Filmkritik: „Timber Falls“ (2007)

Filmtitel: Timber Falls
Regie:
Tony Giglio
Mit:
Josh Randall – Brianna Brown
Laufzeit: 93 Minuten
Herkunftsland:
USA
Genre:
Horror

Inhalt: Ein Pärchen aus der Großstadt möchte einmal so richtig abschalten und der Zivilisation entkommen. Sie planen einen Trip in die Berge Westvirginias, und lassen sich einen Wanderweg mit dem Namen Timber Falls von einer Einheimischen empfehlen. Mike (Josh Randall) und Sheryl (Brianna Brown) lieben die Stille und die wunderschönen Landschaften, und: sie lieben sich. Leider wird ihr Techtelmechtel unter freiem Himmel jäh unterbrochen; nämlich als einige bewaffnete, ruppige Einheimische auftauchen und ihnen das Leben fortan schwer machen. Doch nach einer Übernachtung im Zelt ist Sheryl auf einmal spurlos verschwunden – Mike glaubt einen Zusammenhang. Doch sind es wirklich die Männer vom Vorabend, die sie entführt haben – oder steckt doch jemand ganz anderes dahinter ? Mike kommt nach einer schweren Verletzung, die er sich in der Hektik dummerweise an einer Bärenfalle zugezogen hat, erst einmal bei Ida (Beth Broderick) unter, die seine Verletzung behandelt und ihn beruhigt… aber welches Geheimnis verbergen die Menschen, die hier leben ?

Kritik: So schön die Zusammenfassung des Plots auch klingt, eben aufgestellte Fragen tauchen (leider) nicht wirklich im Film-Kontext auf. Timber Falls ist ein Horror-B-Movie der etwas.. vorhersehbaren Sorte. Es beginnt damit, dass in den ersten Sequenzen Szenen aus der später noch wichtigen „Foltergruft“ gezeigt werden, die jedoch nichts mit dem Pärchen Mike und Sheryl zu tun haben – sie nehmen lediglich vorweg, was später auf die beiden zukommen würde. Doch damit nicht genug: es wird nur allzu schnell ersichtlich, wer alles in dieser großen „Verschwörung der Hinterwäldler“ eine Rolle spielt, und wer nicht. Schade eigentlich, da Timber Falls mit Sicherheit ein gewisses, durchaus flottes Tempo an den Tag legt und eigentlich auch zu keiner Zeit wirklich langweilig wird. Nur eben sehr, sehr vorhersehbar.

Die größte Schwäche des Films bleibt demnach die Story, beziehungsweise eher die krude Umsetzung derselben. Denn eigentlich sind die Grundvoraussetzungen (zumindest für das Genre) durchaus erfüllt: wir haben ein stimmiges Setting, sympathische Darsteller, und einige (merkwürdig religiös veranlagte) Spinner, die ein recht eigensinniges Ziel verfolgen und dabei eben auch über Leichen gehen. Weiterhin gibt es einige Einflüsse aus dem Splatter-Genre zu sehen, zu denen auch die Folterkammer und die mitunter recht heftigen Gewaltdarstellungen zählen. Und natürlich: einen verunstalteten Psychopathen, der ebenfalls im „Haus des Schreckens“ wohnt und die menschliche Beute einsammelt und unter Kontrolle hält. Das Problem: durch zahlreiche Szenen, in denen ein gewisses Fremdschämen angesagt ist („wie blöd kann man eigentlich sein?“), verliert der Film enorme Anteile seiner Glaubwürdigkeit und dem wohl ursprünglich geplanten Schauder-Effekt.

Wenn ein Pärchen in die Berge reist, um die Natur zu genießen, ist das eine (verständliche) Angelegenheit. Wenn die beiden ihren Fokus auf das übereinander-Herfallen unter freiem Himmel legen (statt auf die atemberaubende Landschaft), ist das vielleicht auch noch in Ordnung und nachvollziehbar. Wenn die beiden sich aber später (und in Gefahrensituationen) einfach nur noch dämlich verhalten und sich über Dinge wundern, die aller Wahrscheinlichkeit nach passieren müssen – dann wirkt das leicht ermüdend und einstweilen sogar lächerlich. Besonders auffällig ist dies bei den Szenen mit Ida, der „religiösen Fanatikerin“ – es scheint, als ob besonders Mike immer wieder erstaunt darüber ist, wo sie denn auf einmal herkommt (nachdem er sie bewusstlos zurückließ). Pardon, die Antagonisten des Films können es doch auch (Fesseln, Einsperren eventuell ?) – warum also nicht auch der sonst recht solide wirkende Mike ? Merkwürdig. Immerhin ist das Setting, in dem sich die Charaktere bewegen, nett ausgewählt und stimmig in Szene gesetzt. Es entsteht mitunter eine richtig schöne, B-Movie Horror-Stimmung, die einen sogar leicht das Gruseln lehrt. Den größten Anteil an den positiven Aspekten haben aber die Darsteller, die wirklich noch einiges wettmachen. Auch die Kameraführung, der Sound (typisch: dramatisch bei gruseligen Szenen) und alle anderen handwerklichen (technischen) Aspekte gehen in Ordnung.

Fazit: Letztendlich überwiegen die negativen Aspekte und das Gefühl, dass all dies schon einmal dagewesen ist, mehr als deutlich. Zwar ist die Idee um eine etwas… andere Familie mit eigensinnigen religiösen Interpretationen ganz nett, doch alles andere wirkt wenig innovativ. Immerhin ist Timber Falls auch kein Langweiler geworden, der wirklich alles falsch macht. Doch dann ist doch noch eine Sache ausschlaggebend: das Ende nämlich. Etwas derart gezwungen und unpassend wirkendes wird man nicht allzu oft sehen. Für Genrefans ganz nett, aber bloss nicht zuviel erwarten.


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