Oliverdsw’s Bio # 7 | (K)EINE ENTSCHEIDUNG

Und dann, dann habe ich mein erstes Vierteljahrhundert hinter mir.

Nun, das Jahr 2010 begann für mich im ungefähren so, wie das Jahr 2009 endete. Ich war noch innerhalb des Maßnahme-Rahmens der BVB tätig (wie bereits beschrieben), und suchte mir also weitere Praktika. In der praktikumsfreien Zeit hingegen hielt ich mich direkt beim Maßnahmeträger auf – entweder im sogenannten „Lernbüro“, oder aber im (Montags)-Unterricht. Nachdem meine ersten beiden Praktika zumindest ein „quasi-Flop“ waren (siehe letzter Text), hielt man mich nun an, ein Praktikum in einem anderen Bereich zu suchen. Es sollte also nicht mehr in die soziale Richtung gehen – andernfalls hätte ich ja auch „einfach kündigen und mein eigenes Ding durchziehen“ können. Es ist schließlich alles freiwillig, Herr S. ! Pustekuchen, das wollte ich natürlich nicht ! Trotz der Tatsache, dass mein Berufswunsch eigentlich so gut wie feststand, passte ich mich erneut an und suchte dann auch – im kaufmännischen Bereich. Das erste Praktikum bekam ich also bei:

  • Der Buchhandlung Sopper (Filiale Stadtmitte). Die Praktikumszeit war auf 2 Wochen vereinbart. Und, „oh Wunder“ (das sagten die anderen) – ich absolvierte das Praktikum mit Bravour und bekam sogar eine gute Bewertung (nach den zwei eher kümmerlichen aus den KITA’s). Für mich war dies kein Wunder, da ich genau weiss was ich kann; und das ich kann wenn ich nur will. Gut, bei den KITA’s wollte ich auch – nur wurden mir da keine Steine in den Weg gelegt (die liebe ich ja !), sondern eher Felsbrocken. Das Praktikum war gut, die Kolleginnen (ebenfalls nur Frauen – es ging das Gerücht um, ich hätte ein Problem mit weiblichen Vorgesetzten) nett und hilfsbereit. Weiterhin hatte ich sinnvolle Aufgaben, und durfte ausserdem Kunden empfangen und teilweise beraten. Sicher, wenn ich nicht weiter wusste oder mir das nötige Fachwissen fehlte – verwies ich an eine Kollegin. Aber: die Chemie stimmte hier einfach, meiner Meinung nach. Nur das „Ziel“ dieses Praktikums war nicht zu 100% klar: die BVB-Maßnahme hat(te) einen sicheren Ausbildungsplatz zum Ziel. Ich selbst wusste allerdings schon, dass ich keine Ausbildung im Einzelhandel absolvieren wollte. So war dieses Praktikum für mich selbst eher ein „Test“, ob es tatsächlich „immer nur an mir“ liegt dass es Probleme hinsichtlich der Chemie unter den Mitarbeitern und mich als Praktikanten gab, und für die anderen (das heisst, den Maßnahmeträger) ein Beweis, dass es Praktika für mich doch mit einem positiven Ergebnis (d.h. einer guten Bewertung) enden können.

Gut gut, danach kam ein erneuter Vorwurf auf (seitens des Trägers) – ich hätte das Praktikum gar eigenmächtig vorzeitig abgebrochen ! Völliger Quatsch, der Vertrag war auf 2 Wochen festgelegt. Ich habe ihn lediglich nicht verlängern lassen, und das ist ein gewaltiger Unterschied wie ich meine ! Sei es drum, danach folgte dann ein Praktikum bei:

