Merkwürdige Alltagsquerelen: Schuldenfalle Krankenkasse

Wohlan denn, liebe Leser;

es ist schon etwas länger her, doch dieser Tage spüre ich erstmals die reellen Konsequenzen. Die Konsequenzen einer kleinen, vielleicht gar nicht so bekannten Unmöglichkeit in der hiesigen Bundesrepublik: ich habe seit einiger Zeit Schulden bei der Krankenkasse; in diesem Fall der BKK. Doch die jeweilige Krankenkasse spielt grundsätzlich keine Rolle, es ist ein Phänomen, welches überall und jederzeit auftreten kann. Tatsächlich – doch wie kommt es dazu ? Nun, nicht jeder hat Schulden bei der Krankenkasse. Und wenn, dann hat man meistens etwas dafür bekommen (eine teure Behandlung, Zusatzzahlungen beispielsweise). Doch es gibt eine Ausnahme, die greift; sobald man folgende Merkmale erfüllt:

  • man wohnt noch zuhause (das heisst, bei den Eltern)…
  • man ist aber nicht mehr familienversichert (Stichwort Altersgrenze)
  • man hat kein ordentliches Einkommen einerseits…
  • aber hat auch keinen Anspruch auf Unterstützung (Bundesagentur für Arbeit) andererseits

Dies war bei mir im Jahr 2008/2009 für einige Monate der (höchst leidige !) Fall. Also quasi wieder ein typischer Fall a’la Oliverdsw: weder ist man so „arm dran“ als dass man hätte irgendeine Unterstützung beantragen können, noch steht man in Lohn und Brot um sich selbst vernünftig über Wasser zu halten. An sich wäre das kein Problem; das war es ja auch nicht – denn irgendwie schlägt man sich immer durch. Gerade meine Wenigkeit – doch wie bitte soll man – neben den üblichen Ausgaben – noch (ca) 140 Euro monatlich für die Krankenkasse berappen ? Es ist geradezu faszinierend: diese monatlichen Beiträge wurden fällig, als ich mich wieder bei der Krankenkasse anmeldete, im September 2009. Rückwirkend, versteht sich – denn schließlich darf man keine „Lücken“ hinsichtlich der Krankenversicherung aufweisen. Wie meinen ? In der Tat, ich war in dieser Zeit zu keiner Zeit beim Arzt, wie auch; ohne Versicherungskarte. Und dennoch sollte ich nun ca. 1400 Euro zahlen, quasi als offizielle „Wiederaufnahmegebühr“. Dies wird leider allen so gehen, die besagte Situation erfüllen, und sich Monate / Jahre später wieder versichern wollen. Dass man natürlich immer „Notfallversichert“ ist (überspitzt: man wird nicht liegengelassen, wenn man blutend auf der Strasse liegt), tröstet leider auch nicht über einen gewissen, offensichtlichen Missstand hinweg.

Genial, oder ? Ich konnte die 140 Euro monatlich keinesfalls zahlen, nun aber soll ich 1400 Euro auf einen Schlag loswerden. Das ist dann natürlich bestens möglich… ! Nein, ist es nicht. Weswegen die BKK so „gnädig“ (ich fühle Hohn und auch ein wenig Traurigkeit, jedoch nicht gegenüber der BKK sondern gegenüber dem Gesundheitssystem) war, mir eine Ratenzahlung von 50 Euro im Monat anzubieten. Diese Ratenzahlung ist natürlich nur nach oben hin variabel, ich kann also gerne auch mehr überweisen. Wie auch immer. Ich überlege (eher zwangsweise), ob ich die Ratenzahlung weiterlaufen lasse (es ist schlichtweg ein Krampf, wenn man ohnehin schon weniger Geld zur Verfügung hat als das sogenannte „Minimum“), oder einfach die Zahlung einstelle. Was dann folgen würde, ist allerdings auch klar. Andererseits, ich habe nichts zu verbergen in dieser Hinsicht. Ich besitze nicht gerade viel (materielles zumindest), das ist schließlich kein Geheimnis.

Momentan arbeite ich zwar, doch verdiene weniger als jeder Hartz-4 Empfänger. Und nein, ich mache nichts falsch – es geht derzeit einfach nicht anders. Es ginge zwar schon, doch der Schritt hin zum „hartzen“ für einige Euros mehr (und dafür ohne Beschäftigung und ständigen Drangsalierungen ausgesetzt) ist nicht gerade vielversprechend. Und noch einmal in Bezug auf den Begriff „Schulden“: ich finde, es sind nur dann Schulden, wenn man sich entweder etwas von irgendeinem Geld (was man nicht besitzt) geleistet hat, oder man zumindest bewusst (!) an einem irgendwie gearteten Schulden-Entstehungsprozess teilgenommen hat. Ich denke, in meinem Fall trifft beides nicht zu, ich fühle mich – ausnahmsweise – mal komplett unschuldig.

Wohlan denn, liebe BKK; eines scheint wohl klar: wir werden noch viel Spaß miteinander haben.

