Filmkritik: „The Expendables“ (2010)

Filmtitel: The Expendables
Regisseur:
Sylvester Stallone
Mit:
Bruce WillisSylvester StalloneJason StathamMickey RourkeDolph LundgrenJet Li
Laufzeit: 103 Minuten
Herkunftsland:
USA
Genre:
Action

Inhalt: Eine Truppe aus knallharten Söldnern verdient ihr Geld mit überaus gefährlichen Aufträgen. Der nächste kommt von einem gewissen Mr. Church (Bruce Willis), der aber nur so heisst weil das Treffen mit dem Anführer der Expendables, Barney (Sylvester Stallone) in einer Kirche stattfindet. Sollte er den Auftrag annehmen, oder wird er doch an Trench (Arnold Schwarzenegger) gehen ? Natürlich fällt die Wahl auf das Team der Supersöldner, Trench hat schließlich noch etwas anderes vor (genialer Gastauftritt übrigens !). Doch nachdem das Team die Insel ausgekundschaftet hat, auf der ein gewisser General sein Unwesen treibt – stellt sich doch heraus, dass das Ganze etwas zu heikel werden könnte. Selbst für die Expendables – denn wenn die CIA und ehemalige Angehörige dieser Organisation mit involviert sind, wird das Ganze alles andere als ein Zuckerschlecken. Für dergleichen sollen die Expendables also immer noch gut sein – für die Aufträge, die die US-Regierung selbst nicht offiziell durchführen kann, weil sie zu „schmutzig“ sind ? Doch es kommt alles anders als geplant. Nach einigen… Missverständnissen im Team entschließt sich Barney doch noch zurück auf die Insel zu fliegen. Allerdings hat er dabei etwas anderes als den Auftrag im Kopf…

Kritik: Es rummst, es kracht und es wird an allen Ecken gekämpft – alles, was man sich von The Expendables versprochen hat, hält der Film auch ein. Und zwar konsequent – von den bunt gemischten (Gast-)Auftritten zahlreicher bekannter US-Darsteller bis hin zu einem bewährten Konzept der 80er Jahre: drehe einen Film, bei dem man nicht viel nachdenken muss – sondern einen, der einfach nur „reinhaut“. Und das tut er beileibe, die FSK-18 Einstufung erscheint mehr als angemessen. Während unsere „Helden“ sich teils zusammen, teils im Alleingang durch die Gegnerhorden metzeln, fliesst einiges an Blut; auch einige recht heftige Splatterszenen in guter alter Rambo-Manier sind dabei. Man könnte also sagen, dass der Film ein klein wenig „retro“ ist – da er gar nicht erst versucht, irgendein Genre neu zu erfinden; sondern sich auf die alten Action-Filmklassiker besinnt. Und das kann im Ergebnis durchaus Spaß machen, sofern man nicht allzu empfindlich ist was Härte in Filmen angeht. Aber man muss zugeben, dass man selbst als eigentlich hartgesottener Zuschauer an einigen Stellen leicht ins Stocken kommt.

Grundfaktor 1 für einen Filmspaß der etwas… ruppigeren Sorte ist also das Mindestalter von 18 und ein nicht ganz so empfindlicher Magen. Der zweite (und zugleich) letzte Grundfaktor lautet folglich: man sollte auch mal einen Film „vertragen“ können, der nun wahrlich kein tiefenphilosophisches, verschachteltes Meisterwerk ist. Hier sprechen die Waffen, beziehungsweise die Fäuste ! Im Gegensatz zu buntem Hollywood-Trash a’la Transformers aber ist der Unterhaltungswert dennoch um einiges höher, da Sylvester Stallone genau weiss was er tut, und auch genau abschätzen kann wie der Film letztlich beim Publikum und seinen „Fans“ ankommt. Ob der Film an den Kassen floppt oder nicht – es scheint als wäre das relativ egal… eine deutlich „coolere“ und unabhängigere Einstellung als bei manch anderem Major-Filmstudio.

Die Optik und die Effekte sind im großen und ganzen erstklassig, der Sound erscheint überaus druckvoll. Viele Szenenaufbauten und abwechslungsreiche Schauplätze gibt es aber nicht wirklich, entweder man sitzt im (klein wirkenden) „Heimatstützpunkt“ der Expendables, oder man bewegt sich (wohl eher: kämpft) auf der besagten Insel auf der die Haupthandlung spielt. Sehr rasant und treffend porträtiert wirkt die Szene mit dem Wasserflugzeug, bei der es noch einmal heftig zur Sache geht. Immer mit von der Partie: die „saucoolen“ Charaktere, beziehungsweise die Schauspieler die diese verkörpern. Sei es ein (relativ junger !) Jason Statham, ein sich (witzigerweise) über seine Größe beklagender Jet Li, ein eher gelassen wirkender Mickey Rourke, oder ein scheinbar unkontrollierbarer Hühne (irgendwie witzig: Dolph Lundgren) – die Mischung macht’s. Und natürlich die Vorgeschichte der Schauspieler, die sich über mangelnde Erfahrung im Filmgeschäft ja nun wirklich nicht beklagen können. Entsprechend versiert wirken auch ihre Auftritte im Film, auch wenn es eigentlich nicht so viel zu spielen gab. Man hatte einfach das Gefühl, Sylvester Stallone ruft zu einem gemeinsamen „Männerabend“ – und alle Anwesenden „Kumpels“ haben eine Menge Spaß.

