Filmkritik: „2012“ (2009)

Filmtitel: 2012
Regisseur:
Roland Emmerich
Mit:
John Cusack
Laufzeit: 158 Minuten
Herkunftsland:
USA / Kanada
Genre:
Action

Inhalt: Die Maya-Kultur hat es bereits vor langer Zeit vorausgesagt: im denkwürdigen Jahr 2012 wird die Menschheit, so wie wir sie alle kennen, aufhören zu existieren. Eine Katastrophe von unglaublichen Ausmaßen wird sich ereignen – und die kürzlich entdeckte Sonneneruption ist ein erstes Anzeichen dafür. Stärker als alles bisher dagewesene führt sie zu einem Teilchenausstoss der ungewöhnlichen Sorte: diese zerstörerischen Atome wirken sich direkt auf den Erdkern aus, und bringen den gesamten Planeten aus dem Gleichgewicht. Die Regierungen sind alarmiert, es werden innerhalb kürzester Zeit Maßnahmen getroffen um den Fortbestand der menschlichen Spezies dennoch zu sichern. Riesige, moderne Arche-Noahs sollen genutzt werden, doch diese bieten nur eine stark begrenzte Anzahl an Plätzen. So möchte auch Buchautor Jackson Curtis (John Cusack) für sich und seine Familie einen sicheren und rettenden Platz ergattern…

Kritik: Wir als Zuschauer begleiten also besagten Herrn Curtis, sowie hauptsächlich noch die Familienmitglieder Noah (Liam James), Lilly, (Ex-)Frau Kate (Amanda Peet) und deren neuer Freund Gordon (Thomas McCarthy). Das Problem der sogenannten „Katastrophenfilme“ war schon immer schwierige Gratwanderung aus Einzelporträt und Menschheitsschicksal – so bietet auch 2012 leider keine neue Perspektive in Bezug auf diesen Gesichtspunkt. Aber was beispielsweise in Poseidon noch schier unerträgliche Züge annahm („die paar tausend Menschen können doch ruhig sterben – hauptsache die Familie kommt durch…„) fällt hier zum Glück nicht ganz so drastisch aus (schließlich ist sich jeder selbst der nächste in einer Ausnahmesituation), obwohl die Zahlen diesmal sogar in die Milliarden gehen. Klar, man braucht auch in so einem Film Hauptcharaktere, um die Geschichte zu erzählen – doch letztendlich ist es auch die Arbeit des Regisseurs, dem  Zuschauer nahezubringen, dass dort gerade etwas bedeutendes geschieht. Wenn man aber sein Augenmerk nur auf das Porträtieren einer einzelnen Familie (oder einigen mehr) legt, und alle anderen Menschen nunmehr zu Statisten verkommen deren Tod „niemanden stört“ – dann ist das sicherlich der falsche Weg.

Nun gut, der Film versucht aber eben auch aufzuzeigen, was im Falle einer derartigen Selektion (wer darf überleben, wer nicht ?) unter und mit den Menschen passieren könnte. Schade ist nur, dass dies eigentlich eher nebensächlich geschieht (Stichwort Gruppendynamik und Verhalten von Menschenmassen); sondern stattdessen nur der Familienzusammenhalt aufgezeigt wird – dieses jedoch ebenfalls nicht in einer angemessenen Tiefe. Es war zwar von Anfang an klar, dass es sich bei 2012 um nicht mehr als blosses Popcorn-Kino a’la Independence Day (der war aber ungleich besser und origineller) gehen würde, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass dieser Film hier durchaus als aktuellstes Negativbeispiel fungieren könnte. Produktionsaufwand und -Kosten noch und nöcher – aber ein eher lachhaftes Ergebnis. Dies liegt mit Sicherheit auch an den unzähligen Computereffekten (die heutzutage ja einen Großteil der Kosten ausmachen); eigentlich sieht der gesamte Film aus als stamme er komplett aus dem Rechner – nur die Darsteller bleiben übrig als „echte“ Teilkomponente. Und besagte Effekte wirken leider auch nicht immer passend oder besonders authentisch – vieles sieht arg gekünstelt oder deutlich übertrieben aus. Einen Soundtrack konnte ich leider nicht wirklich vernehmen, ging er doch in der allgemeinen Effekthascherei etwas unter. 2012 ist bunt, laut und teuer ausgefallen – typisch Hollywood eben.