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8 Gedanken zu “Merkwürdige Alltagsquerelen: Schuldenfalle Krankenkasse

  1. Ironie…es gibt seit kurzem (vom Bundestag verabschiedetes Entlastungsgesetz), dass bis zum Ende des Jahres (danach fällt wieder Nachzahlung an) einen KOMPLETTEN Schuldenerlass für ehemalige Nicht-Versicherte, wenn man sich bei seiner Krankenkasse nun versichern lässt, vorsieht. 🙂

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    1. Gutes Stichwort, das !
      Jenes Gesetz mache ich mir nämlich gerade zu Nutzen, bzw. versuche es. Eventuell können so noch bestehende Restschulden erlassen werden. Ist zwar schon fast zu spät bei mir – da ein Großteil bereits abgezahlt ist – aber immerhin.

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  2. Organisieren sie sich und leisten sie Widerstand nach Artikel 20, Absatz 4 des deutschen Grundgesetzes!
    Ich kenne die Handschrift der Verursacher dieser Mißstände: Es ist dieselbe totalitäre, ausländische Handschrift, die sowohl die Schreckensregime des Saddam Hussein, des Nationalsozialismus des „Dritten Reiches“, als auch den „Real existierenden Sozialismus“ der „DDR“, des persischen Schahs, des Ajatolla Chomeni, der Taliban, des Franco und des Pinochet, der Nicaraguanischen „Contras“ und noch viele andere der schmutzigsten Verbrechersysteme und fürchterliche Krisen aller Art mit Geheimdienstoperationen und viel frischgedrucktem Gelde gegen die Völker dieser Welt anzettelte und noch immer anzettelt.

    Es hat mit Sozialsystem nichts, aber auch garnichts mehr zu tun, wenn dieses Terrornetzwerk die Betroffenen, statt ihnen zu helfen, künstlich und entgegen jeder Idee von Freiheit nicht nur zu Schuldnern macht, sondern ihre unschuldigen Opfer auch noch kriminalisiert.
    Das ist keine Bundesrepublik Deutschland mehr, das ist kein Rechtsstaat mehr, das ist die neuerliche Auflage eines überdreisten Schreckensregimes, das jedem bürgerlichen Anstande ins Gesicht spuckt und zur Massenverarmung des deutschen Volkes errichtet wurde:
    Das ist kein Rechtsstaat, das ist lupenreiner Faschismus 2.0!
    Zumal gerade den ja stets armen Betroffenen infolge eines verbrecherischen und überaus hinterhältigen (=kommt von Hinterhalt!) Gebühren- und Honorarrechtes die erfolgreiche Beschreitung des Rechtsweges komplett verunmöglicht wird: In der unteren, „kostenlosen“ Instanz wird man von den Richtern sowieso nur verarscht und dann – ja, dann? Hat es je auch nur einen einzigen Fall gegeben, wo es jemandem gelungen wäre, ohne jegliches eigenes Geld, nur auf Prozeßkostenhilfe angewiesen, den gesamten Instanzenweg zu durchschreiten und so (in einem angemessenen Zeitrahmen) zu seinem Recht zu kommen?
    Fragen Sie unter Rechtsexperten!
    Und leisten sie organisierten Widerstand gegen offensichtliche Verfassungs- und Menschenrechtsfeinde – solange Sie es noch können.

    Warum ich so offen schreibe? Auch ich stehe mit dem Rücken an der Wand und habe bereits alles verloren.
    Nun wird abgerechnet! Und die Politik der NULL-Toleranz ist keine Einbahnstraße.
    Ein Regime, das Zynismus und Gnadenlosigkeit sät, wird Zynismus und Gnadenlosigkeit ernten. Die Hälse der Menschenverächter sind heute noch genauso dünn, wie zu Robespierres Zeiten und die alten Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verdienen es, gegen Zyniker und das in den Staatsapparat eingesickerte, organisierte Verbrechen verteidigt zu werden…
    Androhung von Ordnungshaft für die Ärmsten der Armen? Für eine Zwangslage, in die sie erst durch dieses verbrecherische Gesetz gebracht wurden?! Und DAS, während sich wahnsinnig gewordene Krankenkassenvorstände zu Hunderten sechsstellige Beträge von den sauer erarbeiteten Geldern der Beitragszahler einstreichen??!!
    Das kann nicht gutgehen und das wird nicht gutgehen für diese Zyniker!

    Hella

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  3. Ich hatte das gleiche Problem mal mit der KKH: bei 0 Pfennig Einkommen wurde ich als Selbstständiger
    mit 1.600 DM Durchschnittseinkommen eingestuft, womit ein Krankenversicherungsbeitrag von 500 DM
    fällig geworden wäre. Daraufhin kündigte ich und heuerte für nicht mal die Hälfte des Beitrages bei der AOK an.
    Die jedoch hat mich wegen meiner nicht akzeptierten Kündigung nach einem Dreimonatsrückstand auf
    Zwangsvollzug gesetzt, heute soll ich den Offenbarungseid leisten oder in Ordnungshaft gehen,
    obwohl ich wegen des Rückstandes nur noch in dem Umfang Leistungen beziehen kann, der auch einem
    Nichtversicherten zusteht. Ein gnadenloses System quasi-sozialistischer Zwangsbeglückung!

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