(Un-)Heiliger Synkretismus Als Konzept

Oder auch: warum für mich persönlich nur der Synkretismus (Link) ein wichtiges Teilstück in Richtung einer Lösung der vielschichtigen Religionsproblematik (Erläuterung folgt später) und der damit einhergehenden, oftmals verzweifelten „Suche nach dem Sinn“ sein kann. Was sich im ersten Moment vielleicht etwas missverständlich anhört, ist für mich selbst nur ein logischer Schritt: als Querdenker, der sich ungern einer bestimmten Fraktion anzuschließen vermag (weder gedanklich noch tatsächlich), habe ich mir quasi selbst auferlegt ein passendes, selbstgemachtes und eigenständiges Pendant zu kreieren. Vielleicht bin ich damit nicht besser oder origineller als viele kreative Köpfe vor mir, doch dieser Gefahr des Scheiterns sollte sich ein jeder freier Geist bewusst sein. Nichts desto trotz möchte auch ich einige Worte zu dieser, uns alle angehenden Thematik formulieren, auf dass sich bestenfalls der ein oder andere findet, der sich in oder wenigstens zwischen diesen Zeilen wiederfindet. Ob ich nun eine neue Weltreligion forme (zumindest gedanklich und in Ansätzen) ist mir dabei im Grunde relativ gleich; im Endeffekt wird sich eines niemals ändern: solange es keine wie auch immer geartete Offenbarung gibt, werden weiterhin unzählige (ähnliche oder komplett differente) Theorien, Denkweisen und Religions-Ansichten in unseren Köpfen schwirren. Die Zeit, als alle Menschen noch an den gleichen Gott glaubten, sind längst vorbei; spätestens seit unserem schrittweisen Rückzug aus der Natur. Eben dies führt uns zu oben erwähnter Religionsproblematik – es gibt so viele Ansichten und (Eigen-)Interpretationen, wie es Menschen gibt. Trotzdem wird beispielsweise Kindern eine vorgegebene Konfession direkt mit in die Wiege gelegt; eine von so vielen unsinnigen Relikten aus vergangenen (Kirchen-)Jahrhunderten. Doch selbige Vorgehensweise findet sich fast in jeder Kultur; eine Selbstfindung und religiöse Selbstreflexion findet dabei selten oder kaum statt. Die Folge: fehlende Toleranz aufgrund der Annahme, dem einzigen und „richtigen“ Glaubensgemeinschaft anzugehören, fehlende Akzeptanz von „religiösen Nebenbuhlern“ und vielleicht auch die unterschwellige Bereitschaft zu Glaubenskriegen (im gesellschaftlichen Kontext).