Die Welt geht unter… stilecht mit ganz viel Krach und Getöse

Doch all dies wäre gar nicht mal so verwunderlich oder negativ zu bewerten (schließlich waren die Erwartungen nicht allzu hoch), wenn da nicht noch die echten „Raffinessen“ von Emmerich zum Zuge kommen würden. Diese äussern sich natürlich in erster Linie in der (recht hanebüchenen) Erklärung über die Entstehung der Katastrophe, sowie in den heutzutage schon zum guten Ton gehörenden Appelle an den Klimaschutz oder allgemein an die „Erhaltung der Erde“. Man möchte gar nicht erst anfangen darüber zu sinnieren, inwiefern eine Filmproduktion nützlich oder schädlich in Bezug auf unsere ökologische Entwicklung ist… doch dies nur nebenbei. Wenn man aber, und damit zurück zum Film, zum gefühlten x-ten Male einen gehetzten John Cusack sieht, wie er mit gewaltigen 1,5 Sekunden Vorsprung einer Feuerwand (einer Explosion, einem Erdrutsch et cetera) entkommt, dann soll das zwar als Spannungs-Element dienen – doch zumindest jeden erwachsenen Zuschauer dürfte der übertriebene Einsatz dieses Stilmittels auffallen. Richtig übel wird es allerdings erst gegen Ende des Films, als unsere Film-Familie wieder endgültig zueinander findet – allerdings erst, als eine gewisse Person (unglücklicherweise ?) verstorben ist. Diese Art von merkwürdigen Sterbefällen im Film, die auf eine krude Art und Weise gerechtfertigt dargestellt werden sollen, waren mir schon immer ein Dorn im Auge.

Einzig und allein Woody Harrelson scheint begriffen zu haben, worum es in „2012“ geht…

Fazit: Schlussendlich bleibt nur folgendes Resümee zu formulieren: 2012 ist einer der typischen Hollywood-Blockbuster, die frei von einem jeglichen Sinn und Verstand inszeniert worden sind. Hirn aus, das laute Gekrache und Gerummse wirken lassen – sofern man auf eine gute Story, nachhaltige Charakterentwicklungen oder allgemein: das Nachdenken verzichten kann. Da die Effekte insgesamt noch als mittelmässig durchgehen (teilweise gut, aber deutlich überladen), die Darsteller einen noch akzeptablen Job machen (wie sollte es bei diesem simplen Drehbuch auch anders sein ?), John Cusack recht sympatisch ist… die folgende Punktzahl.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Filmkritik: „2012“ (2009)

  1. Naja wer bei diesem Film erwartet hat, das er es ein Film mit viel Story und noch mehr Sinn bestückt sei, dem kann man eigentlich nicht wirklich helfen.
    Mir war von Anfang klar, das es hauptsächlich darum geht, in möglichst kurzer Zeit, möglichst viel kaputt zu machen, von daher bin ich mit einer eher neutralen Meinung an den Film rangegangen.
    Da ich kein großer Fan von Katastrophenfilmen bin, ist auch 2012 recht weit oben bei mir angesiedelt.
    Es gibt vieles was mich gestört hat, naja gut wem nicht, vor allem aber das die Familie und besonders der Hauptdarsteller in dem Film viele male immer knapp dem Tod entkommen sind und natürlich, wie Oliver schon sagte der neue Freund der Familie stirbt und die Nette Frau sich dann wohl denkt. Oh nun ist mein Freund weg, dann lieb ich doch gleich mal meinen Ex-Mann wieder. Das ist für mich eigentlich das schlimmste an dem ganzeN Film. Naja, aber wer nicht zuviel erwartet kann eben auch nicht sehr enttäuscht werden …

    Bewertung von mir 5 von 10.

    Gefällt mir

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s