Oliverdsw’s Bio # 4 | NICHT SCHON WIEDER FALLEN

Denn: hatten wir das nicht schon einmal gehabt… ?

Genau, nämlich in der Phase kurz nach meinem vorzeitigen Schulende. Dumm nur, dass es jetzt, und nach der relativ strukturierten und guten Zeit bei der Bundeswehr ungefähr da weiterging, wo ich aufgehört hatte. Nämlich direkt auf dem Arbeitsmarkt, meinerseits noch immer ohne ein klares Ziel oder ein ambitioniertes Bestreben, tatsächlich in die Arbeitswelt hineinzukommen. Wie auch, wenn man selbst nicht genau weiss was man eigentlich will – dann hat man natürlich auch Angst. Angst davor, möglicherweise etwas falsches oder unpassendes zu beginnen – und dann hat man den Salat. Gewiss, gar nichts tun ist ebenfalls keine Alternative – doch ich verstehe auch die, die absolut nicht wissen was genau sie nach der Schule anstellen sollen. Ein wirklich riesengroßes Problem für viele Jugendliche !

Dann kommt natürlich der allseits bekannte Ratschlag: du musst jetzt in die Ausbildung kommen, ohne bist du aufgeschmissen ! Das hört sich doch irgendwie nachvollziehbar und überzeugend an. Schließlich sind relativ viele der Arbeiten, die man ohne Ausbildung machen kann, etwas… plump, schlecht bezahlt oder gestalten sich zumindest nicht gerade den persönlichen Vorlieben entsprechend. So begann also meine Zeit der Ausbildungsplatzsuche ! Da ich – wie gesagt – bereits wusste, dass ich ein vielleicht nicht ganz so leichter Fall bin (welches Eingeständnis !), meldete ich mich parallel auch bei einer der RVA, einer Institution die Ausbildungsplätze in Wolfsburg und der Umgebung vermittelt. Aber: soll ich wieder ganz, ganz ehrlich mit Ihnen sein ? Gut, dann werde ich Ihnen jetzt eben nicht sagen, dass ich „mindestens 500 Bewerbungen geschrieben“ habe, wie viele es ja gern behaupten (mit geschwellter Brust und dem gewissen Frust in Bezug auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft).

Nein, meine Bewerbungsschreiben waren noch relativ selektiert und exakt ausgewählt, vom „willkürlichen Bewerbungsschreiben“ nach Vorgabe (z.B. seitens der Arbeitsagentur) war ich noch weit entfernt. Zum Glück – und ohnehin hätte es damit kein anderes Ergebnis gegeben. Welches Ergebnis, fragen Sie… ? Berechtigt, doch ich muss viele Leser enttäuschen: ich fand keinen Ausbildungsplatz für das Jahr 2007, und auch nicht für das Jahr 2008. Warum… nun, das lag wie immer an den zwei Seiten der Medaille. Zum einen an mir, da ich oben genannte Unsicherheit mitbrachte und meine Stärken eigentlich immer noch nicht genau benennen konnte. Zum anderen lag es natürlich auch an der oberflächlichen, aber leider typischen Handhabung hinsichtlich der diversen Einstellungsverfahren – wer da mal eine dicke 5 in Mathematik auf dem letzten Zeugnis hat, der hat nun einmal schlechte(re) Karten, das ist Fakt. Egal, ob dieser besagte Mensch nun auf dem Gymnasium war, sonst eigentlich ganz interessant ist (zu einem Kennenlernen kommt es deswegen ja gerade nicht…!) oder sonst irgendetwas. Die Mappe landet in der Ablage, im Papierkorb, oder wird netterweise noch zurückgeschickt

So wie bei mir in einem vielleicht besonders interessanten Fall: ein renommiertes, riesiges Unternehmen schickte mir meine Unterlagen zurück, einige Noten auf dem Zeugnis sind rot unterstrichen ! Das stösst einem natürlich übel auf, schließlich kann man selbst nichts mehr an den Noten ändern. Und es bestätigt das Gefühl, dass auf dem Arbeitsmarkt eine gewisse Oberflächlichkeit vorherrscht wenn es um die „Selektion“ seitens der Arbeitgeber geht. Das ist wiederum auch ganz gut so – nun ja, nicht wirklich – aber wenn ich mir vorstelle, was gewesen wäre wenn ich damals doch noch in Ausbildung gekommen wäre (das wäre dann entweder Kaufmann im Einzelhandel oder irgendetwas im IT-Bereich gewesen) – ich weiss nicht, ob es nur Vorteile gehabt hätte. Ich stünde heute jedenfalls nicht da, wo ich jetzt stehe.

Hätte ich die Ausbildung durchgezogen, und meine schlechten Noten aus der Schulzeit komplett relativiert ? Hätte ich danach einen gut bezahlten Job gefunden, der mir auch noch Spaß macht ? Oder hätte ich die Ausbildung ebenso wie die Schule abgebrochen, und hätte folglich ganze 1 oder 2 weitere Jahre verschenkt ? Gewiss, die ganze Bandbreite wäre möglich gewesen. Das Problem hätte aber weiterhin bestanden: die Unklarheit in Bezug auf mich selbst, auf das was ich eigentlich will; auf das was ich wirklich kann.

Nun, 2008 war für mich zuerst ein Jahr des Ausprobierens – und dann aber doch noch des („richtigen“ !) Arbeitens.

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