Filmkritik: „Predators“ (2010)

Auch bekannt als: Depredadores
Regie: Nimród Antal
Mit: Adrien BrodyLaurence Fishburne
Laufzeit:
107 Minuten
Land:
USA
Genre: Science Fiction

Inhalt: Einige Jahre nach den Ereignissen aus dem originalen Predator-Film (1987) ist erneut ein Trupp Söldner und knallharter Elitekämpfer in einem dichten Dschungel unterwegs – mit der ständig lauernden, erst noch undefinierbaren Gefahr. Der markanteste Unterschied bezieht sich auf die Tatsache, das finden die Protagonisten sehr bald heraus: dass sie sich nicht mehr auf dem Planeten Erde befinden. Nein, sie befinden sich irgendwo auf einer fremden Welt und wurden auserwählt – auserwählt, die Beute für die groß angelegte Jagd der Predatoren zu sein. Mit diesem Wissen versucht die Truppe, der Lage auf dem Planeten Herr zu werden – auch wenn die Chancen dafür eher schlecht stehen. Doch je länger sie überleben, desto mehr finden sie auch über die Predatoren und ihre möglichen Schwächen heraus. Ein knallharter Überlebenskampf beginnt…

Kritik: Man könnte annehmen, dass es sich bei diesem neuen Predator-Film um nichts weiteres als einen blossen Aufguss des alten Films handeln würde – entsprechend niedrig sind dann auch  die Erwartungen. Aber falsch gedacht: immerhin versucht der Regisseur gar nicht erst, in Fussstapfen zu treten die er möglicherweise gar nicht ausfüllen könnte. Er wagt etwas neues mit einem altbekannten, inzwischen zum Kult gewordenen Stoff. Und das versucht er hauptsächlich anhand von einem alten, und zwei neuen Stilmitteln. Das alte ist jenes, welches den Originalfilm auszeichnete: die beklemmende und klaustrophobische Stimmung in einem dichten Dschungel, mit einem Feind der weitaus mächtiger ist als jedes menschliche Team – trotz gewaltiger Feuerkraft. Die beiden neuen Elemente sind zum einen der leichte Sci-Fi-Touch, sowohl stimmungstechnisch als auch wirklich greifbar: wir sehen eine Ansicht auf den Himmel über dem Planeten, sowie auch eine Art Raumgleiter. Zum anderen ist es der typische, nennen wir es „dreckige“ Stil von Robert Rodriguez (als Co-Regisseur) selbst, der in den Film Einzug hält. Dieser stellt sich vor allem durch die (raubeinigen) Charaktere und entsprechenden Darsteller, aber auch in Form der Action- und (leichten) Splatter-Szenen dar.

Tatsächlich – dieser neue Predators kann tatsächlich doch noch – halbwegs – überzeugen. Sicher, er bleibt etwas vollkommen anderes als der Originalfilm, bei dem man lange Zeit nicht wirklich wusste welche Gefahr da eigentlich in den Baumwipfeln lauert. In diesem Fall ist man folglich schon etwas vorbereiteter, was den Film vorhersehbar werden lässt. Aber dennoch, die Neuerungen sind nachvollziehbar. Die Grundidee ist gut, da auch nicht allzu viel offengelegt wird: eine handvoll besonders starker Predatoren sucht sich einen Planeten den sie zu einer Art Trainingsreservat umfunktionieren. Glücklicherweise ist auch das Ende entsprechend offen gehalten. Über die genauen Umstände erfahren wir nichts, was einen doch mit einem leicht mulmigen Gefühl aus dem Kinosaal gehen lässt. Andererseits könnte man aber auch sagen, dass es Predators an Substanz mangelt – vielleicht eine berechtigte Behauptung. Denn: wirklich spannende oder komplett neue Elemente bleiben im großen und Ganzen aus. Die Haupthandlung ist ähnlich wie schon im Originalfilm – nur dass der Schauplatz und die Umstände andere sind. Doch im Grunde geht es auch hier nur um eines: das Überleben.