Ist es also verkehrt, mit Traditionen brechen zu wollen; wenn man sich beispielsweise fragt: möchte ich überhaupt religiös sein – oder reicht mir das objektive, das was ich mit meinen 6 Sinnen direkt imstande bin zu begreifen ? Ist es verkehrt, dennoch subjektive Hoffnungen zu hegen; sich Gedanken in Richtung einer verbesserten, humaneren und vielleicht wissenschaftlich fundierten Religion zu machen ? Eben mit dieser „Religion 2.0“ werde ich in diesem zweiten Teil meiner „Religionsgeschichten“ (Teil #1 ist hier zu finden) meine Aufmerksamkeit schenken. Während ich mich im ersten Teil hauptsächlich mit allgemeinen Ansichten zum Thema „Religion“ und vor allem der Fragwürdigkeit einiger religiöser Aspekte beschäftigte, möchte ich nun weitere Möglichkeiten einer sogenannten „Patchwork“-Religion vorstellen. Diese setzt sich, wie sich schon vermuten lässt, aus verschiedenen Bruchstücken der Weltreligionen, aber auch kleineren Abspaltungen und wissenschaftlich-philosophischen Einflüssen zusammen. Schließlich soll(te) jeder an das glauben, was er möchte; an das glauben dürfen, was er für in einer Art und Weise für richtig hält – bar einer jeglichen Kontrolle oder Instrumentalisierung. Fast schon eine automatisch einhergehende Eigenschaft vieler von Menschen praktizierten oder zumindest gedachten Patchwork-Religionen ist die Abschwächung von eigentlich omnipräsenten religiösen Dogmen, da man durch das Zusammentragen und Neu-Interpretieren von religiösen Gedanken nicht an eine bestimmte Konfession (und damit an kein eventuell zu hinterfragendes, fixes Regelwerk) gebunden ist. Jedoch; andererseits wage ich es kaum so weit zu gehen und zu behaupten, dass all diese Gedanken zwingend etwas mit dem Begriff der (gedanklichen) Freiheit zu tun haben müssen. Mit relativer Sicherheit ist die vollkommene Freiheit etwas ganz und gar unschönes. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Schließlich soll es an dieser Stelle um etwas anderes gehen – und damit nun auch endlich zu einer direkten Bezugnahme auf die von mir gerne verwendeten Begriffe Sephira, und im speziellen Kether. In der Tat stammen diese Terminologien aus der jüdischen Kabbala. Wer hätte dies gedacht – gerade da das Judentum generell alle nur erdenklichen Seitenhiebe eines jedes anderen Volkes abbekommt. Aber es wage bloss niemand, die Frage nach dem warum zu stellen; schließlich impliziert allein das Aufwerfen einer solchen Frage zumeist einen Anflug von (eventuell als anstrengend empfundener) geistiger Aktivität. Wie dem auch sei – eine Tatsache ist, dass das Befassen mit der Geschichte des Judentums und den verschiedenen religiösen Symbolen etwas besonderes zu Tage fördern kann. So bergen vor allem die Sephirot und der Lebensbaum geradezu fantastische Möglichkeiten der Interpretation für jeden, der es wagt, auch mal über seine eigenen Konfessions- beziehungsweise Religionsgrenzen hinauszuschauen. Im folgenden wähle ich bewusst eine Darstellung des Lebensbaumes aus der Anime-Serie „Neon Genesis Evangelion“:

Besagte Serie befasst sich im übrigen in einer ausserordentlichen Art und Weise mit religiöser Symbolik, und der damit verbunden mystischen und geheimnisvollen Wirkung. Nicht nur deshalb (über)nahm ich auch einen nicht unerheblichen Teil der enthaltenen Philosophie und projizierte sie auf meine eigene – wie sie auch immer wieder im Kontext meines Blogs auftauchen wird. Die 10 Sephirot (Singular: Sephira), die grundsätzlich in allen Darstellungen des Lebensbaumes nach Isaak Luria (Link) enthalten sind, beschreiben die sogenannten 10 göttlichen Emanationen; das heisst 10 spezielle Aspekte, die nach dieser (längst nicht mehr nur streng jüdischen !) Auffassung eines höheren, vielleicht göttlichen Ursprungs sind. Diese Aspekte können durchaus auch als Eigenschaften bezeichnet werden, die unmittelbar etwas mit den Menschen; dem menschlichen Königreich auf Erden zu tun haben. Beginnen wir „unten“, wobei der Lebensbaum eine gewisse richtungs-auflösende Symmetrie besitzt, die ihn von allen Seiten beobachtbar und wechselseitig wirksam macht. Mit der Sephira Malchut (Herrschaft, Königreich) ist die Grundlage für Jesod geschaffen, die wiederum selbst als Grundlage zu bezeichnen ist; die alle anderen (menschen-bezogenen) Sephira überhaupt erst entstehen lässt. Und dies sind folgende:

  • Hod (Glanz)
  • Nezach (Sieg, Beständigkeit)
  • Tipheret (Pracht)
  • Gewurah (Stärke, Macht, Gerechtigkeit)
  • Chesed (Güte, Treue)
  • Binah (Einsicht, Verstand)
  • Chochmah (Weisheit, Klugheit)

