Spieletest: DRAGON AGE ORIGINS (2009, PC)

Entwickler: Bioware, Genre: Abenteuer / Rollenspiel, Release: 4tes Quartal 2009

Dragon Age: Origins ist ein episch angelegtes Rollenspiel-Abenteuer für alle, die es lieben sich einen Charakter zu erschaffen und fortan mit diesem für das (seiner Meinung nach !) richtige einzustehen. Doch es handelt sich in diesem Falle nicht um ein stures Charakter-großziehen (leveln), sondern um ein Spiel, welches großen Wert auf die Gestaltung und Erzählweise der Story legt. Erschienen ist es für alle gängigen Plattformen wie PC, Playstation 3 oder X-Box 360.

Empfohlen sei das Ganze besonders für Spieler, für die Spiele wie Baldur’s Gate, Diablo oder Neverwinter Nights eine Offenbarung waren. Alle diese Titel haben eines gemeinsam: immer geht es um das Vorantreiben einer möglichst fantastischen Hintergrundgeschichte, und man selbst als Spieler findet sich inmitten auf dem Schlachtfeld wieder – auf dem letztendlich alles entschieden wird. Typische Rollenspiel-Elemente wie die Auswahlmöglichkeit aus verschiedenen Charakterklassen, Fähigkeiten und Zaubern dürfen hierbei natürlich nicht fehlen. Und ebenfalls mit von der Partie: die zahlreichen, gut gemachten Dialoge – bei denen es stets mehrere Antwortmöglichkeiten gibt, je nachdem wie man sich als Spieler gerade fühlt.

Ich werde dieses Review – wieder einmal – etwas „ungewöhnlich“ gestalten, sodass die Abwechslung beim Lesen gegeben bleibt. So werde ich insgesamt 12 (natürlich eigens erstellte) Screenshots posten, unter denen ich jeweils die positiven Aspekte von „Dragon Age“ zusammenfassen werde. Ganz am Ende bleibt noch etwas Platz für mögliche Negativaspekte und die Gesamtwertung. Viel Spaß !

Frage: lohnt es sich, einen Blick auf „Dragon Age Origins“ zu riskieren ? Antwort: Ja, denn…

Die durchaus epische Story als Grundlage bietet ein abwechslungsreiches und abenteuerliches Spiel-Erlebnis. Und vor allem ein stimmiges – die Welt, die Dragon Age erschafft, wirkt zeitlos und fantastisch. Natürlich geht es – wie so häufig – um den ewigen Kampf zwischen gut und böse, doch die letztendliche Realisierung gestaltet sich innovativ und spannend. Die Mission, die wir als Spieler haben, lautet (zusammengefasst): beseitige die dunkle Brut, und zwar ein für allemal ! Doch natürlich gibt es zahlreiche Nebenquests und allerlei überraschende Entwicklungen.

Der Start in das Spiel gelingt schnell und gestaltet sich angenehm einfach. Auch (Genre-)Anfänger sollten keine Probleme haben. Markant: je nachdem, welchen Charakter man sich zu Beginn des Spiels erschafft, ändert sich auch der anfängliche Story-Verlauf.

Zusammenhalt ist erwünscht: man ist selten alleine unterwegs, die Gefährten spielen eine wichtige Rolle. Sehr gut: man kann beinahe jederzeit zu ihnen wechseln und so die Kontrolle übernehmen, sodass man durchaus viele Klassen während nur eines Spieldurchlaufs ausprobieren kann. Überaus stimmig: die Beziehungen der einzelnen Gefährten untereinander können variieren, sie sind beeinflussbar und wirken sich auf das Spielgeschehen aus.

Die Erzählweise ist überaus atmosphärisch, die Story wird nie zu einem „Langweiler“. Viele Nebengeschichten, die man auf dem Weg zu seinem Ziel mitnimmt, erzählen vom Schicksal des unterdrückten Volkes. Wird man den Hilfesuchenden helfen – oder bleibt man kaltherzig ? Die Entscheidung obliegt jedem Spieler selbst.

Die Umgebungen, Landschaften und Städte wirken fantastisch und authentisch zugleich – die Spielwelt offeriert einiges an Abwechslung. Einmal stöbert man in einem dicht bewachsenen Wald, ein anderes Mal erklimmt man einen von Schnee bedeckten Berggipfel. Besonderes Highlight für alle Genrefans sind mit Sicherheit auch die gar „heimelig“ wirkenden Städtchen, sowie die Refugien der Zwerge oder anderer Kulturen.

Die Grafik erscheint im großen und Ganzen gelungen. Besonders die Zauber,- Licht- Wassereffekte, sehen überaus nett aus und sorgen für das nötige Plus an Stimmung. Auch die Charaktere (Details, Mimik, Gestik) werden perfekt in Szene gesetzt. Besonders hübsch wird es natürlich, wenn die nettes Zwischensequenzen die Geschichte weitererzählen. Zurücklehnen und genießen, beziehungsweise mitfiebern !

Die Bedienung fällt recht unkompliziert aus. Wenn man es nicht unbedingt möchte, sind beispielsweise nicht zwingend eine handvoll Hotkeys erforderlich. Auch die Kämpfe funktionieren gut, selten verhaspelt man sich mit der Steuerung.

Der Soundtrack klingt stimmig, und wunderbar episch. Es sind abwechslungsreiche Klänge zu hören, und auch die gesamte Sound- und Geräuschkulisse erscheint vollmundig und aufwendig produziert.

