird, doch bei Filmen mit ihm hat man immer das Gefühl, als dominierte er geradezu die gesamte Szenerie, man könnte vielleicht von einer gewissen „Überpräsenz“ sprechen. Eben dieses führt auch zu einem Verlust des Gefühls, diese Surrogate-Sache gehe alle Menschen (und vielleicht auch den Zuschauer, fiktionell) etwas an.

Zu den objektiveren Aspekten – das sind zweifelsohne die technischen Aspekte des Films. Diese bewegen sich alle auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Man sieht durchaus, dass ein großer Wert auf die optische Stilisierung gelegt wurde, dementsprechend kühl und „futuristisch“ wirkt das Bild, sowie auch die auf glatt getrimmten Gesichter der Protagonisten (= artifizielle Gesellschaft). Glücklicherweise wurde, im Gegensatz zu anderen neuen Filmen – grundsätzlich auf überdrehte Special-Effects oder Kamera-Gewackel verzichtet. Das große Plus des Films ist auf die Darsteller zurückzuführen, die weitaus mehr Möglichkeiten (besseres Drehbuch !) als zum Beispiel Gerald Butler in Gamer hatten. Trotz einer gefühlten „Überpräsenz“ ist Bruce Willis natürlich ein ausserordentlicher Darsteller, der nach wie vor besonders in der Rolle des Einzelkämpfers aufgeht. Alle anderen werden eben aufgrund dessen aber kaum im Gedächtnis des Zuschauers bleiben.

Was für ein verkab(b)eltes Leben… !

Fazit: Surrogates ist einer der besseren neuzeitlichen Filme über die Thematik „Mensch und Maschine“, davon abgesehen ist er aber wohl kaum als ausserordentlich sehenswert oder gar als Meilenstein zu bezeichnen. Die positiven Aspekte zusammengefasst: ein aktueller Bezug ist gegeben, man wird gut unterhalten, die nach-und-nach Aufklärung der Umstände erfolgt kontinuierlich und spannend, die ein oder andere Überraschung gibt es sogar auch noch im Verlauf des Films. Technisch ist das Ganze ebenfalls absolut gelungen ausgefallen. Solide Unterhaltung mit einer guten Portion Action, aber immer noch merklich fehlendem Tiefgang.

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Ein Gedanke zu “Filmkritik: „Surrogates“ (2009)

  1. Kann man so stehen lassen. So richtig schlecht war der Film nicht, aber so richtig gut auch nicht…wenig essentiell. Anschaubar…technisch und visuell auf hohem Niveau…storytechnische Umsetzung solala. Punktet allerdings durch Willis. Würde zu einer leicht schlechteren Wertung tendieren.

    6.0/10

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