Spieletest: TERMINATOR (2009, PC)

Entwickler: Grin, Genre: Action, Release: Mitte 2009

Was macht man, wenn man als findiger Publisher auf der Suche nach einer guten Idee für ein Vollpreisspiel ist ? Richtig. Man gibt die Entwicklung eines PC-Spiels in Auftrag, welches auf einer gerade recht erfolgreichen Film-Reihe basiert. Was dabei aber nur allzu oft herauskommt ist kein Geheimnis: halbherzige und zu schnell entwickelte Spiele. Im schlimmsten Fall sogar solche, die es nicht einmal schaffen denselben Erlebnis-Faktor wie die zugrunde liegenden Filme zu etablieren. Und das ist leider auch der Fall bei TERMINATOR SALVATION. Das erste Problem offenbart sich recht schnell: während die Thematik und die Charaktere auf dem aktuellsten Kinofilm der Reihe basieren, fehlen jedoch originale Schauspieler oder zumindest die jeweiligen vertrauten Stimmen als atmosphärische Sprecher. So steuert man hier einen noch gänzlich unbefleckten John Connor durch ein von Terminatoren beherrschtes Ödland. Vielleicht ist es aber auch ganz gut dass sich zum Beispiel ein Christian Bale nicht hat hinreißen lassen, in einer solchen Produktion mitzuwirken. Es ist schließlich schlimm genug, dass der Name TERMINATOR für dieses Spiel Pate steht.

Dabei fängt alles noch recht positiv an: die Grafik erweckt immerhin keinen allzu schlechten Eindruck. Zumindest zu Beginn – denn bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass insgesamt nur recht wenige Texturen verwendet wurden, die sich ständig wiederholen. Fatal: die Spielwelt wirkt enorm begrenzt, der Handlungsablauf dementsprechend linear. Sobald man auch nur wenige Schritte von besagter, fest vorgegebenen Route abkommt; offenbart sich sich die Grenze der Spielwelt in Form von unpassierbaren Schrotthaufen, Grasmauern oder unüberwindbaren Höhen und Tiefen. Ähnlich verhält es sich mit den Effekten, den Animationen und der Soundkulisse: während man in den ersten Minuten vielleicht noch eine gewisse Hoffnung hegt, wird man schnell wieder auf den Boden der Tatsachen beziehungsweise den der kargen Spielwelt zurückgeholt.

Seien es die ständig wiederkehrenden Gegnertypen, die ewig gleichen Abläufe, die ewig gleiche und überraschend mies umgesetzte Kampfphysik oder die klägliche Sounduntermalung – schnell weiß man, dass TERMINATOR SALVATION eigentlich nur eine freche Mogelpackung ist. Die wenigen Aha-Momente beziehen sich auf die ersten Minuten; sowie eventuell noch die erste Szene, in der der erste mächtige Terminator-Gegner durch eine Mauer bricht – entsprechend untermalt von der schaudrig-schönen, allseits bekannten Musik. Diese unglaublich spärlich anzutreffenden Momente können jedoch kaum über recht unspektakulär inszenierte Handlung (es geht, natürlich; um den Kampf des Widerstandes) und vor allem den eigentlich nicht-vorhandenen Umfang des Spiels hinwegtrösten. Und dieses Spiel stand einmal für den heutzutage üblichen Vollpreis in den Regalen…

Eigentlich wäre das Review schon an dieser Stelle zu Ende. Doch es gibt da noch eine gewisse Frechheit, die erwähnt werden sollte. Und das ist ein Element, welches normalerweise bei Geld- oder Zeitmangel Einsatz findet: die ärgerliche Reproduktion oder Kopie von bereits vorhandenen Spielaspekten; immer und immer wieder. In diesem Falle bedeutet dies, dass es sage und schreibe 2 (!) Gegnertypen gibt – einmal fliegende, und einmal umher-krabbelnde. Eventuell könnte man nun noch die selten auftretenden Spezialgegner hinzu zählen, nämlich die Terminatoren und die größeren Flugschiffe – dann käme man schon auf 4. Oder aber man nimmt noch die (unspektakulären) Endgegner hinzu – dann hätte man vielleicht 5. Nicht vergessen, dazwischen gibt es nichts. Man rennt stets drauf los, und ballert was das Zeug hält. Oder eben nicht, denn manche Gegner erfordern gar eine gewisse… Taktik. Besonders auffallend: die KI der Gegner und der Teamkollegen, die… nicht gerade zu glänzen vermag, um es einmal gnädig auszudrücken.

Stichwort „Ballern“… dies geschieht im Grunde mit nur 2-3 Waffentypen (Maschinen- und Schrotgewehr, Granaten). Es gibt so gut wie kein Schadensmodell (a’la DEAD SPACE mit seinen abtrennbaren Elementen, was sich angeboten hätte) oder eine gute Physik (a’la: die Betonmauer, hinter der ich seit 3 Stunden unter Dauerbeschuss hocke, geht irgendwann kaputt) noch abwechslungsreiche Zwischensequenzen. Diese sind vor allem in grafischer und steuerungsbedingter Hinsicht eine Zumutung. Man könnte wohl ewig so weitermachen mit der Beurteilung von TERMINATOR SALVATION – ob nun in Bezug auf die PC- oder die Konsolenversion, das nimmt sich nicht viel. Gibt es auch positive Aspekte ? Schwierig, außer vielleicht einen: als kostenlose Beilage in einer DVD-Collectorsbox der Filmreihe wäre es vielleicht gar nicht so verkehrt gewesen. Aber als frei verkäufliches Spiel auf dem Markt ? Nicht wirklich. Sähe man vom Spiel nur eine einzige Kampfszene, so könnte man denken: „Hey, das sieht ja gar nicht schlecht aus, die Bewegungen sind flüssig, die Explosionen nett anzusehen und die Kampfatmosphäre realistisch“. Doch die Wahrheit ist: dieses Gefühlt hält exakt nur für besagte eine Kampfszene an. Insgesamt muss man also sagen: 4 Punkte.

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