Filmkritik: „Death Note: The Last Name“ (2006)

Originaltitel: Desu Nôto – The Last Name
Regie:
Shusuke Kaneko
Mit:
Tatsuya Fujiwara u.a.

Laufzeit: 141 Minuten
Land:
Japan
Genre:
Thriller

Inhalt: Die Story wird im Review zum ersten Film schon im ungefähren beschrieben. Aber wie wird es nun weitergehen – wird es ähnlich spannend zugehen wie im Anime ? Wohlgemerkt, diese (und ähnliche) Filme werden vom Rezensenten alle im Originalton, mit entsprechenden Untertiteln gesehen. Es gibt also keine Kommentare zu einer möglichen Synchro. Kommentare gibt es allerdings zur Umsetzung der Story, beziehungsweise den nun immer merklicher werdenden Veränderungen im Vergleich zum Manga. In dem kommt nämlich einer der beiden Hauptprotagonisten (relativ frühzeitig) ums Leben… im Film jedoch… doch halt, Spoilergefahr. Nur soviel: dieser zweite Teil der Death Note Realverfilmung geht etwas anders aus als im Manga oder Anime. Andere wichtige Elemente bleiben jedoch gleich: Light beginnt nun mehr und mehr, sich zum neuen „Weltenführer“ hochzuarbeiten, eben mithilfe des mysteriösen Death Note. Er bekommt einen „Partner“ an seine Seite, Misa Amane nämlich (Erika Toda). Diese junge Frau gilt von nun an – zumindest offiziell – als Lights Freundin. In Wahrheit aber verfolgt dieser immer noch seine ganz eigenen Pläne. Selbstverständlich ebenfalls „neu“ und nun mit von der Partie: Shinigami Rem (sowie kurze Einblicke in die Welt der Shinigamis).

Kritik: Und jetzt, die große Überraschung: Dieser Film ist weitaus besser als der erste. Warum… ? Nun, man könnte den ersten Film eher als eine Art „Einleitung“ in die Trilogie betrachten, bei der alles etwas „gemäßigter“ ausfällt. Vielleicht wollte man den Zuschauer auch nicht gleich überrumpeln, wer weiss… klar ist jedenfalls, dass der zweite Film nun endlich vollends durchstartet. Ganz besonders in Bezug auf den Zweikampf zwischen Light und L, der jetzt sein volles Spannungs- und Intensitätslevel erreicht. Die Story wirkt komplex, dicht und spannend – ohne dabei zu sehr abzudriften oder gar allzu „kryptisch“ daherzukommen. Interessant ist natürlich auch das etwas andere Ende, welches eine zweite Ansicht auf das Death Note Universum ermöglicht. Welches Ende erscheint nun gelungener, das aus dem Film oder das aus dem Anime (wenn es um L geht) ? Man weiss es nicht, wirklich nicht. Beide Möglichkeiten haben ihren Reiz.

Eine dunkle Atmosphäre und nervenaufreibende Spannung ist nun auch allgegenwärtig, es bleibt im Sinne des Drehbuches weltbewegend, was da mit dem Death Note angestellt wird, sodass die Story durchaus ein weitreichendes Potential hat. Und zu einigen Interpretationen / moralischen Diskussionen führen kann – sofern man sich denn gerne an Filmdiskussionen beteiligt. Weiterhin: die Kameraführung, die Schnitte, die Szenenaufbauten und Schauplätze (mit überfüllten Plätzen, den Führungsgebäuden der Ermittler, Sakura-TV und so weiter) erreichen endlich ein höchstmögliches qualitatives und abwechslungsreiches Level. Wie auch die Musik – mit einer Ausnahme, das muss ich zugeben. Das Intro- und Outrolied, welches hier gewählt wurde… aua. Warum nur… ? Verraten wird nichts genaues, das sollte man schon selbst herausfinden. Es passt allerdings nur sehr, sehr bedingt – mit ein Grund, warum dieser Film (leider) nicht die Höchstwertung erreichen kann, solche „Maßnahmen“ (wie sie beispielsweise auch in The One vorgekommen sind), gehören einfach bestraft, auch wenn sie nicht direkt etwas mit dem Film zu tun haben.

Auch ein Shinigami kann menschliche Gefühle entwickeln… was fatal endet…

Fazit: Besonders positiv fällt das ausführlicher werdende Porträt von Shinigami Ryuk auf. Es ist irgendwie… zwiespältig ! Schließlich weiss man um den Grund seiner Existenz (zumindest ungefähr), aber dennoch verhält er sich stets ziemlich vergnügt. Und seine Vorliebe für Äpfel ist einfach nur köstlich ! Auch Shinigami Rem wirkt gut inszeniert (besonders die Stimme – männlich) und Jealus (recht nette Cgi-Szene), wenngleich besonders Rem nicht immer tadellos animiert daherkommt. Wie dem auch sei, es gibt sichtbare Verbesserungen im Vergleich zum ersten Teil, definitiv. Nicht nur in technischer Hinsicht. Heisst folglich: man wird sehr gut unterhalten. L weiß ja nun bereits, wer Kira ist, doch ein Problem bleibt – er hat einfach keinen richtigen Beweis ! Und Light auf der anderen Seite hat nur noch ein Ziel, nämlich L auszuschalten – nur möglichst unauffällig und intelligent. Desweiteren haben wir einige Nebencharaktere, wie Light’s Familie (allen voran der Vater als essentieller Charakter); und natürlich „Kira Nummer 2“, Misa – die stets voller Hoffnung ist, dass Light sie eines Tages doch lieben würde. Alles in allem resultiert daraus eine wirklich angenehme Mischung, die endlich einen der realen Death Note-Filme zu dem macht, was alle Wetl gehofft hatte: zu einem „todespoetischen“, psychologischen Meisterwerk voller Spannung und Unterhaltungswert.


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