Filmkritik: „Gabriel“ (2007)

Filmtitel: Gabriel
Regie:
Shane Abbess
Mit:
Andy Whitfield
Laufzeit:
109 Minuten
Herkunftsland:
Australien
Genre:
Science Fiction / Action

Inhalt: Dieser in Deutschland vielleicht nicht ganz so bekannte Film beschäftigt sich mit dem Leben und Schicksal von Erzengel Gabriel (Andy Whitfield) und natürlich auch dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Das besondere: Schauplatz ist eine Art Zwischenwelt, in die die menschlichen Seelen nach ihrem Ableben auf der Erde gelangen und sehnsüchtig auf eine „endgültige Entscheidung“ warten. Nun werden 7 Erzengel ausgesandt, um endlich wieder Licht in das Dunkel dieser recht verkommenen Stadt zu bringen – doch die „dunkle Seite“ schläft ebenfalls nicht. Angeführt von Samael (Dwaine Stevenson), gewinnen sie mehr und mehr Macht und beanspruchen diese Stadt allein für sich. Mit Gabriel’s Erscheinen aber könnte die Hoffnung nun endlich wieder aufkeimen – da er der einzige und letzte der 7 Erzengel ist, der noch nicht auf dieser Mission scheiterte.

Kritik: Nun, viel neues vermag die Handlung von Gabriel – trotz des theoretisch interessanten Schauplatzes – nicht zu bieten. Im Gegenteil, der in der Filmgeschichte schon abertausende Male verfilmte Kampf zwischen „gut“ und den „böse“ wirkt hier einstweilen etwas dröge und viel zu düster inszeniert. Die „Guten“ (Gott) senden also wieder einmal ihre Truppen aus, die „Bösen“ (der Teufel) die seinen, und so sollen diese Untertanen den Kampf entscheiden ohne das die obersten Herrscher selbst einschreiten. Selbst das gab es schon zu oft – zumal in diesem Fall besonders auffällt, dass die Charakterporträts etwas vereinfacht daherkommen. Etwaige emotionale Gratwanderungen gibt es keine, entweder man befindet sich überzeugt auf der einen oder anderen Seite – sieht also schwarz oder weiss. Aber immerhin, ein klein wenig anders ist Gabriel dann doch.

Zum einen ist es die gesamte stilistische und optische Aufmachung des Films, die Highlight und filmische Schrecklichkeit zugleich ist. Es ist zwar irgendwie erfrischend und stimmungsvoll, den gesamten Film in einen sehr düsteren Look zu hüllen – wenn dies aber soweit geht, dass man händeringend nach abwechslungsreichen Kontrasten oder helleren „Fixpunkten“ sucht, geht der Schuss nach hinten los. Die allgemeine Unschärfe tut ihr übriges, die Stadt scheint manchmal in den Schatten zu verschwinden (nicht nur sinnbildlich-poetisch). Sinngemäß würde das auch zutreffen, aber ein wenig mehr Helligkeit, andere klar beleuchtete Schauplätze als Eyecatcher oder weitere durchaus vorstellbare optische Maßnahmen hätten dem Film beziehungsweise dem Zuschauer gut getan. Düster beziehungsweise erstaunlich „schmutzig“ ist auch die (leider nur angerissene, siehe oben) Darstellung der Charaktere und der Gewalt, die in dieser Zwischenwelt vorherrscht. Dies wirkt stellenweise mutig, stellenweise aber auch irgendwie verstörend und unpassend.

Gabriel (Andy Whitfield) versucht, das Böse zu besiegen.

Was fehlt, ist mit Sicherheit eine zusätzliche Portion Tiefgang oder Charakterentwicklung. Eigentlich taucht dieses kurze „Aha“-Gefühl nur einmal gegen Ende auf, als Gabriel und sein schicksalhafter Erzfeind Samael miteinander sprechen, beziehungsweise kämpfen. Der Großteil der Szenen erscheint aber eher zusammenhangslos und einstweilen einfach zu platt – wilde, etwas merkwürdig anmutende Schießereien zwischen dieser oder jenen Partei inklusive. Überhaupt wirkt die „Stadt“ oder die Zwischenwelt eher klein und begrenzt, und vermittelt nicht wirklich das Gefühl, als sei das was hier geschieht von großer Bedeutung – schlechtes Zeichen für einen Film, der sich offensichtlich an einer gewissen (auch religiösen) Symbolik bedient. Man hat eher das Gefühl, als spielte sich das Ganze in irgendeiner dunklen Gasse einer x-beliebigen Großstadt ab – mit Nachtclubs, Zuhältern, Kriminellen und einigen wenigen, „glorreichen Rettern“ (die irgendwie nicht stimmig porträtiert werden) mittendrin. So offeriert auch das Ende nicht wirklich ein Gefühl der (filmischen) Erlösung, sondern wirkt eher simpel konstruiert. Interpretationsmöglichkeiten oder weitere beschäftigende Gedanken nach dem Film ? Nicht wirklich. Es sei denn, man interessiert sich generell für das Thema „Zwischenwelten“ oder Ansichten auf die sogenannten „Erzengel“.

Schauspielerisch erscheint das Ganze grundsolide, da gibt es nichts zu meckern. Ebenso in Sachen Kameraführung und Schnitt – alles im grünen Bereich. Nur eben nicht die zu dunkle Optik und die wenigen optischen Abwechslungen, die allgemeine Unschärfe, die viel zu begrenzt dargestellte Welt. Der Soundtrack ? Es scheint, als sei nicht wirklich einer vorhanden; da bleibt nichts hängen.

Doch auch Samael (Dwaine Stevenson) schläft nicht und hat großes vor...

Fazit: Gabriel ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, und auch kein überdurchschnittlicher Film. So wird die allgemein übermäßig düstere Erscheinung viele Zuschauer abschrecken – die, die in Anbetracht des Filmtitels eine Art „Film über oder mit Engeln“ (+ entsprechende Botschaften) erwarten, ganz besonders. Aber wer wird sich dann dieses Film ansehen ? Vermutlich ausschließlich Zuschauer, die sich nicht an etwas gewagten Genremischungen stören, und auch mal eine Portion „dreckige Hinterhofballerei“ im Rahmen eines gar göttlich-teuflischen Machtkampfes (v)ertragen können. Das gab es zwar ansatzweise auch schon in Filmen wie Spawn (ebenfalls sehr düster), aber in Gabriel wirkt das Gesamtergebnis weitaus weniger stimmig. Es wird schlicht und einfach kein eigenes Universum, keine eigene Welt erschaffen; für die sich der Zuschauer wirklich interessieren könnte. Dennoch, in mancherlei Hinsicht erscheint der Film gewagt und ein klein wenig mutig. Wären noch etwas mehr philosophische Aspekte verarbeitet beziehungsweise präsentiert worden, hätte er eine höhere Wertung erzielt.

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