Und ganz oben: Kether, die „Krone“; die wiederum den Kreis zu Malchut schließt (das wie auch immer geartete Königreich; die Krone als Symbol einer höheren Herrschaft). Das besondere: dieser stets nach 10 Ziffern strukturierte Darstellung kann grundsätzlich jede irdische und überirdische (göttliche) Eigenschaft zugeordnet werden. Als Ganzes gesehen beschreibt sie folglich einen idealen Menschen, den Adam Kadmon (Link) – bei dem sich theoretisch alle gegensätzlichen Gefühle und Eigenschaften in einer gedanklichen goldenen Mitte (dargestellt durch einen Balken im Lebensbaum) gegenseitig aufheben würden. Die – theoretische – Folge: es entsteht Harmonie und Einklang. Es erscheint nur offensichtlich, wieso sich eine vergleichsweise tiefgründige Anime-Serie wie „Neon Genesis Evangelion“ dieser (und weiterer, auch christlicher) Symbolik bedient. Es ist scheinbar ein Fluch und ein Segen zugleich: die Menschen streben stets nach einer höheren Vollkommenheit, die unter normalen Umständen jedoch wohl kaum erreicht werden kann. Doch allein die Tatsache oder die Vermutung, dass es irgendwann möglich wäre, eine wie auch immer geartete höhere Evolutionsstufe (oder höhere Bewusstseins-Ebene) zu erreichen, beschäftigt die Menschen. So spielt besagte Serie mit der fiktiven Situation, dass das Erreichen einer solchen höheren Ebene durch gewisse Umstände bald erreichbar sein könnte. Die Grenzen zwischen dem, was wir (als Menschen) für richtig und erstrebenswert halten, und dem, was möglicherweise wichtig in Bezug auf eine höhere Ordnung sein könnte, verschwimmen. Eben diese Tatsache macht das Thema so interessant und beachtenswert.

Ebenso interessant sind auch die weiteren Theorien von Isaak Luria, beschrieben in der sogenannten lurianischen Lichtmystik: es wird davon ausgegangen, dass die Schöpfung erst durch ein Tzimtzum, einer göttlichen angeleiteten Selbstbeschränkung eines unendlichen Raumes (En Sof) möglich ist. Die eher schlecht als Recht vorstellbare gedankliche Folge, die selbst bei der Fragestellung nach dem entstehen unseres Universums eine Rolle spielen sollte (was sie aber selten tut): die Unendlichkeit bestand schon immer, doch durch ein spezielles Ereignis wird diese Unendlichkeit beschränkt (und mit gewissen Gesetzmäßigkeiten versehen), sodass die Dinge, wie wir sie heute beschreiben, entstehen konnten. So auch der Adam Kadmon – direkt verbunden mit den 10 Sephirot – aus dessen brechenden Körperöffnungen Licht in die Welt emaniert (Schwirat Ha-Kelim) und so einen chaotischen Schöpfungsprozess entstehen lässt, in dem der Faktor Licht eine entscheidende Rolle spielt. Es wird beschrieben, dass in den ersten Phasen ausschließlich dämonisches Leben entsteht, welches erst später, in der Phase einer Restitution (Reinigung) vollkommen wird – und dass auch der einfache Mensch an diesem Prozess teilhaben kann wenn er nur imstande ist, genügend gegenteilige Kräfte (wie die der Liebe oder der Güte) entgegenzusetzen.