Ein neues Team, ein neues "Trainingsobjekt" für die Predatoren

Was jedoch am meisten  stört, ist das Einbringen des Charakters des leicht verrückten, nennen wir ihn… Einsiedlers. Dieser Mensch (Laurence Fishburne) lebt also schon seit langer Zeit unter diesen bedrohlichen Umständen – und hat es sogar geschafft, eine Rüstung der Predatoren zu erbeuten. Doch, man weiss nicht ob dies so beabsichtigt ist oder nicht: bringt ihn eine Gruppe von weiteren, neuen Menschen offenbar so aus der Fassung, dass er zu einem berechenbaren Volldeppen mutiert – und natürlich prompt von einem Predator „erlegt“ wird. Schade, schließlich hätte man mit diesem Charakter durchaus mehr machen können – ihn beispielsweise als eine Art ebenbürtiger Gegner für die Predatoren einsetzen. Doch entweder hatte man nicht genug Ideen, oder aber man wollte diese Rolle dann doch ausschließlich dem „Titelhelden“ zugestehen. Sei’s drum. Die anderen Charaktere sind mit gemischten Gefühlen zu betrachten: schließlich hatten sie im Grunde alle zuwenig Zeit, sich ausreichend zu profilieren. So bleiben sie alle nur Opfer der Predatoren, die man schnell wieder vergisst. Bis auf den Titelhelden und den einzigen weiblichen Part, natürlich. Zumindest ein klein wenig überraschend erscheint, dass der „Arzt“ der Gruppe dann doch noch sein wahres Gesicht zeigte. Doch irgendwie war das schon viel zu spät im filmischen Kontext, und wirkte nicht zuletzt deswegen auch nur noch wenig glaubhaft.

Wer wird am Ende überleben, und überhaupt... was dann ?

Glaubhafter und beeindruckender ist dagegen schon die Szene, in der der… Yakuza (tut mir Leid, die Charakternamen haben sich wirklich nicht eingeprägt, sofern sie in diesem Fall überhaupt genannt wurden) sich mutig einem Predator entgegenstellte – und dieser die Herausforderung (per Schwertkampf) annahm. Eine starke Szene ! Die Optik im allgemeinen ist ebenfalls recht nett anzusehen. Der Dschungel wirkt groß und stimmig, die Predatoren erschreckend, die (vergleichsweise spärlichen) Effekte gut in Szene gesetzt. Natürlich, das blieb nicht aus, erinnert das Camp der Predatoren aber eher an irgendeinen anderen Urwald-Trashfilm. Aber ansonsten… sollte man dies im Vergleich zum Original nicht so eng sehen. Auch in Sachen Sound und Kamera ist Robert Rodriguez (in dieser Hinsicht !) ein würdiger Nachfolger gelungen. Die Darsteller-Riege ist recht bunt gemischt, Adrien Brody überzeugt als Elitekämpfer mit harter Vergangenheit. Trotz der bisher gespielten Rollen, die man beim Betrachten von ihm noch so im Hinterkopf haben mag. Alice Braga als weiblicher Part macht ebenfalls einen guten Job. Überhaupt sind dies die beiden wichtigsten Rollen, alle anderen bekommen längst nicht soviel Aufmerksamkeit. Einzig Oleg Taktarov als „bäriger“ Russe mit Minigun (und Familienfoto !) bleibt noch im Gedächtnis.

Fazit: Alles in allem muss man feststellen, dass der neue Predators keinesfalls die Qualität und Intensität des Originals besitzt – aber vielleicht sollte er das ja auch gar nicht. Immerhin ist es ein halbwegs spannender und gut gemachter Sci-Fi-Actionfilm geworden. Allzuviel Tiefe, erweiterte Handlungs-Stränge oder wirkliche Innovationen sollte man aber auch nicht erwarten.

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