So bietet der Film auch einiges an Humor und (Selbst-)Ironie, manchmal zwischen den Zeilen lesbar, öfter aber knallhart in den Actionszenen untergebracht. So ist ein weiteres (aber heftiges !) Highlight sicherlich die Beschreibung einiger spezieller „Geschosse“ eines Teammitglieds… und die Wirkungsweise derer in der Realität (gegen Ende des Films). Oder aber der gesamte Auftritt von Dolph Lundgren, von dem man zu keinem Zeitpunkt auf welcher Seite er nun steht – und ob er nicht eine ganz eigene Logik und Position bezieht. Oder aber die Szene, in der sich ein „Freund“ (der einen Korb bekommen hat) bei einem Nebenbuhler rächt, weil er seine Freundin geschlagen hat. Oder, oder… in jedem Fall ist The Expendables ein unterhaltsamer Film geworden. Ein sehr brutaler dazu, zweifelsohne. Man müsste eigentlich schon fast mal einen „Bodycount“ unten rechts mitlaufen lassen, der die Anzahl der ausgeschalteten „Gegner“ zählt. Das Problem: viele werden nur ausgeschaltet, „weil sie halt eben da rumstanden“, oder ähnlich. Man erwartete schon fast, dass eventuell wenigstens in einer Szene (die mit dem General) etwas in Richtung „Revolution“ passiert, aber nun ja… die Soldaten kämpfen einfach ohne ihren Anführer weiter. Und sterben natürlich alle… denn Spaß verstehen unsere „Supersöldner“ nicht wirklich ! Ausser sie klöhnen untereinander…

Fazit: In Anbetracht des Genres „Action“ ist The Expendables durchaus ein guter und rasanter Film. Der Vorteil: mehr will der Film auch gar nicht sein. Die einzigen Kritikpunkte zusammengefasst lauten da wie folgt: es erscheint nicht wirklich glaubwürdig dargestellt, warum die Expendables nun doch noch auf die Insel zurückkehren. Weiterhin scheint es, als hätte keiner der Charaktere ein wirkliches Konzept in Petto, es wird oftmals einfach drauflosgeballert („wird schon schiefgehen“) ! Dies ist allerdings wieder auf den Geist der 80’er-Jahre Actionstreifen zurückzuführen. Etwas schade ist sicherlich auch, dass speziell Charaktere wie der von Ying (Jet Li) nicht doch noch etwas mehr Tiefe oder Hintergrundgeschichte verliehen bekommen haben. The Expendables ist irgendwie wie ein Transformers für Erwachsene – aber mit richtiger Action (nix bunt, dafür ordentlich Bumms) und „echten Kerlen“ (definitiv keine „Milchbubis“) ! Von der Story her dürften beide Filme aber das gleiche Niveau haben… sie ist eigentlich nicht existent !


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2 Gedanken zu “Filmkritik: „The Expendables“ (2010)

  1. Bei mir hat er nicht so recht gezündet. „Stumpfsinnig“ beschreibt den Film glaube ich sehr gut. Ich habe durchaus kein Meisterwerk erwartet (und mag viele Actionfilme aus den 80ern die strenggenommen auch „stumpfsinnig“ zu bezeichnen wären), aber bei dem Hype den man um den Film/die Filmreihe veranstaltet hat, hatte ich schon eine gewisse (Grund)Erwartungshaltung…die nicht wirklich erfüllt wurde. (andererseits hatte ich es irgendwie doch geahnt ^^)

    Die Machosprüche, One-Liner und diverse Gags sind schlecht getimed, fast vorhersehbar und oft nur nervig…die Kameraführung und der Schnitt sind zudem katastrophal hektisch was das Massengeballere schwindelerregend unübersichtlich und über weite Strecken unerträglich gestaltet. Noch mehr und man hätte nur eine überdimensionale Atombombe auf das ganze Spektakel loslassen können und es käme aufs gleiche heraus…nur dankenswerterweise kürzer. Hinzu kommt…leider nicht zu ändern, aber das ist eben auch einer der großen Unterschiede zu den „Good ole 80s“, dass die Bluteffekte mittlerweile zum Großteil aus dem Rechner kommen…und das sieht man auch!

    Wertung: 4/10

    PS: Der zweite Teil ist um einiges gelungener…die Splattereffekte kommen zwar immer noch teilweise aus dem Rechner, aber das Geballer und die Fights sind in einer erträglicheren Dosis vorhanden, die Sprüche zünden viel besser (im Gegensatz zu Teil 1 konnte ich hier tatsächlich auch sehr oft lachen^^), Jean-Claude Van Damme ist definitiv besser in der Rolle als Bösewicht als Eric Roberts, der im Vorgänger neben Bruce Willis völlig deplatziert wirkt. Der Film vermittelt mehr glaubhafte Emotionen anstatt stumpfsinniges Geballer. Die Story ist bei beiden Teilen flach, aber dem ersten Teil fehlt ganz einfach eine übersichtliche Struktur. Unter Simon West gings doch…hier erscheint alles einfach stimmiger (obwohl ich am Anfang des Films erst dachte ich bekäme noch mal den selben Aufguss serviert)…ein Indiz dafür, dass sich Sylvester Stallone selber vom Regiestuhl fern halten sollte?^^ Wenn’s nach mir ginge könnte man Teil 1 komplett überspringen…und mit Teil 2 fortfahren, die Teile bauen nicht wirklich aufeinander auf….man verpasst nichts.

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  2. Da stimme ich dir vollkommen zu !!!

    Baller Action+Bääähhmm Explosionen+etwas Splatter = The Expendables

    Durchaus sehenswerter Film. Gehirn aus, Augen auf und es mal richtig Krachen lassen!

    Anschauen!

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