Wie aber lässt sich nun der Bezug zum Gnostizismus herstellen ? Nein, nicht zum Agnostizismus, obwohl ich mich selbst auch dem Leitgedanken hinter dieser Lehre nur anzuschließen vermag. Der Gnostizismus (oder auch: die Gnosis) geht von der Annahme aus, dass in allen Menschen eine Art göttlicher Funken schlummert, der aber nur von den wenigstens (oder bisher keinem) Menschen erkannt wurde. Doch die Entdeckung eines solchen Funkens wäre folglich die Voraussetzung, um die Ebene eines höheren Seins zu erreichen, und der „materiellen Welt“ zu entkommen. So glaubte offensichtlich auch Simon Magus (Link) als einer der Personen, die mit definiert haben was die Gnosis beschreibt (und betreibt), diesen Funken in sich entdeckt zu haben. Die Folgen (vor allem auf ihn und seinen Seelenzustand selbst) dürften weitestgehend unbekannt sein; doch immerhin war ist er heute als einer der ersten Häretiker bekannt – jemand, der sich nicht den gegebenen Lehren und Religions-Ansichten (vor allem die der christlichen Kirche) anschloss; sondern die „Wahrheit“ in anderen Gefilden suchte. Wie beispielsweise auch die Anhänger des Manichäismus (Link) oder die des Montanismus (Link). Bei all diesen (teilweise antiken) Bewegungen und verschiedenen Gedanken kommt man leicht zu dem Schluss, dass es seit jeher Querdenker und freie Geister gab, die sich Gedanken – fernab der vorherrschenden religiösen Dogmen – machten; und so neue Lehren und Ansichten formten. Doch man sollte sich bewusst werden: aus den Gedanken eben solcher Querdenker entstand auch das Christentum, und mit hoher Wahrscheinlichkeit aus nichts anderem. Es musste schließlich irgendwann und mit irgendetwas beginnen – in diesem Falle muss es ein besonders ausgeklügelter Prozess von (theoretisch beeinflussbaren) Ereignissen und Interpretationen gewesen sein. Es wäre also falsch zu sagen; all diese Abspaltungen und Neu-Gruppierungen wären vollständig sinnlos gewesen; nein – der Unterschied ist nur, dass das Christentum heute eine Weltreligion ist. Warum auch immer, in Sachen „Wahrheitsgehalt“ (schwieriger Begriff, sprechen wir besser von wissenschaftlicher Nachweisbarkeit) dürfte sich diese Religion nicht deutlich von anderen unterscheiden. Einen gedanklichen Spagat beziehungsweise die Ausreizung unseres Vorstellungsvermögens fordern nämlich so gut wie alle religiösen Gedanken.

Nach diesem kurzen Anriss einiger interessanter religiöser Gedanken möchte ich nun zu den größeren (Welt-)Religionen überleiten. Stichwort Christentum: natürlich gibt es auch in dieser Religion zahlreiche, meiner Meinung nach positive Aspekte, die im oftmals heftigen Gegensatz zu den negativen stehen (alleiniger Wahrheitsanspruch > Kreuzzüge). Das wäre in erster Linie das Symbol der Christen, das Kreuz. Weniger in Bezug auf die (vielleicht stattgefundene, aber fraglich interpretierte) Opfergeschichte und das Leiden von Jesus, sondern eher auf den rein symbolischen Gehalt der Form: die waagerechte Linie als Symbol für die Verbundenheit aller Menschen auf der Erde (Brüderlichkeit, Schicksal) und die horizontale Linie als Symbol für die Verbindung von Himmel (geistig) und Erde (materiell). Oder auch der generelle Bezug zur proklamierten Barmherzigkeit und Wärme, symbolisch oder reell – all diese Aspekte finden sich ebenfalls in Hideaki Anno‘s (Link) Werk „Neon Genesis Evangelion“ wieder. Das Problem, welches ich mit dem Christentum (gerade als alleinige und „einzig wahre“ Religion habe), lässt sich schnell erfassen. Wobei ich durchaus froh bin, in der heutigen Zeit zu leben, und für derartige Aussagen nicht mehr verurteilt zu werden. Wobei, gegen eine Verurteilung hätte ich wohl nichts, wenn die Christen aber schon in ihres Gottes Namen urteilen, dann sollte mich doch dieser Gott aber zumindest selbst richten. Schade, dass dies kein Grundsatz gewesen ist, so hätten unzählige Menschenleben (beim ewigen Warten auf einen Blitzschlag der den Scheiterhaufen entfacht) gerettet werden können.

Es ist dieser merkwürdige Anspruch, die Wahrheit aus einem historisch zu hinterfragenden Märtyrertum abzuleiten, und sie für alle Zeit als allgemein gültig zu erklären. Und; es ist die Tatsache, dass sich der Gott der Christen seitdem nicht mehr offenbart hat, weder vorher noch nachher. Es bleibt bei einer einmaligen Emanation, die ebenso theoretisch und nicht (wissenschaftlich oder mithilfe des Verstandes) zu überprüfen ist wie viele Gedanken um die Schöpfungsgeschichte. Warum in dieser Zeit, warum an diesem Ort; warum in dieser Form – alles erscheint von vorne herein allzu dogmatisch festgelegt („wir warten auf einen Erlöser“), und danach entsprechend zu einer allgemeingültigen Lehre proklamiert worden zu sein. Einer Lehre, die die Jahrhunderte überdauert hat, und deren Anzweifelung man interessanterweise oftmals immer noch als Blasphemie bezeichnet. Wenn ich diese Zeilen hier hinterlasse, lästerte ich gewiss keinen Gott – allerhöchstens einigen Menschen, die als Vertreter dieses Glaubens fungieren und fungierten.