  • Saturn in Wolfsburg. Erneut im Bereich Einzelhandel, genauer: PC und Technik, für den ich mich auch privat interessiere. Und, bei dem ich schon ein gewisses Grundwissen mitbringe. Nun ja, viel gibt es über dieses Praktikum eigentlich nicht zu sagen, ausser: dass es sicherlich gut gewesen wäre, wäre ich die volle Zeit dagewesen. Ich arbeitete ca. eineinhalb Wochen, und danach nahmen die Probleme in der „Maßnahme“ (wie ich allein diesen Ausdruck liebe !) jedoch Überhand. Enorm, welch ein Stress ausgelöst werden kann – und ich rede nicht von einem „normalen Stress“, wie er bei einem gepflegten Teilnehmer-in-den-Hintern-treten (im übertragenen Sinne !) vorkommen darf und sollte. Doch dazu an anderer Stelle mehr. Die Zeit, in der ich bei Saturn tätig war, war jedenfalls gut. Ich hatte viel Kundenkontakt, und konnte in vielen Fällen bereits selbst als „Berater“ tätig sein. Natürlich konnte ich auch hier nicht auf die Hilfe der Kollegen verzichten – ein nettes Team, nebenbei. Hier hätte ich mich sicherlich wohlgefühlt – wenn da nicht der ganze Riesenberg an Problemen im Hintergrund gewesen wäre.

Sie wollen um die besagten Probleme wissen… ? Nun, ich bin zwar ein sehr ehrlicher und offener Mensch, aber alles sollte man nun doch nicht in einem Internetblog preisgeben. Nur soviel: es ging hierbei hauptsächlich um persönliche Konflikte innerhalb der Maßnahme, speziell mit einem Lehrer und einem Bildungsbegleiter. Und dann war da noch die Krankenkasse. Und dann waren da noch Geldsorgen (viel bekommt man ja nicht als „BVB’ler“ !). Und dann war da noch der allgemeine Stress, und der „Druck von oben“, dass ich doch das machen sollte / muss, was mir aufgetragen wird – auch wenn es mir persönlich missfällt. Und, und und… tja, was macht man in so einer Situation ? Richtig, man nimmt sich eine Auszeit. Man „macht krank“ – oder nimmt seinen kompletten Resturlaub, so wie ich es dann auch getan habe. Aber glauben Sie mir, ich tat dies in erster Linie nicht, um auszuspannen ! Nein, vielmehr suchte ich mir – relativ eigenmächtig – ein weiteres Praktikum im sozialen Bereich (wir erinnern uns, mein Berufswunsch). So arbeite ich während meines ca. 3-wöchigen Urlaubs (!) im…

  • „Spielmobil“ als mobile soziale Institution. Und, es war richtig gut. Frau K., die Leiterin des Spielmobils, erzählte mir von der Notwendigkeit von männlichen Bezugspersonen für die Kinder. Gerade Betreuer / männliche Erzieher sind immer noch viel zu rar ! Und weiterhin sah ich, dass sie im Grunde alles alleine machte – vom Aufbau über die Betreuung und Aufsicht, bis hin zum Abbau. Klar, dass hier ein wenig Hilfe gelegen käme. So war dies mein mit Sicherheit „sinnvollstes“ Praktikum in diesem Sinne. Ich habe mitgeholfen wo ich konnte, pflegte stets einen guten Kontakt zu den Kollegen, zu den Kindern, Eltern und sonstigen Leuten, die (vor allem in den Wohngebieten) noch anwesend waren. Das „Spielmobil“ ist schließlich mobil, und kommt an die Orte, die ansonsten wenig Möglichkeiten einer Freizeitbeschäftigung bieten. Sicherlich, die Arbeit ist nicht ganz so „herausfordernd“ wie beispielsweise in einem Kindergarten, da man in dem Sinne nicht den „Erziehungsauftrag“ hat. Es ging viel mehr um den Bereich Freizeit, d.h. sinnvolle Beschäftigungen und Spielmöglichkeiten für die Kinder. Fernab von Fernseher, Computer und Co.  Eine schöne Zeit, das muss ich sagen !