Der relativ große Spielumfang sorgt für zahlreiche Stunden Spielspaß. Zusatzmissionen sind über das Internet verfügbar.

Die markante Pause-Taste sorgt für zahlreiche Taktikmöglichkeiten, und manchmal auch für die nötige Verschnaufpause während eines unübersichtlichen Kampfes. Die Umsetzung gelingt makellos und ruckelfrei.

Man wird manche Orte und Wesen einfach liebgewinnen. Oder sich zumindest gerne auf längere Diskussionen mit ihnen einlassen.

Gewalt spielt natürlich auch eine Rolle, einige Szenen wirken durchaus etwas blutig. Doch das gehört nun einmal zu epischen Kämpfen zwischen allerlei Parteien und Wesen dazu…

So viele positive Aspekte… gibt es denn auch negative ? Meiner Meinung nach ja, doch halten sich diese in deutlichen Grenzen. Zum einen fiel mir der Schwierigkeitsgrad auf, der einstweilen etwas unbalanciert wirkt. Besonders bei Endbossen kam es mir vor, dass „einfach“ viel zu einfach ist (und daher uninteressant für mich), und „normal“ schon wieder deutlich (!) schwerer. Manche vereinzelte Levelabschnitte wirken etwas trist und spärlich texturisiert, und es gibt nicht immer Interaktionsmöglichkeiten mit der Spielumgebung. Ein weiterer Aspekt, der jedoch nicht in meine Wertung mit einfliesst (da ich nicht repräsentativ sprechen kann) war der Fakt, dass das Spiel manchmal aus unerklärlichen Gründen abgestürzt ist. Die Savegames blieben zum Glück immer heil. Doch 1 oder 2 Mal kam es auch vor, dass ein gewisser „Auslöser“ (für eine Zwischensequenz zum Beispiel) einfach nicht ausgelöst werden konnte – und man so einen Abschnitt nochmal von vorn beginnen musste. Doch all das lässt sich wunderbar verschmerzen, halte ich Dragon Age Origins insgesamt doch für ein rundum gelungenes RPG-Spiel. Ich vergebe 9/10 Punkten, der eine Punkt Abzug lässt sich hauptsächlich durch das eher schwache Ende (und den hakelig-Inszenierten Endkampf) erklären. Alles andere ist wirklich TOP. Der Trailer:

3 Gedanken zu “Spieletest: DRAGON AGE ORIGINS (2009, PC)

  1. Ein etwas später Kommentar aber habs jetzt grade erst gelesen *g*

    Vllt wäre es von Nutzen für den Leser der Kritik noch zusätzlich zu äussern das einem am Ende noch gezeigt wird, welche Entscheidungen, die man im Spiel getroffen hat, sich wie ausgewirkt hat!
    Da man ja stellenweise über Leben und Tod diverser Charactere entscheidet oder sich auch in eine Richtung bei der Unterstützung zweier Parteien entscheiden kann, das es sich auf die Welt am Ende nunmal auswirkt und es im Abspann einen kleinen Bericht darüber gibt!

    Ich kann das Spiel auf jedenfall, selbst 4 Jahre nach Release noch empfehlen und werde es, sobald ich Skyrim in 5 Jahren abgeschlossen habe *g*, auch mal wieder auskramen.

    Den 2. Teil habe ich ehrlich gesagt nie beendet bzw sehr weit gespielt, hole das aber auch irgendwann nach und bald kommen wir ja auch in den Genuss vom 3. Teil der vllt die Stärken beider Spiele in irgendeiner Form vereint!

    Da es auch viele witzige Sequenzen gibt, sei im Bordell wo man nach einem Spezialwunsch mit einem Tier im Schlafsaal erwacht oder die vielen anderen möglichen Szenen um homo- oder heteroerotischen Beziehungen!
    Selbst ein gewisses Maß an Eifersucht bei einigen Characteren ist festzustellen wenn man es richtig angeht! Also wirklich ein Super Spiel und eine Empfehlung für jeden der dieses Genre mag oder sich an das Genre antasten möchte!

    Jedoch sollte man den Blutliebhabern gleich sagen, das nicht jedes RPG derart blutig ist wie Dragon Age! Bisher das einzige, zum Glück aber auch in Teil 2, wo bei Kreaturen die auch Blut im Körper besitzen, das Blut für einen gewissen Zeitraum auf der Rüstung und dem Gesicht kleben bleibt, sogar in Zwischensequenzen wäscht es nicht urplötzlich ab! wirklich eine geile Sache!!

    Gruß Steini

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    1. Dem kann ich nur zustimmen… das Spiel wird einfach nicht älter bzw. verliert es nichts von seinem Reiz. Den zweiten Teil habe ich selbst nie gespielt, nachdem ich mir einige Videos auf Youtube (Let’s Plays) angesehen habe… da ging dem Sequel doch einiges vom Flair des Originals ab.

      Ja, die Blutspritzer hatten was. Auch wenn die Zwischensequenzen dadurch manchmal etwas komisch wirkten 🙂

      Danke auch für die Anmerkung. Habe ich dergleichen tatsächlich nicht erwähnt… ? Asche auf mein Haupt^^ Dabei ist es doch gerade toll, wenn ein Spiel einem das Gefühl vermittelt dass alles was man tut eine Bedeutung / Folgen hat.

      Grüße zurück, Oliver

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