Als Agnostiker muss man sich ohnehin die eher wissenschaftlich-eruierende Frage stellen: gab es Jesus Christus wirklich (in anderen Breitengraden dem jeweiligen Erlöser / Propheten / Heilsbringer entsprechend) ? Und wenn ja, war er tatsächlich so, wie wir ihn uns damals wie heute vorstellen; nicht zuletzt auf der Grundlage der Erzählungen aus der Bibel (des Korans / anderer „heiliger Schriften“) ? Denn ein stets mit-einzukalkulierender Faktor ist der der Sprache, die gerade bei einem jahrhundertelangem Übersetzungs- und Interpretations-Prozess nur allzu schnell gar Verwirrungen babylonischen Ausmaßes durchlaufen kann. Eines bleibt in jedem Fall, und das ist Faktum: selbst, wenn es sich bei alledem in der Tat nur um eine Art physisches existierendes, ehemals lebendiges Placebo für die (nach Wahrheit, oder zumindest nach religiöser Nahrung gierende) menschliche Psyche handeln sollte, die Auswirkungen sind enorm. Und das, obwohl das Christentum als gültige (Norm-)Religion im Grunde nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung abzudecken vermag. Doch diese Zeilen gelten stellvertretend für alle anderen Religionen, die sich lediglich von den (Glaubens-)Inhalten her unterscheiden, im Prinzip aber alle eines gemeinsam haben: wissenschaftlich kaum eruierbare Ereignisse werden auf eine höhere Ebene gestellt und mit einer entsprechenden Bedeutsamkeit versehen. Und genau daraus entsteht die Saat, die wir Hoffnung nennen („ist es nicht doch genau so geschehen ?“). Im besten Fall gedeiht sie zu einer (mehr oder minder) prachtvollen Blüte, indem sich zahlreiche Gläubige vereinen und so eine neue Weltreligion formen. Doch selbst die schönste und friedlichste Blume duldet keinen Nebenbuhler neben sich, der mit einer vielleicht ebenso prachtvollen Blüte die Gunst des (in diesem Falle theoretischen !) Betrachters erlangen möchte. Schließlich  geht es doch immer um die Frage nach der Existenzberechtigung, und wer will schon zweiter sein ?

Und jetzt wird es (ein letztes kurzes Mal, die exsolutio naht !) knifflig, selbst wenn die Ereignisse so stattgefunden haben wie in der Bibel beschrieben, so spielen sie kaum noch eine Rolle auf das heutige Leben. Eben nur eine solche, wie wir sie selbst und nach unserer Meinung oder Situation attribuieren. Doch es handelt sich eben nicht um Dinge, die wir an uns selbst entdecken können; die auch wir heute noch erfahren oder miterleben können. Es handelt sich um historische Ereignisse, die wir so wie wir sie überliefert bekommen haben annehmen können – oder, die wir mithilfe unseres (kritischen) Verstandes hinterfragen können, hinterfragen sollten. Das Christentum, der Islam; ja selbst die Gnosis oder der Lebensbaum: alles läuft Gefahr, von des Menschen Hand (beziehungsweise Verstand) geformt worden zu sein, und zwar ausschließlich. Dies ist ein Gedanke, dem ich mich anschließe, und folglich alle Religionen und religiösen Gedanken theoretisch niemals als „gültig“ anzusehen wären – schon gar nicht, wenn die religiöse Lebensweise das Leben der jeweiligen Anhänger einschränkt oder das anders-Gläubiger irgendwie behindert. Schließlich liesse dies nur einen Schluss zu: es sind wir selbst, die uns einschränken; und gerade damit vielleicht sogar das Erreichen einer höheren Bewusstseins-Ebene verhindern.

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