Aber aber, wäre da nur nicht diese Maßnahme, die Last und Glück zur gleichen Zeit für mich war… so „verbot“ man mir ja bereits, weitere Praktika im sozialen Bereich zu absolvieren. Beispielsweise ein Praktikum in…

  • Der Diakonie Wolfsburg, als Kinder- und Jugendbetreuer. Was soll man sagen: es wäre ein so nützliches und gutes Praktikum gewesen, da bin ich mir sicher ! Doch hier konnte ich „nichts mehr tun“, ausser die Maßnahme vorzeitig abbrechen. Das wollte ich aber nicht – schließlich wollte ich nicht den „Wunsch“ so mancher Lehrer / Bildungsbegleiter entsprechen („dieser Herr S., einfach nur lästig !“). Aufgeben ? Niemals ! Jedoch, in diesem Falle blicke ich ein wenig wehleidig zurück… denn das Vorstellungsgespräch war sehr, sehr gut, die dort arbeitenden Damen sehr nett – und es wäre eine Arbeit mit Jugendlichen gewesen (ich hatte vorher ja nur mit jüngeren zu tun). Schade, aber… nun passé.

Es folgte eine weitere Zeit der Verwirrung – zumindest nach aussen hin, denn ich selbst wusste ganz genau, was ich wollte. Mit der Bewertung vom „Spielmobil“ im Gepäck ging ich zur Agentur für Arbeit (dem eigentlichen Träger der Maßnahme), und zu den Bildungsbegleitern. Sollte sie positiv ausfallen, so könnte ich vielleicht doch noch „offiziell“ etwas im sozialen Bereich machen ! Dankeschön, warum nicht gleich so ? Sie war positiv, wenngleich es ein kleines Missverständnis gab (ohne geht es eben nicht !) – Frau K. unterstellte mir, ich hätte das Praktikum „einfach so“ aus Lustlosigkeit und mangelndem Durchhaltevermögen beendet. Hierzu muss ich einfach noch einen separaten Artikel verfassen (Link). Das war natürlich Quatsch. Ich bekam also diese zweite (oder wievielte…?) Chance, und machte mich endlich wieder auf, ein Praktikum in einem Bereich zu suchen, der mich wirklich interessierte ! Und, das Praktikum in der…

  • Hellwinkel Ganztagesschule in Wolfsburg war einfach nur… enorm gut. Endlich war alles geregelt, der Stress der letzten Monate war verschwunden, die Maßnahme würde auch bald enden. Zwar hatte ich das eigentliche „Ziel“ nicht erreicht, in Ausbildung zu kommen (Bewerbungen laufen allerdings immer noch), aber eines hatte ich erreicht: ich wusste nun endlich, was ich wollte – und war bereits, alles dafür zu geben ! Dieses Praktikum hier „bewies“ es mir noch einmal, und stärkte diesen Wunsch. Zwar war ich nur eineinhalb Wochen während der eigentlichen Schulzeit tätig, und eineinhalb Wochen in der Ferienbetreuung (auch wieder eher Freizeit als z.B. Hausaufgabenunterstützung), aber die Arbeit hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Und, was waren die Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen – froh, dass „endlich mal wieder ein Mann“ da war ! Ich merkte einfach, dass dies das richtige ist. Das ist mir selbst Freude bereitet, aber dass es in gesellschaftlicher Hinsicht auch unbedingt notwendig ist, dass jemand wie ich in den sozialen Bereich geht und mit Kindern oder Jugendlichen arbeitet. Ja, gerade jemand wie ich – ein Mann in den 20ern, der schon einiges durchgemacht und erlebt hat ! Ein Mensch mit Ecken und Kanten eben – aber auch ein Mensch, der eine gewisse Wärme ausstrahlt, der eine positive Wirkung auf die Kinder und Jugendlichen hat, der alles dafür geben würde ein Problem zu lösen mit welchem die Kinder ihn konfrontieren.

In der Tat, es würde dieses Jahr schwierig werden mit der Ausbildung zum Sozial-Assistenten (immer noch mein aktueller Wunsch !), das sagte man mir – es gab also nur eine Möglichkeit. Schließlich werden soziale Ausbildung nur selten direkt in den Betrieben angeboten – es handelt sich um schulische Ausbildungen ! Und davon gibt es nur eine hier in Wolfsburg.

Die Möglichkeit, von der ich spreche, ist natürlich das freiwillige soziale Jahr. Na dann: 3 Bewerbungen, 3 Vorstellungsgespräche – und das dritte war ein Erfolg. Endlich… ! Anfang August werde ich offiziell beginnen; ich lasse mich überraschen – gehe aber voll motiviert an die Sache heran.

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s