Filmkritik: „Iron Man 2“ (2010)

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Originaltitel: Iron Man 2
Regie: Jon Favreau
Mit: Robert Downey Jr., Don Cheadle, Scarlett Johansson u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 117 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Action
Tags: Tony Stark | Erfinder | Technologie | Jarvis | Marvel | Held

Der Mann im Blechanzug, Akt 2.

Inhalt: Der exzentrische Tony Stark (Robert Downey Jr.) steckt unter dem Helm des IRON MAN-Kostüms – und ist dabei alles andere als ein typischer Superheld. Schließlich weiß er ganz genau, welche gesundheitlichen Risiken das Tragen des Anzuges für ihn birgt. Aber wer wenn nicht er sollte in die Bresche springen, wenn es darum geht wieder einmal die Welt zu retten ? Doch nun beginnt auch das Militär, mehr und mehr Interesse an den Technologien hinter dem IRON MAN anzumelden – und geht bei der Informationsbeschaffung wenig zimperlich vor. Dann taucht auch noch ein gewisser Ivan Vanko (Mickey Rourke) auf, der die Frage nach dem wichtigsten Mann der Stadt zu seinen Gunsten beeinflussen will. Er hat sich einen eigenen Anzug gebastelt, mit einer noch gefährlicheren Waffe – und versucht nun, Tony mithilfe dessen sowie der Mitarbeit von Justin Hammerer (Sam Rockwell) umzubringen. Schließlich haben ihre beiden Väter einmal zusammengearbeitet, bis zu einem einschneidenden Ereignis welches beide trennte… und das die Rachegelüste in Ivan erst so richtig weckte.

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Kritik: Irgendwie ist das mit Sequels ja immer so eine Sache. Meist sind sie längst nicht so gut wie die zugrunde liegenden Vorlagen respektive die früheren Teile. Auch IRON MAN bildet da gewiss keine Ausnahme, und kommt damit alles andere als überraschend daher. Der erste Teil (Review) war noch nett – zumal der ungewöhnliche Superheld Tony Stark aka IRON MAN tatsächlich einer der ansprechenderen aus dem Marvel-Universum ist. Ein Superheld, der quasi frei nach Schnauze redet und handelt, sich dabei nicht gerne von anderen reinreden lässt, der auf das Militär pfeift und lieber ganz allein an seinem Anzug und allerlei technischen Raffinessen werkelt ? Allein diese eher Charakter-bezogene Prämisse führte zu Recht zu einem gewissen Erfolg des ersten Teils, der mit einer handvoll abgebrühter Sprüche und markanten Action-Einlagen glänzte. Warum es unbedingt einen zweiten Teil geben musste, wird indes nicht ganz klar – es sei denn natürlich, man betrachtet das Ganze aus der Sicht der entsprechenden Marketing-Abteilungen. Hier gilt schließlich oft: solange ein Franchise noch Feuer hat, wird das Publikum etwaigen Sequels wohlgesonnen gegenüberstehen; zumindest in Bezug auf die effektiven Zuschauerzahlen. Das Gefühl, dass die Verantwortlichen hinter IRON MAN 2 allein aus dem dringenden Bedürfnis heraus handelten die Geschichte um Tony Stark unbedingt weiterzuerzählen; kommt jedenfalls nicht auf.

Wohl auch, da der zweite Teil insgesamt weitaus unspektakulärer und vorhersehbarer ausfällt. Schlicht, da man mit vielen Details des IRON MAN-Universums bereits durch den ersten Teil warm geworden ist, und wie so oft ein besonders spektakulärer Bösewicht für die nötige Franchise-Frische sorgen muss. Das Ergebnis ist in diesem Fall der Charakter des Russen Ivan Vanko, der von einem sichtlich bemühten Mickey Rourke gespielt wird – und um den sich der gesamte zweite Teil von IRON MAN letztendlich auch dreht. Irgendwie kann man sich nicht des Gefühls erwehren, gar keine Angst vor jenem eher perplex wirkendem Bösewicht zu haben – eher ist man geneigt, ihn zu bemitleiden und die herrlich peinlich-oberflächliche Planung seines selbst auferlegten Endziels (IRON MAN zur Strecke zu bringen) dezent amüsiert zu verfolgen. Analog dazu vermag es vor allem das vermeintlich große Finale, auf ganzer Linie zu enttäuschen. Selbst Nebenauftritte wie die von Samuel L. Jackson als Nick Fury wirken erschreckend aufgesetzt und verkrampft, ebenso wie die fehlgeschlagenen Versuche der platten Handlung doch noch so etwas wie Bedeutungsschwere einzuverleiben.

Fazit: Auch IRON MAN 2 schafft es wie sein deutlich besserer Vorgänger zu unterhalten – muss dabei aber markante Einbußen in Bezug auf den Überraschungseffekt und den an den Tag gelegten Ideenreichtum in Kauf nehmen. Hinzu kommt, dass der berühmt-berüchtigte Wiederholungs- oder auch Abnutzungseffekt in Bezug auf einzelne Filmreihen schon jetzt deutlich an Relevanz gewinnt – sollten noch weitere IRON MAN-Teile folgen, dürfte ein weiteres MARVEL-Franchise zu Grabe getragen werden. Selbst oder gerade wenn die Zuschauerzahlen weiterhin stimmig bleiben…

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„Bei weitem nicht so frisch wie der erste Teil.“

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